Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Die Linksfraktion in der Stadtverordnetenversammlung Bernau diskutiert über den Mittelstand und dessen Förderung

Willkommens-Kultur für Unternehmer

Prosperierend: Das Gewerbegebiet Rehberge steht nach den Worten von Wito-Geschäftsführer Rüdiger Thunemann "gut im Futter". Auch an der Pappelallee in Schönow sollen künftig verstärkt Unternehmen angesiedelt werden.
Prosperierend: Das Gewerbegebiet Rehberge steht nach den Worten von Wito-Geschäftsführer Rüdiger Thunemann "gut im Futter". Auch an der Pappelallee in Schönow sollen künftig verstärkt Unternehmen angesiedelt werden. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 15.04.2016, 15:41 Uhr
Bernau (MOZ) Die Wirtschafts- und Mittelstandsförderung in Bernau stand kürzlich im Mittelpunkt einer öffentlichen Sitzung der Linksfraktion in der Stadtverordnetenversammlung.

"Der Mittelstand ist die tragende Säule der wirtschaftlichen Entwicklung", hatte Harald Ueckert in seinen einleitenden Worten hervorgehoben. Die Feststellung untermauerte er sogleich mit einer Zahl: Rund 99 der Beschäftigten in Deutschland seien in diesem Bereich tätig. In Bernau, so der Linke, gebe es 14 500 Arbeitnehmer, rund 10 000 Männer und Frauen hätten ihren Arbeitsplatz in der Stadt. "Wir haben viele Ein- und Auspendler", so der Stadtverordnete. Dies schaffe nicht nur Verkehrprobleme. "Optimal wäre es, wenn sich Arbeiten, Wohnen und Freizeit gleichmäßig entwickeln würden".

Der Geschäftsführer der Wirtschafts- und Tourismusentwicklungsgesellschaft mbH (Wito), Rüdiger Thunemann, bescheinigte Bernau ein "wirtschaftlich freundliches Handeln von Politik und Verwaltung". Angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs zwischen den Kommunen werde es aber immer wichtiger, sich von der Masse abzuheben. "Es gibt viele Dinge, die nichts kosten, mit denen man sich aber bei ansiedlungswilligen Unternehmern beliebt machen kann", so Thunemann. Für Bernau interessierten sich vor allem kleine, regionale Betriebe, aber auch Unternehmen des Großhandels, der Logistik sowie der Nahrungsmittelindustrie. Eine Stadt müsse sich zunehmend als "Manager" verstehen, es sei notwendig, eine "Willkommens-Kultur für Unternehmer" zu entwickeln, forderte Thunemann.

Auf die Frage von Dieter Korczak, Unternehmer in Bernau, welches Image die Hussitenstadt habe, antwortete der Wito-Geschäftsführer, sie "liege nahe Berlin, habe eine Autobahnanbindung sowie tolle weiche Standortfaktoren".

Wirtschaftsamtsleiter Thomas Rebs bekräftigte in der Diskussion, dass die Stadt den Schwerpunkt ihrer Entwicklung im Bereich Wohnen sieht. Deshalb weise man auch entsprechende Gebiete, beispielsweise an der Schwanebecker Chaussee, aus. "Bei der Vermarktung von Gewerbeflächen werden wir uns auf Rehberge und Schönow konzentrieren", erklärte Rebs.

Manfred Hübler sprach von einem "Nicht-Entscheidungs-Image", das viele Jahre die Stadt beherrscht habe. Beim Flächennutzungsplan wünsche er sich "Erweiterungen, Ergänzungen und Korrekturen". Dieter Korczak hielt den lange geforderten Zehn-Minuten-Takt bei der S-Bahn für nicht zwingend notwendig. "Um München herum haben sich viele Städte prächtig entwickelt, obwohl die Bahnen dort auch nur alle 20 Minuten fahren", betonte er.

"Das Fördermittelmanagement der Stadt ist gut", lobte schließlich Ralf Christoffers. Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Brandenburger Landtag forderte die politisch Verantwortlichen in Bernau auf, sich klar darüber zu werden, "welche Entwicklung man in den kommenden 30 Jahren wolle". Christoffers empfahl zugleich, sich nicht auf einen Bereich zu konzentrieren. "Bernau ist Kultur-, Bildungs, Dienstleistungs- und Gesundheitsstandort". Ein Potenzial sieht der Linken-Politiker unter anderem auch in Berliner Studenten. "Warum sollte Bernau nicht für sie preiswerten Wohnraum schaffen?", fragte Christoffers in die kleine Runde.

Die Hussitenstadt und das benachbarte Panketal betrachtet der Fraktionsvorsitzende unterdessen als eine Region. "Die Nachbargemeinde hat sicher andere Potenziale, aber auch die sollte man nutzen". Im Übrigen, so Christoffers, kenne er viele Städte, die von einer verkehrlichen Anbindung, wie Bernau sie habe, nur träumen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG