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An der Heide wird gewerkelt

Entspannte Arbeit: Am Dienstag gab es noch die eine oder andere Verschnaufpause für die Rolandsbrüder Lukas, Philipp und Benjamin (von links). Sie müssen erst alle Bretter komplett haben, um mit dem Bau der Schutzhütte zu beginnen.
Entspannte Arbeit: Am Dienstag gab es noch die eine oder andere Verschnaufpause für die Rolandsbrüder Lukas, Philipp und Benjamin (von links). Sie müssen erst alle Bretter komplett haben, um mit dem Bau der Schutzhütte zu beginnen. © Foto: MZV
Judith Melzer-Voigt / 26.04.2016, 19:16 Uhr
Pfalzheim (MZV) Am sonst idyllisch-ruhigen Eingang zur Kyritz-Ruppiner Heide nahe Pfalzheim war Anfang der Woche richtig viel los - und das wird auch noch einige Tage lang so bleiben. Brüder der Gesellenvereinigung Rolandschacht errichten dort eine Schutzhütte für Heide-Besucher. Schon von Weitem war am Dienstag eine Säge zu hören, Bretter stapelten sich und mitten in diesem Trubel schienen sich die Rolandbrüder Lukas, Philipp und Benjamin so richtig wohl zu fühlen.

Der Haufen Sägespäne neben dem mobilen Sägewerk von Marco Paschen wurde im Laufe des Vormittags immer größer. Die Schachtbrüder hatten aber immer wieder Verschnaufpausen von der Arbeit, denn sie müssen erst warten, bis alle Bretter für die Schutzhütte komplett sind, um mit dem Bau zu beginnen. "Das kriegen wir alles hin", sagte der Rolandsbruder Lukas in einer dieser Pausen. Er selbst ist seit anderthalb Jahren unterwegs - ohne Handy, ohne Auto und immer mindestens 60 Kilometer Luftlinie von der Heimat entfernt. Das sind die Regeln der Handwerker auf der Walz, die insgesamt drei Jahre und einen Tag dauert. Lukas ist Schreiner, aber auch Dachdecker, Zimmerleute und andere Gesellen sind Mitglied im Rolandschacht.

Immer am 1. Mai - dem Gründungstag des Schachts im Jahr 1891 - kommen die Brüder zusammen, mal in Städten, mal auf dem Land. 2016 ist Netzeband an der Reihe. Zum großen Treffen gehört auch eine Maibaustelle. Sie ist in den vergangenen beiden Jahren ausgefallen, doch nun arbeiten die Rolandsbrüder wieder gemeinsam - am Eingang der Kyritz-Ruppiner Heide.

Aus neun Pfeilern wird die Schutzhütte bestehen, acht außen und einer in der Mitte des Bauwerks. Am Dienstag wurde die Schalung für das Dach zurechtgeschnitten. "Mal sehen, wie weit wir kommen", sagte Rolandsbruder Lukas. "Vielleicht bauen wir auch noch ein paar Bänke." Während er auch schon an sehr viel größeren Projekten mitgearbeitet hat, geht es dieses Mal in Pfalzheim eine Nummer kleiner zu. Drei Leute sind mit dem Errichten der Schutzhütte beschäftigt. Bei anderen Vorhaben waren es auch schon etliche mehr. "Aber hier brauchen wir definitiv keine 60 Mann", sagte Lukas.

Mehr als 70 Teilnehmer werden beim Schachttreffen am Wochenende erwartet. Dabei sind Leute, die derzeit auf der Walz sind, aber auch solche, die diesen Lebensabschnitt beendet haben und noch immer Rolandsbrüder sind. Am Freitag reisen sie an, am Montag wieder ab. Dazwischen wird geredet und gefeiert. Interessierte sind dazu ebenfalls nach Netzeband eingeladen.

Die Rolandsbrüder sind gut auf das Treffen vorbereitet, nur eines fehlt ihnen noch: Feldbetten, auf denen sie mit ihren Schlafsäcken übernachten können. Wer einige dieser Betten ausleihen möchte, kann sich bei Temnitzquells Bürgermeister Johannes Oblaski unter 0171 2195136 melden.

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