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Knapper Sieg für Sportler

Irina Voigt / 01.05.2016, 06:56 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) Denkbar knapp ging die Zustimmung der Gemeindevertreter für den Bau eines Kunstrasenplatzes in Vogelsdorf aus. Sie entschieden sich mit nur einer Stimme Mehrheit dafür, den Eigenanteil in den nächsten Haushalt einzustellen, um sich jetzt noch um Fördermittel bewerben zu können.

Die Chance auf Fördermittel nicht ungenutzt verstreichen lassen! Eindringlich appellierte der Vereinschef der TSG Rot-Weiß Fredersdorf-Vogelsdorf, Rüdiger Klaus, an die Gemeindevertreter, die Eigenmittel bereitzustellen und sich zum Bau eines Kunstrasenplatzes in Vogelsdorf zu bekennen. Der gesamte Landkreis hat in diesem Jahr aus dem Förderprogramm des Sportbundes 680 000 Euro zugeteilt bekommen. Zu wenig für die angemeldeten Wünsche aus drei Gemeinden. Nachdem sich die Enttäuschung in Fredersdorf-Vogelsdorf schon breit gemacht hatte, dass man die gewünschte Fördersumme für die Investitionen zur umfassenden Rekonstruktion und Neubau von Teilen der Sportanlage vom Kreis nicht bekommen würde, sah der Vereinschef nun nur noch diese Möglichkeit.

Wenigstens um den Fördermittelanteil für den neuen Kunstrasenplatz sollte man sich bewerben. Das hieß, dass die Gemeindevertreter bereit sein müssten, für Fördermittel in Höhe von 230 000 Euro die 400 000 Euro Eigenanteil in den nächsten Haushalt einzustellen. 20 000 Euro, so verpflichteten sich die Sportler, wollen sie in Eigenleistung erbringen. Die Sportvereine als Nutzer des Areals bekamen Schützenhilfe von den Linken, die einen Eilantrag auf den Tisch der Gemeindevertreter legten. Denn die Bewerbungsfrist auch für eine "kleine Variante" - einen Kunstrasenplatz - lief am Freitag aus.

Die Notwendigkeit der Sanierung des Sportplatzes Vogelsdorf, der den Charme der 1960er-Jahren ausstrahlt, hat schon eine lange Vorgeschichte. Bereits 2007 hatten sich Sportvereine zusammengesetzt, um den Sportplatz Vogelsdorf wieder zu neuem Leben zu erwecken. Damals hieß es, dass Gelände und Vereinshaus nicht den modernen Anforderungen entspräche. Trotzdem verlief diese Anstrengung im Sande. "Auch, weil wir die Gemeindevertretung nicht auf unserer Seite hatten", erklärte der Vereinschef der TSG Rot-Weiß Fredersdorf-Vogelsdorf, Rüdiger Klaus,. Mehrere Beschlussvorlagen erhielten keine Mehrheit. Zuletzt wurde Ende vergangenen Jahres ein Kunstrasenplatz für etwa eine halbe Million Euro abgelehnt.

Nun stand genau dieser Platz wieder zur Debatte. Denn wenn man schon nicht alles auf einen Streich bauen könne, dann sollte man wenigstens mit dem Platz beginnen, der dann ganzjährig und vor allem vielfältig für etliche Vereinssportarten nutzbar sei, erklärte Klaus Rüdiger am Donnerstagabend den Gemeindevertretern.

Die Gemeindevertreter machten es sich nicht leicht. Sorgfältig wurde abgewogen, ob man sich das angesichts der bevorstehenden großen Ausgaben wie Verwaltungsneubau, Schulerweiterung oder Reparaturarbeiten an der Schulsporthalle überhaupt leisten könne. Wer gebe Garantie dafür, dass die Summe reicht? Und sei es überhaupt gerechtfertigt,m einen neuen Kunstrasenplatz ohne die nötige Infrastruktur zu bauen? Angesichts der langen Vordebatte erschien der Vorwurf eines "Schnellschusses" dann aber unangebracht. Mit zehn Stimmen dafür, neun dagegen, der Bürgermeister enthielt sich, steht der Eigenanteil der Gemeinde dann doch bereit.

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