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Mehr Platz für Fahrräder im Regionalexpress

In ausgewählten Regionalexpress-Linien soll mehr Platz für Räder geschaffen werden.
In ausgewählten Regionalexpress-Linien soll mehr Platz für Räder geschaffen werden. © Foto: dpa
Henning Kraudzun / 03.05.2016, 19:38 Uhr
Potsdam (MOZ) Auf vier Brandenburger Regionalexpressstrecken werden bis Herbst spezielle Fahrradabteile eingesetzt. Mit dem Pilotprojekt reagiert der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) auf Beschwerden von Fahrgästen, die ihr Rad nicht mit in den Zug nehmen konnten.

Vor allem an Sonntagen kommt es immer wieder zu chaotischen Szenen auf Bahnhöfen in der Region. So ist es beispielsweise für viele Radausflügler, die in Berlin starten, schlichtweg unmöglich, einen Platz in Regionalzügen in Richtung Norden zu ergattern. In der umgekehrten Richtung gibt es in den Abendstunden ebenfalls Engpässe. Tagestouristen müssen auf Brandenburger Bahnhöfen ausharren.

Die Folgen seien Stresssituationen, Konflikte sowie Verzögerungen beim Einstieg, verdeutlicht VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel zum Projektstart. Daher wolle man deutlich mehr Kapazitäten für Fahrräder in den Zügen schaffen und die Orientierung für Reisende erleichtern. Insgesamt würden bis Oktober 35 fahrradfreundliche Züge auf den Linien RE2, RE3, RE4 und RE5 eingesetzt.

Die Abteile mit Klappsitzen werden bis Ende Mai umgerüstet, um mehr Platz für Räder zu schaffen. Dort gibt es dann weniger Sitzplätze. Große Markierungen mit Fahrradsymbolen sollen deutlich machen, dass Bikes Vorrang haben. "Dies ist in den Beförderungsbestimmungen zwar nicht so direkt vorgesehen, wir probieren es aber", sagt Henckel. Sie hofft darüber hinaus auf mehr Rücksichtnahme der Fahrgäste untereinander.

Berlins Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) spricht von einem "großen Schritt zu mehr Fahrradfreundlichkeit in der Bahn". Gleichzeitig erinnert er daran, dass die Fahrradmitnahme auf den hochfrequentierten Linien RE3 und RE5, die von der Deutschen Bahn betrieben werden, in der Ausschreibung durch die Länder Brandenburg und Berlin festgeschrieben war. "Dieses Pilotprojekt wird sich bewähren", sagt er.

Der EU-Abgeordnete Michael Cramer (Grüne) kritisiert, dass die Kapazitätsprobleme den Fahrradtourismus ausbremsen. In dieser Branche würden europaweit 44 Milliarden Euro jährlich umgesetzt, sagt der Vorsitzende des Verkehrsausschusses in Brüssel, doch der Ausbau der Infrastruktur hinke vielerorts hinterher. Zudem sträube sich die Deutsche Bahn, eine Fahrradmitnahme auch in ICE-Zügen zu ermöglichen.

Arnulf Schuchmann, Geschäftsführer der Ostdeutschen Eisenbahn als Betreiber der Strecken RE2 und RE4, räumt regelmäßige Beschwerden ein, hofft aber, dass durch den Umbau die Probleme entscheidend verringert werden. Jörg Pöhle, Marketingleiter bei DB Regio Nordost, spricht von einem "riesigen Bedarf" auf den Nord-Süd-Verbindungen. Zum Jahresende soll dann geprüft werden, ob sich die Fahrradabteile bewährt haben.

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Hans-Joachim Strauss 05.05.2016 - 00:19:37

die Radfahrer

beschweren sich erst weil sie keine Radwege haben auf denen sie sicher von A nach B fahren können. Haben sie Radwege oder adspuren auf der Fahrbahn. Dann verlangen sie, dass die Autofahrer ihnen auf der Straße Platz machen sollen da sie genauso wie die Autofahrer Verkehrsteinehmer sind, die dass Recht haben die Straße zu benutzen. Was nunwenn die Fußgänger, die ja bekanntlich auch Verkehrsteinehmer sind, so einfach mir nichts, dir nichts die Straße für sich beantspruchen, und die Gehwege mit der Begründung meiden, dass deren Zustand oft katastrophal sind und sie ja auch Verkehrsteilnehmer.

Piefke Saga 04.05.2016 - 22:28:23

Ich verstehe nicht, was daran spaßig sein soll, wenn Fahrgäste,

die noch dazu für die Fahrt bezahlen, nicht einmal einen Sitzplatz finden, dafür aber sehen, dass jede Menge Platz für Fahrräder vergeudet wird, die nicht existieren und sich zudem schmerzhaft am Kopf verletzen können, weil die Bahn es nicht einmal fertig bringt, dass sie dafür sorgt, dass die Fahrgäste, wenn sie schon mangels Sitzplätze stehen müssen, sich nicht einmal festhalten können, geschweige denn, ungebückt stehen können, weil gewisse Ablagen so was von falsch am Platz sind, dass einem die Spucke wegbleibt. Und warum müssen sie stehen? ... wegen zwei, drei Fahrräder, für die 75 % der Sitzplätze einer ganzen Etage eines Wagons gopfert wurden. Es kann nicht sein, dass wegen einiger Drahtesel das Recht auf körperliche Unversehrtheit geopfert wird. Ein Hardcore-Radfahrer sieht das natürlich anders. Noch was ... Es gibt Wagons mit Ablagen auf Kopfhöhe, in deren Böden quadratische Löcher gestanzt sind. Fahrgäste, die stehen müssen, versuchen auch, wenn der Zug unruhig fährt, dass sie sich dort festhalten. Sie greifen dabei fast zwangsläufig mit den Fingern durch diese Löcher. Falls es zu einer abrupten Vollbremsung kommen sollte oder gar zu einem Aufprall, kann man sich vorstellen, wo die Finger ohne die Hand landen. Die Bleche mit ihren quadratischen Löchern können wie Messer wirken. Wie ich in einem vorhergehenden Kommentar schon angedeutet habe ... Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Genehmigung des Personentransportes auf der Schiene durch die zuständige Aufsichtsbehörde, auch den Transport stehender Fahrgäste in diesen Wagontypen beinhaltet. > Das wäre ein Skandal. > Es ist bekannt, dass sich in den Regionalzügen jeden Tag während Pendlerzeiten mehr Fahrgäste befinden als Sitzplätze vorhanden sind. > Es ist bekannt, dass diese Züge mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind. > Die von mir angesprochenen Risiken für die stehenden Fahrgäste müssen auch der DB bekannt sein. > Das würde bedeuten, dass die DB wissentlich, also vorsätzlich einen Teil ihrer Fahrgäste einem m.A. nach nicht tolerierbaren Risiko an körperlicher Gefährdung aussetzt. Ich denke, diese Wagontypen werden deutschlandweit eingesetzt. ... überall in Deutschland, insbes. während Pendlerzeiten das gleiche Szenario. Man stelle sich vor, neutrale Prüfer, falls das EBA nicht "anspringt", würden die Situation begutachten und den gleichen Rückschluß ziehen wie er sich mir zeigt ... Oh oh, das kann bös Ärger für die DB auslösen. "Mehr Platz für Fahrräder im Regionalexpress" ... seitens der DB wird dieses Thema so schnell keiner mehr aussprechen Das Thema lautet dann eher ... "Mehr Sitzplätze für die Fahrgäste im Regionalexpress"

Roland Totzauer 04.05.2016 - 18:28:48

"Schlagen mit den Köpfen gegen alles Mögliche"

Fazit: "Ein Schlag auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen". Ich wünsche allen sitzenden, stehenden und radelnden Bahnkunden weiterhin viel Erfolg: Erst beim Bahn- und später beim Radfahren! Das Leben ist schön.

Piefke Saga 04.05.2016 - 15:28:44

... und ich denke nicht, dass die DB die Zahl der Wagons erhöht, um Platz für Fahrräder

zu schaffen. Das geht selbstverständlich auf Kosten der Sitzplätze. Nebenbei ... ein Fahrrad, so abgestellt wie sie im vorher besagten Spezialwagon abgestellt werden, nimmt den Platz für vier Sitzplätze ein Zahlen Sie für vier Fahrkarten, dabei Sie einen garantierten Platz für ihr Fahrrad bekommen? Eine ganze Wagonseite lang 100% = Totalverlust an Sitzplätzen und das alles nur wegen ein paar Fahrräder? Und die Menschen, die stehen müssen, sie schlagen mit den Köpfen gegen alles Mögliche was in Kopfhöhe montiert wurde.

Piefke Saga 04.05.2016 - 15:17:28

Quatsch, wir brauchen nicht noch mehr Fahrradkapazitäten sondern viel weniger.

Ich sehe es jeden Morgen ... Wagons, für Fahrräder eingerichtet > unten, den ganzen Wagen lang nur noch eine Klappsitzreihe an der Wand lang wie geschrieben - nur noch - die andere Seite lang nur noch Platz für Fahrräder auch hier - nur noch - Verlust an Sitzplätzen 75 % > die Etage drüber wohl kaum für Fahrräder gedacht, wer soll die hochschleppen, trotzdem eklatante Platzverschwendung für viel viel Reisegepäck ABER ! unten sieht man zwei, drei, vielleicht vier Fahrräder aber viele Fahrgäste, die stehen müssen ... wegen der Fahrräder und oben ? kein Mensch hat massig Reisegepäck dabei wenn die Züge brechend voll sind und das sind sie jeden Arbeitstag wenn die Leute zur Arbeit oder wieder nach Hause wollen Auch oben sieht man Menschen, die stehen müssen, weil Sitzplätze fehlen.

Roland Totzauer 04.05.2016 - 11:25:43

Endlich erhöht die Bahn die Fahrradkapazitäten

Schritte, wie sie hier im MOZ-Artikel beschrieben werden, sind längst dringend notwendig. Der Radtourismus entwickelt sich seit Jahren. Immer mehr Berliner und Brandenburger Bürger entdecken das Rad als Freizeit- und Fitnessgerät. Berufspendler kombinieren ihren Weg zur Arbeit mit Bahn und Rad! Die Bahnen hinken dieser Entwicklung leider noch immer hinterher. Ich nutze mein Rad im Alltag und in meiner Freizeit. Wer Fahrrad fährt und dabei auch mal eine Bahn nutzt, entlastet den Straßenverkehr und entlastet das Klima! Wir brauchen dringend noch mehr Radwege und in den Zügen dringend noch mehr Fahrrad-Abteile!

Piefke Saga 04.05.2016 - 08:20:18

So so, aufgrund Beschwerden derer, die ihre Fahrräder nicht mitnehmen konnten?

Wegen dieser Drahtesel wurden schon jede Menge Sitzplätze für Fahrgäste sinnlos verprasst, die dann bei Tempo 120 in den Zügen stehen müssen, weil der Platz für die Pseudoräder ihnen die Sitzplätze genommen hat. Diese für Fahrräder extra so toll eingerichteten bescheuerten Wagen ... unten klauen sie 75 % der Sitzplätze und oben 50 %. Und für was? Damit z.B. während der Pendlerzeiten zwei, drei Fahrräder abgestellt werden können? siehe RE 5 Apropos nicht genügend Sitzplätze in Regionalzügen Ich rege an, dass eruiert wird, ob die Betriebserlaubnis für die Wagen der Regionalzüge nicht so lang entzogen wird, bis diese Wagen für einen sicheren und gefahrlosen Transport stehender Fahrgäste ausgerüstet sind. Denn, das sind diese Wagen garantiert nicht. Demzufolge müsste der DB über deren Aufsichtbehörde, das Eisenbahn-Bundesamt gehörig auf die Zehen gestiegen werden. Noch mehr Platz für (nicht existierende) Fahrräder bedeutet automatisch noch weniger Sitzplätze, noch mehr Stehplätze. Stehplätze, die keine sind, keine sein dürfen, weil sie gefährlich sind. Es existieren so gut wie keine Festhaltemöglichkeiten. Schlimmer, Hutablagen u.a. wurden ausgerechnet dort in einer Höhe montiert, wo man zwangläufig stehen muss, wenn kein Sitzplatz mehr frei ist und man dann zwangsläufig mit dem Kopf dagegen stoßen muss. Link: http://www.eba.bund.de/DE/Home/home_node.html Ich fordere keine weitere Platzvergeudung für Fahrräder. Erst muss gegen das m.A. nach grob fahrlässige Verhalten der DB hinsichtlich nicht existierernden körperlichen Schutzes für seine stehenden Fahrgäste vorgegangen werden. Es kann und darf nicht sein, dass man als aufgrund fehlender Sitzplätze dazu gezwungen wird, dass man bei hoher Fahrgeschwindigkeit stehen muss und keine Festhaltemöglichkeiten vorfindet und bei jedem Gleisruckler mit dem Kopf gegen Hutablagen u.a. stößt. Sind Fahrräder wichtiger als die körperliche Unversehrtheit der Fahrgäste?

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