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Wochenlang kämpften fünf Bewerber hart um das Bürgermeisteramt / Nun braucht ein Polit-Neuling nur noch das notwendige Quorum

Angermünder Stichwahl mit nur einem Kandidaten

© Foto: MOZ
Oliver Schwers / 06.05.2016, 08:15 Uhr
Angermünde (MOZ) Schafft der parteilose Jurist Frederik Bewer den Einzug ins Angermünder Rathaus? Diese Frage müssen die Einwohner der Stadt bei der Bürgermeisterwahl am 8. Mai beantworten. Der Polit-Neuling aus Altkünkendorf (Uckermark) ist einziger Kandidat in der Stichwahl - ein skurrile Situation.

Wochenlang tobte ein heftiger Wahlkampf zwischen fünf Bewerbern, der die gesamte Stadt beschäftigte. Auf unzähligen Veranstaltungen tingelten die Kandidaten durch die 23 Ortsteile, besuchten jede noch so winzige Vereinsversammlung, um sich vorzustellen und um Stimmen zu werben. Noch nie in den vergangenen Jahrzehnten hatte es eine solche politische Auseinandersetzung um das Bürgermeisteramt gegeben.

Doch schlagartig war der Wahlkampf zu Ende. Alles wartet nun verhalten auf den Tag der Entscheidung am 8. Mai. Denn anstelle von zwei Kandidaten steht nur noch einer in der Stichwahl. Frederik Bewer, der überraschend mit großem Abstand die erste Runde gewonnen hatte, ist einziger Name auf den Stimmzetteln. Die Bürger können am Sonntag ein Ja oder Nein ankreuzen.

Zustande gekommen ist diese Situation, weil der 40-Jährige nur knapp die Mehrheit im ersten Wahlgang verfehlt hat. Er holte zwar die meisten Stimmen, aber eben nicht die erforderlichen mehr als 50 Prozent. Der zuvor als einer der Favoriten gehandelte Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Olaf Theiß (SPD) blieb weit hinter Bewer zurück. Enttäuscht wollte er sich nicht mehr der Stichwahl stellen und legte seine Kandidatur nieder.

Doch damit muss sein früherer Konkurrent Frederik Bewer um die ausreichende Wahlbeteiligung fürchten. Bei nur einem Namen auf dem Stimmzettel sinkt in solchen Fällen meist das Interesse am Urnengang beträchtlich. Entsprechend dem Wahlgesetz muss er jedoch nicht nur die meisten Ja-Stimmen bekommen, sondern auch mindestens 15 Prozent aller wahlberechtigten Angermünder für sich gewinnen. Das wären knapp 1900 Stimmen. Eigentlich keine Hürde, hatten sich doch in der ersten Runde über 3000 Wähler für ihn entschieden. Doch ist der Ausgang von Stichwahlen stets eine Sache mit viel Ungewissheit.

Verfehlt Bewer das notwendige Quorum, ist die gesamte Wahl ungültig. Dann wählt die Stadtverordnetenversammlung selbst einen Bürgermeister. Damit wäre dann wieder alles möglich. Amtsinhaber Wolfgang Krakow (SPD) fällt aus und geht in den Ruhestand. Er war von der eigenen Partei nicht mehr aufgestellt worden und unterlag seinem Konkurrenten Olaf Theiß. Diesem wirft man in der Stadt Wahltaktik vor, obwohl er bereits nach seiner Wahlniederlage gegen Bewer verkündet hatte, in dieser Wahlperiode für eine erneute Kandidatur nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Doch hinter den Kulissen wird bereits in verschiedenen Fraktionen über mögliche Neubewerber gekungelt. Dagegen verwahrte sich der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen. Er rief offen zur Wahlbeteiligung auf, um die Direktwahl durch den Bürger nicht in Frage zu stellen. Ob Angermünde am Sonntagabend einen neuen Bürgermeister bekommt, liegt nun in der Hand der Wähler.

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