Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bewer ist Bürgermeister

Oliver Schwers / 08.05.2016, 19:43 Uhr - Aktualisiert 08.05.2016, 22:18
Angermünde (MOZ) Er hat es geschafft: Frederik Bewer wird neuer Bürgermeister von Angermünde. Mit deutlicher Mehrheit der abgegebenen Stimmen zieht der Parteilose ins Rathaus ein. Die Wahlbeteiligung war überraschend hoch, obwohl nur ein Kandidat auf den Stimmzetteln stand.

Am 08.05.2016 gaben mehr als 5000 Wähler bei der Stichwahl zum hauptamtlichen Bürgermeister von Angermünde Frederik Bewer ihre Ja-Stimme. Damit wird Bewer neuer Bürgermeister.
Bilderstrecke

Stichwahl zum hauptamtlichen Bürgermeister in Angermünde

Bilderstrecke öffnen

Die Angermünder haben der direkten Demokratie die Treue gehalten. Sie stehen hinter dem Juristen aus Altkünkendorf, der als Politneuling die Amtsgeschäfte der Stadt übernehmen und Wolfgang Krakow (SPD) nach zwei Legislaturperioden ablösen soll. Allen Unkenrufen zum Trotz war die Wahlbeteiligung mit 44,2 Prozent überraschend hoch und übertraf sämtliche Erwartungen. Normalerweise sinkt sie immer dann, wenn es nur einen Bewerber gibt. Doch 5092 Wähler wollen den Neuanfang mit einem parteilosen Bürgermeister. Nur 253 stimmten mit "nein".

Bewer hatte mit seinem überragenden Ergebnis in der ersten Wahlrunde am 10. April die anderen vier Konkurrenten hinter sich gelassen. Nachdem der Zweitplatzierte Olaf Theiß (SPD) einen Tag später überraschend seine Kandidatur zurückzog, musste der 40-Jährige aus Altkünkendorf um das notwendige Quorum fürchten. Denn die Wahl ist nur gültig, wenn ein Kandidat nicht nur die meisten Stimmen bekommt, sondern auch mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten für sich einnimmt.

Doch schon genau 18 Minuten nach Schließung der Wahllokale hatte Frederik Bewer die notwendige Stimmenzahl bei der Auszählung erreicht. Daraufhin brach ein Riesenjubel im überfüllten Ratssaal aus. Mit Beifallsstürmen quittierten die Bürger das Wahlergebnis und beglückwünschten den neuen Bürgermeister zu seinem Sieg. "Bei allem Gerede um die Politikverdrossenheit ist das ein wahrhaft historisches Ergebnis", so Frederik Bewer. "Es zeigt, dass die Bürger es wollen und dass es geht." Amtsinhaber Wolfgang Krakow überreichte ihm vor rund 100 Zuschauern, die die Auszählung direkt auf Großleinwand verfolgten, ein Miniatur-Rathaus aus Keramik und übergab ihm damit quasi im Vorgriff auf den offiziellen Akt die Amtsgeschäfte. Blumen gab es von Wahlleiterin Sabine Jacob. Dann folgten Glückwünsche der Familie, von Freunden, Wahlhelfern und Bekannten.

Mit dem Ergebnis zeigt Angermünde, dass die Direktwahl von Bürgermeistern nicht - wie häufig befürchtet - in Frage steht, auch wenn es am Ende nur noch einen Bewerber in der Stichwahl gibt. "Ich habe im Vorfeld nicht daran gezweifelt, dass das Quorum erreicht wird, aber nicht so deutlich", so Wolfgang Krakow. Am 27. Juni wird er seinen Schreibtisch räumen und das Dienstzimmer an seinen Nachfolger übergeben. Mit dem Gedanken hat er sich nach so vielen Dienstjahren inzwischen angefreundet. Leicht wird es ihm dennoch nicht fallen, die Rathaustür hinter sich zu schließen.

Frederik Bewer kostete an diesem Wahlabend die Jubel-Stimmung aus. Er feierte mit Unterstützern und Familie den eindeutigen Erfolg. "Es ist wunderbar", so seine erste Reaktion nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse. "Die Leute haben ein Zeichen gesetzt trotz des verlängerten Wochenendes, trotz der Stichwahl mit nur einem Kandidaten."

Vorausgegangen war ein hitziger Wahlkampf mit unzähligen Terminen. Noch nie in den vergangenen Jahrzehnten hat Angermünde eine solche öffentliche politische Auseinandersetzung erlebt wie in den jüngsten Monaten. Die ursprünglich fünf Bewerber reisten durch alle 23 Ortsteile, nahmen an Vereinssitzungen teil, besuchten öffentliche Veranstaltungen, verteilten massenhaft Flugblätter. Und selbst nach dem ersten Wahlgang, als Bewer nur noch allein dastand, machte der Einzelkandidat unentwegt weiter.

In den kommenden Wochen kann sich der neue Verwaltungschef auf seine neue Aufgabe vorbereiten. Am 28. Juni beginnt dann der Ernst des politischen Geschäfts.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG