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Zweite Stufe der Lärmaktionsplanung verabschiedet / Kaum Einfluss auf Maßnahmen bei der Bahn

Weniger Krach und Feinstaub

Olav Schröder / 09.05.2016, 20:15 Uhr
Bernau (MOZ) Die sogenannte zweite Stufe der Lärmaktionsplanung für Bernau ist von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig verabschiedet worden. Die bereits vorliegenden Planungen sind hierfür um die Lärmkartierung des Schienenverkehrs aktualisiert und ergänzt worden.

Die Lärmaktionsplanung ist nicht unumstritten. Nicht, weil der Bedarf an einer Verringerung des Lärms in den Städten und Gemeinden angezweifelt wird. Kritisiert wird vielmehr häufig die mangelnde Verbindlichkeit der Planung. So stellte Bernaus Bürgermeister André Stahl (Linke) bereits im Hauptausschuss fest, das "erhebliche Erhebungen" die Grundlage für die Planung liefern, letztere aber nicht verbindlich sei. Bedauerlicherweise werde niemand zur Durchführung der Planung angehalten. Sie sei daher nur "bedingt sinnvoll", diene aber zumindest der Sensibilisierung. Die Stadtverwaltung arbeite gegenwärtig an Lösungen für den Einrichtungsverkehr.

In der Lärmaktionsplanung laufen zwei Bereiche zusammen. 2008 hatte das Europäische Parlament eine Richtlinie für saubere Luft erlassen. In Bernau waren damals an mehr als 35 Kalendertagen im Jahr Überschreitungen der Feinstaubbelastung festgestellt worden, so dass die Luftreinhalteplanung in der Zuständigkeit des Land fortzusetzen war. 2014 hat die Stadt zusammen mit dem Land die Verkehrsentwicklungsplanung 2025 mit dem Lärmaktionsplan erarbeiten lassen. Der Entwurf lag öffentlich aus, Stellungnahmen und Hinweise wurden abgewogen. Nunmehr wurden die Daten zum Schienenverkehr eingearbeitet.

Das vom Bundesverkehrsministerium aufgelegte Verkehrslärmschutzpaket II aus dem Jahr 2009 gibt vor, dass die Belästigungen durch den Schienenlärm bis zum Jahr 2020 um 50 Prozent zu reduzieren sind. In dem Maßnahmekatalog zur Lärmminderung beim Schienenverkehr in Bernau wird zwar darauf hingeweisen, dass es "eine Vielzahl von wirksamen Maßnahmen" hierfür gibt, deren Möglichkeiten aber oft nicht genutzt werden. Dies liege daran, dass ein Großteil der besonders wirksamen Maßnahmen nicht im Einflussbereich der Kommunen liege. Diese Effekte könnten insbesondere durch den Austausch der Klotzbremsen und die Errichtung von Schallschutzwänden erreicht werden.

Voraussichtlich erhebliche Umweltauswirkungen werden in der Lärmaktionsplanung dem Bau einer Entlastungsstraße attestiert. Dabei handelt es sich um die schon vor mehreren Jahren diskutierte Variante vom Bernauer Ortseingang an der Zepernicker Chaussee (L 314) bis zur Schwanebecker Chaussee (L200) und weiter bis zur Börnicker Chaussee (L30). Die Streckenführung soll mit der Bahntrasse verknüpft werden.

Die Lärmaktionsplanung kommt zu dem Schluss, dass durch den Bau dieser Straße höhere Entlastungseffekte im Hinblick auf die Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxid auf dem Innenstadtring erfolgen, als wenn der Bau unterbliebe. Gleichzeitig wird aber auch mit einer Verstärkung der Belastung im Bereich Börnicker Straße/Börnicker Chaussee gerechnet. Grundsätzlich könne das Ziel, die EU-Grenzwerte einzuhalten und damit eine Verbesserung der hier lebenden Menschen zu erreichen, mit beiden Fällen erreicht werden.

Darüber hinaus wird aber auch auf nachteilige Folgen hingewiesen. So komme es zu Verlusten an Biotopen insbesondere in der Pankeniederung. Weitere Flächen würden durch den Straßenbau versiegelt. Auch die Erholungsnutzung entlang der Panke wäre beeinträchtigt. Mit dem Bau der neuen Straße würden außerdem die Mobilität des Kraftfahrzeugverkehrs gefördert und die Zerschneidung von Lebensräumen erhöht.

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Andreas Neue 10.05.2016 - 06:47:42

Weniger Krach und Feinstaub

Weniger Krach und Feinstaub MOZ am 10.05.2016 Schlimmer als zu Zeiten des Exbürgermeisters Handke Eine Messung der Feinstaubbelastung auf einer Sandpiste mit morgendlichen und abendlichen Schülerverkehr wäre schnell beendet, weil die Apparatur verstopft wäre. Wir reden nicht nur von Feinstaub, wir sprechen über im Sommer geschlossene Fenster und Wäsche die nicht draußen trocknen kann. Und da sind noch die Löcher auf der Sandstraße. Bis 28 cm tief und eigentlich sinnvoll, weil die Autofahrer damit gebremst werden. Die Radkappen und den Nachschalldämpfer, den neulich ein Auto verloren hatte, haben wir weggeräumt. Nun geht die Saison wieder los, die Staubwolken und der Schmutz der in jede Ritze kriecht. Im Waldfrieden wurde Splitt aufgebracht und planiert. Der Zustand der Straßen war gar nicht mal so schlimm aber der Mitarbeiter / Anwohner vom Rathaus hat sicher dort alles gut geplant. In den Nibelungen wohnt er jedenfalls nicht. Feinstaub messen in der Lohmühlenstraße seit Jahren, wird sicher einen Grund haben. Wir, die draußen, peripherer wohnen und kein neues Laufband auf neuem Pflaster erhalten, wir atmen den Dreck weiter ein. Autowaschen ist sinnlos und die Stadtverwaltung um Linderung zu bitten, das ist auch ohne Erfolg. Zu Zeiten des abgewählten Bürgermeister Handke wurden zumindest die tiefsten Schlaglöcher begradigt, nun passiert nichts mehr oder man planiert wo es nichts zu planieren gibt. Und dies nicht mit dem Schild , sondern mit Schilda. Nach 26 Jahren, nach der friedlichen Wiedervereinigung, da blühen zwar die Blumen an der B 2 aber die abgerostete Straßenlampe aus DDR- Zeiten hängt hier noch so wie vor 20 Jahren an ihrem einsamen Mast. Schlaf weiter Rathaus, wir hoffen auf die nächsten Wahlen. Bis dahin lassen wir die Fenster zu. Andreas Neue

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