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Eine neue Leidenschaft

Im Café in Altranft: Radprofi Thorsten Rund mit seiner Tochter Johanna
Im Café in Altranft: Radprofi Thorsten Rund mit seiner Tochter Johanna © Foto: MOZ/Birte Förster
Birte Förster / 11.05.2016, 06:25 Uhr
Altranft (MOZ) Der ehemalige Radprofi Thorsten Rund hat seine Karriere als Radsportler beendet und betreibt seit 2014 zusammen mit seiner Frau das Café im Schloss Altranft. Seine Erfahrungen als Rennradfahrer gibt er nun an den Nachwuchs weiter.

Weltmeisterschaften in Australien, Ecuador, Manchester und Bordeaux, Olympische Spiele in Sydney, Silber- und Bronzemedaillen. Bis zu 40000 Kilometer im Jahr auf dem Rad. Das alles ist inzwischen Vergangenheit. "Das war vor 40 Kilo", sagt Thorsten Rund schmunzelnd. Inzwischen fahre er kaum noch Rad, erzählt der ehemalige Radprofi. Nur noch kurze Strecken beim Training mit den Kindern. Ob ihm das Radfahren fehlt? "Überhaupt nicht", sagt er. "Irgendwann war einfach die Leidenschaft weg", bringt er es auf den Punkt.

Mit seiner Tochter Johanna auf dem Schoß sitzt er an einem der dunklen, rustikalen Tische in seinem Café im Altranfter Schloss. In dem liebevoll dekorierten Raum mit Blick in den Park herrscht eine gemütliche Atmosphäre. Dorthin hat sich vor anderthalb Jahren seinen neuen Lebensmittelpunkt verlagert. Zusammen mit seiner Frau betreibt er das Café im Schloss - ein richtiger Familienbetrieb. Denn einige der fünf Kinder, die Teil der Patchwork-Familie sind, helfen im Café mit. Besonders bei größeren Veranstaltungen wie der Eröffnung des Museums am Ostersonntag waren auch die älteren Kinder eingebunden. Der 15-jährige Paul stand hinter der Eistheke, die 13-jährige Laura half beim Abräumen. "Wir sind froh, dass der Museumsbetrieb weitergeht. Wir sind glücklich mit der Situation", sagt der 40-Jährige, der ursprünglich aus Lübben stammt. "Uns macht es Spaß".

Auch, wenn für ihn selbst die Zeit auf dem Fahrrad beendet ist, gibt er seinen Erfahrungsschatz nun neben der Arbeit im Café auch als Trainer weiter. Seit Kurzem bietet er immer donnerstags um 15.30 Uhr ein Radtraining am Schloss Altranft für Kinder ab acht Jahren an, die dafür trainieren möchten, irgendwann an Radrennen teilzunehmen. Wichtig sei ihm dabei vor allem, dass es Spaß bringe, betont Thorsten Rund, der eine Trainer C-Lizenz hat. Interessierte könnten ein paar Mal ein kostenloses Probetraining machen. Wer langfristig dabei bleiben möchte, müsste irgendwann Mitglied im RSC Cottbus werden, für den er das Training anbietet. Mehrmals im Jahr plant er mit den Kindern künftig auch ein Radrennen zu veranstalten. "Damit die Kinder schon mal Wettbewerbsluft schnuppern", sagt er. Aber der Radprofi hat für die Zukunft noch weitere Pläne: Wenn es sich gut entwickelt, wolle er irgendwann vielleicht selbst einen Verein gründen, erzählt er.

Mit der Begeisterung für den Sport hat er inzwischen auch seine Kinder angesteckt. Der 15-jährige Paul ist in der Sportschule in Cottbus, die 13-jährige Laura geht auf ein Reitinternat in Neustadt/Dosse. Sein Sohn habe erst mit Fußball angefangen, irgendwann habe er zum Radsportverein gewechselt, erzählt Thorsten Rund. Aber alles sei freiwillig und ohne Druck seinerseits, betont der Vater. "Er soll einfach machen".

Thorsten Rund kam selbst in jungen Jahren zum Radsport. Bei einem Sportfest in der Schule wurde er eigentlich der Gruppe Gewichtheben zugeordnet. "Aber ich habe gegen Radfahren getauscht", erinnert er sich. Danach war er vom Radsport begeistert und blieb dran. Später ging er auf die Sportschule in Cottbus. Nach der Schule machte er erstmal eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Danach folgte schließlich eine Karriere im Radsport. Er fuhr in den Teams Coast und Bianchi, unter anderen zusammen mit Sportlern wie Jan Ulrich und Fernando Escartin. "Ich bin stolz, mit ihnen zusammen gefahren zu sein", sagt er. Auch an vielen Sechstagerennen nahm er teil. Über den Radsport bereiste er die ganze Welt, hatte Trainingslager oder Wettkämpfe auf Mallorca, in Mexiko oder Kolumbien. "So bin ich viel herumgekommen", sagt der 40-Jährige. Er habe in den Jahren viel erlebt. Irgendwann kam dann der Zeitpunkt aufzuhören. "Es war eine geile Zeit", blickt er zurück. Nun ist ein neuer Lebensabschnitt dran.

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