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Helfende Hände auf vier Rädern

Täglich im Einsatz: 30 Mitarbeiter sind beim Pflegedienst "Im Oderbruch" aktiv - nicht alle waren für das Gruppenfoto vor Ort. Leiterin Anne Rothe (rechts) wird bei den Touren immer von Yorkshire-Dame Mausi begleitet.
Täglich im Einsatz: 30 Mitarbeiter sind beim Pflegedienst "Im Oderbruch" aktiv - nicht alle waren für das Gruppenfoto vor Ort. Leiterin Anne Rothe (rechts) wird bei den Touren immer von Yorkshire-Dame Mausi begleitet. © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 14.05.2016, 05:33 Uhr
Wriezen (MOZ) Mit ihren Flitzern sind sie täglich im Oderbruch, im Oderland und auf der Höhe im Einsatz. Seit fünf Jahren bedienen die Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes "Im Oderbruch" die Bedürfnisse ihrer Kunden. Leiterin Anne Rothe blickt auf die Entwicklung zurück.

Wer das holprige Kopfsteinpflaster am Wriezener Hafen zu den Bahnschienen hoch fährt, erahnt nicht, welche Flitzer sich hinter den Büschen und dem alten Kalkofen verstecken. In blau, weiß oder rot rauschen die 15 Pkw mehrmals am Tag vom Gehöft.

Seit zwei Jahren ist dort der Pflegedienst "Im Oderbruch" ansässig. Obwohl, so richtig sesshaft sind die Mitarbeiter des privaten Pflegeunternehmens nicht. Durch das gesamte Oderbruch rauschen sie täglich vom frühen Morgen bis in den späten Abend. Erreichbar sind die 30 Mitarbeiter, darunter zwei Männer, um Leiterin Anne Rothe rund um die Uhr.

Bereits um 5.30 Uhr beginnt der Arbeitstag für die Frühaufsteher unter den Pflegekräften und Krankenschwestern. Dann der Weg auf unterschiedliche Touren: "Wir bedienen Kunden in Falkenberg, Hohenwutzen Bad Freienwalde, Wriezen, Neutrebbin, Neulewin und Güsterbieser Loose", erklärt Anne Rothe und fügt noch die Oderlandtour hinzu: "Dort sind unsere Mitarbeiter von Harnekop-Sternebeck bis Haselberg unterwegs." Neu hinzugekommen sei auch Batzlow.

Wie ist es möglich, ein so großes Gebiet tagtäglich abzudecken? "Mittlerweile sind wir 30 Kräfte in verschiedenen Bereichen", erklärt Anne Rothe, die das Unternehmen seit November 2011 leitet und damit fast ein Mitglied der ersten Stunde ist. Nur wenige Monate zuvor, im gleichen Jahr, wurde der Versorgungsdienst gegründet. Damals noch mit vier Mitarbeitern.

Über das Engagement ihrer Kollegen ist die Leiterin dankbar. "Ohne die Zusammenarbeit wäre der Dienst nicht umsetzbar." Auch wenn sie in punkto Zuverlässigkeit schon andere Erfahrungen gemacht habe. Aus diesem Grund könne sie neuen Mitarbeitern vorerst nur einen befristeten Vertrag von 18 Monaten anbieten. Danach sei eine unbefristete Stelle möglich. Bedarf gebe es genügend - auf Seite der Kunden als auch auf Seite der Fachkräfte. Nicht umsonst sei das Unternehmen in den letzten Jahren gewachsen.

Abgedeckt werden drei große Bereiche von den Oderbruch-Pflegern: zum einen die Behandlungspflege. Dahinter versteckt sich die medizinische Versorgung - etwa das Anziehen von Kompressionsstrümpfen, das Anlegen von Wundverbänden oder die Medikamentenvergabe. Ein zweiter Bereich sei die Pflegeleistung, die die Körperpflege, Wohnungsreinigung, Einkauf, Wäschewaschen und vieles mehr umfasse. Und auch in der Betreuungsleistung seien einige der Mitarbeiter aktiv, erklärt Anne Rothe. Dieses Angebot beinhalte unter anderem Gedächtnistraining oder das Spazierengehen mit den Klienten. "Unsere Kunden sind im Schnitt zwischen 55 und 100 Jahre alt", sagt Anne Rothe. Ein Trugschluss sei es, dass die Pflegefachkräfte nur ältere Menschen betreuen. "Wir haben auch mal Kinder dabei. Zum Beispiel Grundschüler, die ihre Insulinspritze bekommen müssen", sagt die 33-jährige Wriezenerin.

Besonders stolz ist sie auf ein konkretes Angebot: die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) - eine Rundumversorgung für Menschen, die im Sterben liegen. Gerade bei solchen Fällen sei eine Mischung aus Sensibilität und Distanz gefragt. Im Kopf bleiben bestimmte Fälle immer, sagt Anne Rothe. Dann sei es wichtig, sich mit Kollegen auszutauschen oder eine Supervision in Anspruch zu nehmen.

In den kommenden Jahren will die Leiterin eine weitere Idee umsetzen. Im Kopf schwebt ihr eine Seniorenresidenz.

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