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Frankfurter Fußballfest zur Gründung des SV Eintracht und FC Viktoria lässt viele Erinnerungen wach werden

Freude am Spiel und aufs Wiedersehen

Kerstin Bechly / 16.05.2016, 19:32 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) 17 ehemalige und noch aktive Fußballer des einstigen FC Viktoria und 18 vom SV Eintracht haben die Organisatoren für das Fußballfest des 1. FC Frankfurt gewinnen können. Nach dem Jubiläumsspiel, das an die Gründung beider Vereine vor 25 Jahren erinnerte, genossen alle das Zusammensein.

"Bei uns kamen alle 17 Mann plus eine Frau zum Einsatz. Alle wollten spielen, auch wenn wir vielleicht dadurch weniger Tore erzielt haben", erzählte Eintracht-Betreuer André Lingk mit Blick auf den 5:3-Erfolg für Viktoria nach fast einstündigem Dauerregen.

Es war das erste Spiel dieser Art auf einem Großfeld und soll, da waren sich viele einig, in regelmäßigen Abständen wieder stattfinden. Auch wenn die Kondition mit dem Alter nachlässt, wie Thomas Bleck feststellte. "Aber man merkt, dass wir eine sehr gute Ausbildung hat", resümierte der 42-Jährige nach seinem Einsatz, den er mit zwei Toren für Viktoria krönte und sich damit so torfreudig wie zu aktiven Zeiten zeigte.

"So hat er früher nie geschossen", frotzelte Torwart Gunnar Berntsen nach dem Tor von Marcel Herbst. Für beide Ex-Viktorianer gab es vor allem einen Grund für ihr Kommen: nach vielen Jahren einstige Weggefährten wiedertreffen. Nach den ersten Fragen zum privaten und beruflichen Werdegang kamen die Enddreißiger immer wieder auf ein Jahr zu sprechen: "Als wir 1997 den Aufstieg von der Verbandsliga in die Oberliga schafften. Vier, fünf Spieler waren gerade aus dem Jugendbereich zu den Männern gewechselt. Dass wir das erreicht haben, war unserem Trainer Mathias König zu verdanken, der damals gleichzeitig bei den Männern mitspielte", erinnert sich Marcel Herbst, während Gunnar Berntsen nach wie vor dankbar ergänzt: "Er hat viel private Zeit in zusätzliches Torwarttraining investiert". Von seiner Fußballausbildung profitiert Marcel Herbst, der jetzt in Großbeeren lebt, noch heute: "Durch meine Jungs bin ich Jugendtrainer in unserem Fußballverein geworden und kann viel aus meiner aktiven Zeit rüberbringen".

Immer wieder waren beim Fußballfest Episoden aus der Geschichte beider Vereine und die Fusion 2012 ein Thema. Unzufriedene Viktorianer hätten 1911 den FFC Eintracht gegründet, erinnerte Rolf Strecke, langjähriger Präsident des späteren SVE. 1991 hätte Eintracht gegen Viktoria eine Wette und sogar das Spiel gegen den Gegner gewonnen. Und 1994 von Viktoria einen Trikotsatz erhalten, um in einheitlicher Kleidung spielen zu können. Währenddessen kann sich Stadionsprecher Andy Arndt noch gut an die Vereinsfahrten der Viktorianer nach Polen und Tschechien erinnern. Auch eine Auswahl alter Trikots sowie Plakate mit Mannschaftsfotos zum Mitnehmen lassen in Erinnerungen schwelgen.

Die Fusion beider Vereine 2012 zum 1. FC Frankfurt E.V. - das E steht für Eintracht, V für Viktoria - sagt rückblickend nicht nur André Lingk, sei eine gute Entscheidung gewesen. Der einstige Kapitän von Eintracht hatte die Mannschaft am 27. Juni 1993 gegen die "große" Eintracht vom Main ins Feld geführt, wechselte 2006, nachdem er aufgrund eines Skiunfalls das Fußballspiel aufgeben musste, ins Traineramt und betreut inzwischen mit Veit Seiring, ebenfalls ein Eintrachtler, die Reserve des 1. FC Frankfurt, die als Tabellenzweiter in der Kreisoberliga auf einen Aufstieg hoffen kann.

Die jüngere Geschichte beider Vereine ist auch Markus Derling immer noch präsent. Ab 2002 Präsident von Eintracht war er in die ersten Fusionsgespräche einbezogen und führt seit 2012 die Geschicke des 1. FCF. Mit Blick auf die nächsten drei Jahre sind ihm vor allem zwei Entwicklungen wichtig: "Es sollte uns gelingen, die Männermannschaft fest in der Oberliga zu etablieren, nicht immer wieder auf- und abzusteigen. Und wir setzen alles daran, ein guter Ausbildungsverein zu bleiben und mit der Sportschule noch enger zu kooperieren. Ich hoffe, dass das eine oder andere Unternehmen unser Nachwuchspotenzial erkennt und jungen Fußballern einen Ausbildungsplatz anbietet, damit sie hier bleiben können."

Viktoria: Stefan Ammer, Gunnar Berntsen - Thomas Bleck, Florian Krause-Hein, Thomas Simon, Sven Theis, Björn Keller, Daniel Birkner, Mike Rietpietsch, Joe Jurchen, Andy Peschke, Lars Philipp, Klaus Hering, Mathias König, Stefan Reich, Marcel Herbst, Dirk Konzer

Eintracht: Matthias Kreutzer - Detlef Ehresmann, Jens Tischer, Oliver Müller, Falko Georgi, Christopher Krüger, Wulf Kokoschka, Olaf Neumann, Mario Bochow, Miro Dorenburg, Karsten Holzki, Robert Reschke, Patrick Eggert, Yvonne Röwert, Uwe Drust, Steve Graeber, Benjamin Ehresmann, Tilo Eschenbach

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