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Geschichte der Klosterkirche atmen

Offene Klosterkirche: Dieter Arndt (3.v.r) vom Förderverein der Altfriedländer Kirche entführte die Teilnehmer der Nacht der offenen Kirche auf eine Wanderung durch die Geschichte. Hier zeigt er auf einen der Totenkränze, die einst jung Verstorbenen mit i
Offene Klosterkirche: Dieter Arndt (3.v.r) vom Förderverein der Altfriedländer Kirche entführte die Teilnehmer der Nacht der offenen Kirche auf eine Wanderung durch die Geschichte. Hier zeigt er auf einen der Totenkränze, die einst jung Verstorbenen mit i © Foto: Matthias Lubisch
Ines Rath / 17.05.2016, 21:52 Uhr
Altfriedland (MOZ) Mehr als 50 Besucher haben am Pfingstsonntag die Einladung des Fördervereins der Klosterkirche Altfriedland zur ersten Nacht der offenen Kirche angenommen. In Ortsvorsteher Dieter Arndt hatten sie einen kompetenten Führer durch die Geschichte der Kirche.

Der Kirchenraum war in warmes, rotes Licht getaucht, ein Scheinwerfer ließ die große, weiße Taube im Sonnenkranz über dem Altar erstrahlen. "Stellen Sie sich vor: Wir sind im Mittelalter. Die Nonnen des Zisterzienserklosters kommen zur Frühmesse." So begrüßte Dieter Arndt am Sonntagabend die Besucher zur Veranstaltung "Die Steine reden" - und schaltete den Recorder an. Liturgischer Gesang eines Frauenchores erfüllte die Klosterkirche. Die sei um 1270 bis 1280 errichtet worden. Die 1,20 Meter dicken Außenmauern sind das Einzige, was vom ursprünglichen Bau noch übrig geblieben ist, begann Dieter Arndt seinen gedanklichen Rundgang durch die Geschichte der vor der Klosterruine stehenden Kirche.

Nach der Reformation durch den Kurfürsten geschlossen, hätten Kloster und Kirche lange leer gestanden, waren verfallen. "Es gab ja noch eine Stadtkirche im Ort", erklärte Altfriedlands Ortsvorsteher zum Erstaunen der meisten Besucher. Kaum einer weiß heute noch, dass Friedland, wie es einst hieß, das so genannte niedere Stadtrecht hatte. Erst als die evangelische Stadtkirche, ein Fachwerkbau, baufällig war und abgerissen wurde, besann man sich auf die Klosterkirche zurück.

1732/33 wurde die Klosterkirche, wie sie im Volksmund stets hieß, offiziell aber erst seit den 50-er Jahren, wieder auf- und ausgebaut. Etwa alle 100 Jahre sei seitdem in und an der Kirche "etwas grundlegend umgebaut oder saniert" worden, resümierte der Altfriedländer. Mit Blick auf feuchte Wände und den maroden Dachstuhl schloss er: Es sei wieder an der Zeit. Bei seinem virtuellen Rundgang richtete Dieter Arndt den Blick der Besucher auf die zwei Epitaphientafeln, den 1938 gemalten Kirchenhimmel mit seinen Wolken und Engeln sowie auf die Totenkränze überm Gestühl. Letztere seien jung Verstorbenen als Ersatz für die versäumte Hochzeit mit ins Grab gegeben worden, erinnerte Arndt an einen alten Brauch. Das Spiel der betagten Altfriedländer Organistin Dorothea Blache auf der Schuke-Orgel der Klosterkirche wurde am späten Abend per Rekorder eingespielt.

Zum Internationalen Museumstag an diesem Sonntag sind Klosterruine und Kirche von 14 bis 16 Uhr geöffnet, es gibt einen Vortrag zu den Klostergärten.

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