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Nesthäkchen in neuer Gestalt

Anna Fastabend / 22.05.2016, 19:19 Uhr
Eberswalde (MOZ) 150 Neugierige strömen am Sonnabend auf die Baustelle der Kita Nesthäkchen. Die Stadt hat zu einer Besichtigung eingeladen. Baudezernentin Anne Fellner, Architektin Katja Dörner und Ingenieur Ralf Dieme berichten vor Ort über die Neuerungen im Innen- und Außenbereich.

Julia und Steven Fritsche können es kaum erwarten, dass ihre kleine Tochter Annabelle endlich wieder in die Kita nebenan geht. Zurzeit bringen sie die Dreijährige in die ein paar Kilometer entfernte Kita Gestiefelter Kater. Doch sie müssen sich noch gedulden. Es dauert von Sonnabend an 107 Tage, bis die Finower Kita Nesthäkchen in neuer Gestalt wiedereröffnet. Leiterin Marion Brückner verteilt deshalb 107 Gummibärchen an die Besucher, um ihnen die Wartezeit zu versüßen. Die 56 Kindergarten- und 32 Krippenkinder werden laut Plan am 5. September zurückziehen. Vier Gruppen soll es dann in jedem Bereich geben.

Die Stadtverwaltung hat den Tag der Städtebauförderung zum Anlass genommen, Interessierte über den Zwischenstand zu unterrichten. Die Kommunen präsentieren an dem Tag die Projekte, in die Bundes- und Landesfördermittel geflossen sind. "In Finow wurden bisher rund 5 Millionen Euro investiert", berichtet Baudezernentin Anne Fellner. 1,5 Millionen Euro für die energetische Sanierung der Kita Nesthäkchen miteingerechnet. Von diesen 1,5 Millionen bezahlt die Stadt selbst 800 000 Euro für ihr dieses Jahr größtes Bauvorhaben.

Es hat sich eine Menge verändert in der Schulstraße 30. Aber es ist noch nicht alles fertig. Familie Fritsche betritt über ein Holzbrett den Rohbau. Später wird das Gebäude über barrierefreie Rampen zu begehen sein, berichtet Fellner. Drinnen ist es heiß. Die Heizung bollert. "Wir müssen ordentlich durchheizen, damit der Estrich trocknet."

Die Heizung, eine Pelletkesselanlage, ist eine der großen Neuerungen. "Mit dieser Ökoheizung werden pro Jahr 25 Tonnen CO2 eingespart", erklärt Ingenieur Ralf Dieme. Die Holzpellets sollen von regionalen Anbietern bezogen werden. Sie werden bis zu drei Mal im Jahr angeliefert und in den 20 Kubikmeter großen Lagerraum neben der Heizanlage gefüllt. Eine Fußbodenheizung wärmt die Räume. "Wir haben uns gegen Heizkörper entschieden, weil sie Platz wegnehmen und die Kinder sich daran verletzen können", sagt die Baudezernentin.

Ohne gefährliche Ecken und Kanten soll natürlich auch der bereits errichtete 95 Quadratmeter große Multifunktionsraum bleiben. Er ist neu gebaut worden und ergänzt den Altbau und die aus DDR-Zeiten stammende, nun wärmegedämmte und mit bunten Platten verzierte Baracke. "Dort kann Sport gemacht, Theater gespielt und getobt werden", erklärt Fellner. Durch die große Fensterfront mit Blick in den Garten kommt viel Licht hinein. Wenn es mal zu sehr blendet, wird ein Sonnenschutz ausgefahren. "Wir haben die gesamte Elektrik erneuert", erklärt Ingenieur Dieme. Die LED-Beleuchtung ist für die dunkleren Tage. Zudem erhält die Kita eine Brandmeldeanlage, eine Sicherheitsbeleuchtung und neue Toilettenräume.

Auch der Flur ist jetzt lichtdurchflutet. Das Licht gelangt von den Gruppenräumen durch in die Wand eingelassene bullaugenförmige Fenster in den Flur. Jeweils zwei Gruppenräume sind durch eine Tür verbunden, sodass die Gruppen bei Bedarf zusammengelegt werden können, sagt Fellner. Damit der Lärmpegel erträglich bleibt, würden aktuell überall Schallschutzdecken eingebaut. "Dies ist auch deshalb wichtig, weil die Kita von einigen Kindern mit Hörproblemen besucht wird."

"Wir haben beim Umbau Wert auf natürliche Materialien wie Holz und Linoleum gelegt", hebt Architektin Katja Dörner hervor. Ebenfalls aus Holz wird die große Terrasse sein, die dann vom Multifunktionsraum und der Küche aus zu erreichen ist. Zudem würden Garten und Spielgeräte hergerichtet, verspricht Fellner. Insgesamt 20 Handwerksbetriebe aus der Region beteiligen sich am Umbau, so die Baudezernentin.

Familie Fritsche erkennt ihre alte Kita fast nicht wieder. "Vor allem der Sportraum und die Fußbodenheizung sind toll."

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