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Berliner laden in ihr Gärtchen ein

Berliner in Beeskow: Die Großstädter Carola und Uwe Hahn haben ihren Zweitwohnsitz seit 2011 in der Kreisstadt. Zum ersten Mal öffnen sie anlässlich des Altstadtfestes ihren kleinen, rund 300 Quadratmeter großen Garten.
Berliner in Beeskow: Die Großstädter Carola und Uwe Hahn haben ihren Zweitwohnsitz seit 2011 in der Kreisstadt. Zum ersten Mal öffnen sie anlässlich des Altstadtfestes ihren kleinen, rund 300 Quadratmeter großen Garten. © Foto: Buder
Ruth Buder / 30.05.2016, 21:43 Uhr
Beeskow (MOZ) Attraktiver Programmteil des Altstadtfestes am Sonnabend (10 bis 18 Uhr) sind die "Offenen Höfe". Vergangenes Jahr strömten hunderte Besucher in die privaten Gärten. Dieses Jahr wird in zehn Höfe und zwei Galerien eingeladen.

Zum ersten Mal dabei sind Uwe und Carola Hahn. Das Berliner Ehepaar hat seit 2011 einen Zweitwohnsitz in Beeskow und beabsichtigt, im Ruhestand gänzlich hierher zu ziehen. Schon jetzt verbringt es hier jede freie Minute. "Uns hat Beeskow - wir haben hier Freunde - schon immer gefallen. Vor fünf Jahren bot sich die Möglichkeit, dieses Haus in der Mauerstraße zu kaufen. Denn wir sind der Großstadt überdrüssig und unsere drei Kinder sind erwachsen", erzählt Carola Hahn. Die 54-Jährige arbeitet als Ausbildungsleiterin an der Humboldt-Universität, ihr Mann ist gärtnerischer Leiter im Zoologischen Garten. Die Dimensionen könnten unterschiedlicher nicht sein: In Berlin ist er Herr über 32 Hektar, in Beeskow nur über 300 Quadratmeter. Hier sieht sich der 56-Jährige als der, der die Strukturen schafft: der schmale Weg zur Brücke über den kleinen Teich durch den grünen Bogen aus Hainbuche. Seine Frau ist mehr für die ins Auge fallenden Details zuständig: "Ich liebe ja Bauerngärten und hoffe, dass bis zum Sonnabend noch einiges aufblüht." Lupine, Mohnblumen und Rittersporn wachsen in Hahns Garten, aber auch Sorten historischer Rosen oder Bambus. "Die Alpenveilchen sind leider durch, sie haben im Frühjahr sehr schön geblüht", sagt Carola Hahn. Dass sie die Camelie auf ihrem halbschattigen Platz gut über den Winter gebracht haben, freut beide.

Das Highlight aber der Honig. Uwe Hahn frönt seit 20 Jahren seiner Leidenschaft als Imker und hat Bienenstände in Berlin im Zoologischen Garten und auch in Beeskow. "In meinem Honig hat die Fusion zwischen Berlin und Brandenburg also schon stattgefunden", lacht der Neu-Beeskower. Er trennt die süßen Erträge aus den Waben nicht, alles kommt gemischt ins Glas und gibt einen besonderen Geschmack. "Denn der Honig von den Berliner Bienen schmeckt anders, weil sie von anderen Pflanzen ernten."

Bei Hahns kann man ihn am Sonnabend kosten und kaufen. Auch sonst dreht sich vieles um die Biene. Carola Hahn wird Bienenstich und Plätzchen in Bienenform backen. Zur Unterstützung beim Ausschank hat sie Freunde eingeladen. Doch ein bisschen aufgeregt ist das Paar schon: "Es ist ja sehr klein hier. Aber wenn sehr viele Besucher kommen, geht es eben in Etappen", gibt sich das Ehepaar ganz pragmatisch. Beide kennen das Altstadtfest aus den vorigen Jahren, wo es einmal total verregnet, beim nächsten sehr heiß war. Diesmal hoffen sie auf angenehmes Fest-Wetter. Warum sie aktiv mitmachen? "Wir haben viel Unterstützung von der Stadt bekommen, deshalb möchten wir mit unserer Teilnahme an den "Offenen Höfen' auch etwas zurück geben", erklärt Carola Hahn.

Offene Höfe am Sonnabend beim Beeskower Altstadtfest


■ Spreestraße 42: Mit international-kulturell gemischten Leckereien und einem Hoftrödel erwartet Familie Radam die Gäste
■ Brandstraße 21/Klosterstraße 17: Familie Voigt und Nachbarn laden ein zum mittelalterlichen Treiben.
■ Brandstraße 31: Familie Blasche und Groebe öffnen ihren Hof und die Schmuckwerkstatt.
■ Klosterstraße 4: Familie Burckhardt öffnet zum dritten Mal den "Beeskower Mönchsbiergarten", nebenher kann getrödelt werden.
■ Mauerstraße (gegenüber der Stadtbibliothek): Keramik und im Ribeckschen Haus, Schmuck und Trödel im Garten
■ Brandstraße 4: Einblicke in die Holzrestaurierungswerkstatt und "Tischgespräche" mit Michael Ensslein aus Berlin
■ Mauerstraße 19: Honig von Beeskower und Berliner Bienen kann gekostet und gekauft werde, es gibt Bienenstich und Bienenplätzchen.
■ Berliner Straße 28: Krumnows empfangen ihre Gäste mit Kaffee, Kuchen und Kunst
■ Berliner Straße 42: Rostylsav Voronko stellt in seinem Atelier seine Landschafts- und Porträtbilder vor.
■ Kirchplatz 5: Freies Aquarellmalen für Anfänger und Blechkuchen bietet das Malven-Atelier an.
■ Ältestes Haus. Kirchgasse: Kesselsuppe, Kunst und Spiel erwartet die Gäste
■ Kirchplatz 4: Kaffee und Kuchen in der Alten Schule, Landfrauen aus Görzig bieten Handarbeiten, Grundschüler Keramik an. Auch der "Eine-Welt-Laden" aus Frankfurt (Oder) ist mit einem kleinen Sortiment dabei.

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