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Anerkennung nach Auslandseinsatz

Seit 2015 in der von-Hardenberg-Kaserne: Hauptmann Claudia Birkholz trifft heute auf den Außen- und den Bundesinnenminister in Berlin
Seit 2015 in der von-Hardenberg-Kaserne: Hauptmann Claudia Birkholz trifft heute auf den Außen- und den Bundesinnenminister in Berlin © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 01.06.2016, 06:50 Uhr
Strausberg/Berlin (MOZ) Heute begeht Deutschland den Tag des "Peacekeepers", des Friedenserhalters. Unter jenen, die aus dem Anlass für Einsätze der UN, EU, OSZE und NATO geehrt werden, befindet sich auch Hauptmann Claudia Birkholz aus dem Presse- und Informationszentrum vom Kommando Heer in Strausberg.

Seit gut 14 Tagen weiß Claudia Birkholz, dass sie heute bei der Festveranstaltung im Auswärtigen Amt in Berlin mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) dabei sein wird. Sie sei überrascht gewesen, dass sie zu den Geehrten gehört, sagt sie. Aber sie nehme dies gern an - "stellvertretend für alle, die mit mir im Einsatz waren". Jeweils drei von insgesamt rund 3400 Soldatinnen/Soldaten, 170 Polizeibeamtinnen/-beamte bzw. über 200 zivilen Experten, mit denen Deutschland aktuell an Missionen weltweit beteiligt ist, werden ausgewählt.

Claudia Birkholz war von Januar bis Mai 2015 bei der Kosovo Force (KFOR) tätig - als Versorgungs- und Umschlagführer und Marketenderoffizier in Prizren, einer Großstadt im Süden des Landes. Sie habe einen Tante-Emma-Laden für die Versorgung hauptsächlich der deutschen Soldaten in der Region geführt, aber auch für Kräfte aus anderen Ländern, so aus Österreich oder der Türkei, erläutert die 33-Jährige. "Da gab es alles vom 20-Cent-Feuerzeug über Hygieneartikel, Zigaretten, Zeitschriften bis hin zu Süßigkeiten und Getränken", erzählt sie. Sie sei für die Bestellungen der aus Deutschland gelieferten Waren zuständig gewesen, für das Prüfen der Bestände zum Beispiel auf Haltbarkeitsdaten und die Versorgung verschiedener Einrichtungen. "Wir haben auch die Hauptstadt Pristina beliefert", so die Offizierin, die bereits die Einsatzmedaille der KFOR in Bronze erhalten hatte.

Natürlich sei ihr bewusst, dass die "Bedrohungslage" im Kosovo eine andere gewesen sei als zum Beispiel in Afghanistan, Mali oder vor Somalia. Sie habe sich das Land anschauen und Leute kennen lernen können, die andere Kultur und das Konfliktpotenzial verstehen gelernt. "Aber man ist eben auch vier Monate nicht zu Hause", nennt sie den entscheidenden Unterschied zum normalen Truppendienst.

Den hatte sie 2005 angetreten. Nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau hatte die Berlinerin gemerkt, dass das "nicht meins" gewesen sei und sich bei der Bundeswehr beworben. Nach der Grundausbildung studierte sie an der Bundeswehr-Uni München Betriebswirtschaftslehre. Erste Station danach war das Transportbataillon Ellwangen (Baden-Württemberg). 2012 schloss sie ihre Offiziersausbildung ab und wurde nach Brandenburg zum Logistikbataillon Beelitz versetzt. Als Zugführer und nebenamtlich Presseoffizier.

Bei einer Übung sei man auf sie aufmerksam geworden, so dass sie nach Rückkehr aus dem Auslandseinsatz ins Presse- und Informationszentrum vom Kommando Heer nach Strausberg wechseln konnte. Medienarbeit sei ihr Ding, hat die Hauptstädterin festgestellt. Deshalb würde sie nach Ablauf ihrer Jahre als Offizier auf Zeit 2017 gern in dem Bereich als Berufsoffizier weitermachen. Auch ihr Mann ist übrigens Berufsoffizier. Mit ihm will sie die wenige gemeinsame Zeit nutzen und genießen. Beide hätten sich deshalb gegen Kinder entschieden. Auch weil sie ein "100-Prozent-Mensch" sei, Aufgaben komplett erledige und nicht auf die Uhr schauen wolle, weil zum Beispiel die Kitazeit drücke.

Strausberg kennt Claudia Birkholz übrigens nicht erst seit dem Wechsel zum Kommando Heer: Als Jugendliche sei sie am Bötzsee baden gewesen, und sie habe auf der anderen Straßenseite bei der AIK ihre Ausbildung als Presseoffizier durchlaufen.

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