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Shahak: Wie Schach und Hak

Shahak Shapira am Mittwoch in der Buchhandlung Tieke.
Shahak Shapira am Mittwoch in der Buchhandlung Tieke. © Foto: MZV/Euent
Sandra Euent / 02.06.2016, 15:33 Uhr
Rathenow (MOZ) Aufgrund technischer Schwierigkeiten - ein Apple-Laptop versteht sich eben nicht mit jedem Beamer - begann am Mittwoch die Lesung des in Berlin lebenden Jungautors Shahak Shapira in der Rathenower Buchhandlung Tieke mit einer halben Stunden Verspätung. Die ersten Lacher hatte der 28-jährige Jude mit seiner Vorstellung: Er heiße Shahak, wie Schach und Hack zusammen.

Doch nicht alle Witze des Autors, der in Tel Aviv geboren wurde und 2002 nach Laucha in Sachsen-Anhalt gezogen ist, kamen gut an. Manchmal hatte man das Gefühl, dass es der Generationsunterschied zwischen Publikum und Autor sein könnte (Juden- und Holocaust-Witze), manchmal der Unterschied zwischen dem Berliner und den Brandenburgern (Schwabenwitze), die dazu führten, dass einige seiner Aussagen nur zu verwirrten Gesichtsausdrücken führten. Als Shahak Shapira dann aber vom Erzählen zum Lesen überging, lauschten alle gebannt. Und das obwohl Shapira von sich selbst behauptete, nicht gut lesen zu können. Ab und zu kämpfte er dann auch mal mit der Aussprache einzelner Wörtern. Deutsch ist eben nicht seine Muttersprache. Sein erstes deutsches Wort sei übrigens "Umleitung" gewesen. Sein Buch "Das wird man ja wohl noch schreiben dürfen" ist autobiografisch. Es schildert die Erlebnisse, die er als junger Jude in der sachsen-anhaltinischen Provinz so erlebte, inklusive Neonazi-Bezirksschornsteinfeger, der auch noch Kinder im Fußballverein trainiert.

Aber auch aus der Zeit in Israel las er vor, als er als Dreijähriger mit der Mutter im Bunker Elefant und Astronaut spielte. Im speziellen Kinder-Gasschutzanzug war er der Astronaut, seine Mutter mit der Gasmaske der Elefant. Auch las er von ernsten Themen wie seinem Großvater, der im Warschauer Getto war und den Holocaust als einziger seiner Familie überlebt hatte. Allein wie er zu seinem Buchuntertitel - "Wie ich der deutscheste Jude der Welt wurde" - blieb er schuldig. Dafür wird man das Buch dann wohl lesen müssen.Text/Foto: Euent

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