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VFBQ übernimmt Kleiderkammer mit Möbelhof der Arbeitsfördergesellschaft Märkische Schweiz

Freienwalder retten Sozial-Projekt

Lisa Mahlke / 27.04.2017, 07:30 Uhr
Müncheberg/Bad Freienwalde (MOZ) Die Arbeitsfördergesellschaft Märkische Schweiz befindet sich in Liquidation. Ihre Kleiderkammer mit Möbelhof in Müncheberg wird trotzdem weiter existieren - denn der Bad Freienwalder VFBQ übernimmt die Trägerschaft ab 1. Mai.

Links Betten, rechts Betten, eine Schrankwand aus Holz und eine rot-braune Sofagarnitur. Neben diesen Möbeln begrüßen einen beim Betreten des Möbelhofes und der Kleiderkammer in Müncheberg zwei Schaufensterpuppen - eine kleine mit Kinderkleidung, eine größere mit Brautkleid und Schleier. Weiter hinten Kühlschränke, eine Waschmaschine, grüne Gummistiefel, Regenjacken in allen möglichen Farben, Schuhe. Hier werden Möbel und Textilien verkauft, vor allem an sozial Bedürftige - und das seit 25 Jahren.

Der bisherige Träger, die Arbeitsfördergesellschaft (AFG) Märkische Schweiz, befindet sich seit November 2015 in Liquidation. "Es war immer mein Ziel, das Projekt weiterzuführen", sagt deren Geschäftsführer Joachim Kretschmann. "Es ist uns gelungen, mit dem VFBQ einen kompetenten Partner zu finden." Der Verein zur Förderung von Beschäftigung und Qualifizierung in Bad Freienwalde ist ab 1. Mai neuer Träger des Müncheberger Möbelhofes und der Kleiderkammer.

Einkäufer der Bad Freienwalder Möbelkammer werden nun sicher nicht nach Müncheberg fahren, um zu stöbern, merkte VFBQ-Geschäftsführerin Irmgard Roth an. Doch die Mitarbeiter können das Warenangebot nun gleichmäßiger verteilen. "Es gibt in jeder Einrichtung Sachen, die nicht weggehen, sogenannte Ladenhüter", bestätigt Joachim Kretschmann. Irmgard Roth weist außerdem darauf hin, dass es in Bad Freienwalde nur eine Möbel- jedoch keine Kleiderkammer gibt. Doch oft wollen Spender nicht nur Möbel, sondern auch Kleidung abgeben. "Das können wir jetzt hier anbieten."

Sechs Mitarbeiter sind derzeit in der Kleiderkammer und im Möbelhof angestellt und alle bleiben auch beim neuen Träger VFBQ in dem Projekt beschäftigt. "Ich bin sehr stolz, dass alle weiter hier eine Beschäftigung haben", sagt Joachim Kretschmann. Die Lösung mit dem VFBQ sei deshalb vorteilhaft, weil der Verein bereits Erfahrung im Bereich Möbel habe. Die Freienwalder Möbelkammer gibt es seit 20 Jahren. "Umgekehrt hat Bad Freienwalde aber auch viel von uns übernommen, zum Beispiel Dokumentation, Warenpräsentation und Kundenbehandlung", stellt er fest.

Die Kunden seien überwiegend Menschen, die auf staatliche Zuschüsse angewiesen sind, erläutern Joachim Kretschmann und Irmgard Roth. "90 Prozent sind sozial Bedürftige", sagt der AFG-Geschäftsführer. Wer das nachweisen kann, bekommt Nachlässe. "Sozialhilfeempfänger sind keine Menschen zweiter Klasse. Sie befinden sich nur in einer besonderen Situation. Wenn sie schon mit dieser klarkommen müssen, sollen sie das nicht auch bei uns negativ zu spüren bekommen."

So gebe es in der Kleiderkammer zum Beispiel keine Wühltische. "Jemand, der uns besuchen kommt, steht vor ordentlichen und sortierten Regalen", erklärt er. Alles werde fein säuberlich nach Größen und Sorten geordnet. "Alles, was jeder auch zu Hause hat, zwischen Fußboden und Decke, kann man bei uns finden."

Die Mitarbeiter nehmen nach wie vor sowohl in der Kleiderkammer und im Möbelhof in Müncheberg, Ernst-Thälmann-Straße 25, als auch in der Möbelkammer in Bad Freienwalde, Wasserstraße 18, Spenden entgegen. In Müncheberg sind die Öffnungszeiten montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr sowie freitags von 8 bis 14 Uhr. Die Möbelkammer in Bad Freienwalde ist immer von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 16 Uhr und am Freitag von 9 bis 14 Uhr geöffnet.

Kontakt: Möbelhof und Kleiderkammer Müncheberg, Telefon 033432 89131 (täglich zu den Öffnungszeiten); Möbelkammer Bad Freienwalde, Telefon 03344 32440

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