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Von Berlin-Orchester bis Neue Deutsche Welle

NDW-Star: Hubert Kah singt nicht nur. Er ist auch oft in Reality-Shows zu sehen.
NDW-Star: Hubert Kah singt nicht nur. Er ist auch oft in Reality-Shows zu sehen. © Foto: Veranstalter
Andrea Linne / 09.06.2016, 23:55 Uhr
Oranienburg (OGA) "Ich seh den Sternenhimmel" von Hubert Kah gehört zu den ungebrochenen Hits der Neuen Deutschen Welle, die noch heute jeder mitsingen kann, der die Zeit erlebt hat. In Oranienburg gastiert der Musiker am Sonnabend ab 19 Uhr - gemeinsam mit vielen anderen Gästen.

Dabei setzt die Stadt Oranienburg mit diesem großen Konzert vor allem auf eine bunte Mischung an Musikrichtungen und Künstlern, die sich selten in dieser Paarung begegnen.

Denn neben Hubert Kah, der zuletzt vor allem als schwitzender und schweigender Teilnehmer einer Reality-Show auf einem heißen Kontinent von sich Reden machte, gastieren weitere NDW-Stars der 1980er-Jahre auf der Bühne am Schlossplatz.

Da wären Geier Sturzflug zu nennen, die immerhin den Ohrwurm "Wir steigern das Bruttosozialprodukt" herausbrachten und noch immer gern in die Hände klatschen, während das Publikum laut mitbrüllt. Oder auch Frl. Menke mit "Traumboy" oder "Tretboot in Seenot", die sich zuletzt öffentlich verlobte und boulevardesk promotete, dass sie krank war.

Ihre Fans haben das ebenso begleitet wie die Fernsehauftritte ihrer Bühnenpartner, die sich wie Sänger Friedel Geratsch von Geier Sturzflug heute von einem Stadtfest zum anderen durcharbeiten und nicht immer nur gute Zeiten erlebt haben. Der 61-Jährige hat beispielsweise eine lange Alkoholsucht überwunden und überlebt, und auch von Hubert Kah, der eigentlich Hubert Kemmler heißt, und Frl. Menke sind verschiedene mehr oder minder öffentliche Abstürze bekannt. Das macht sie menschlich und bringt sie dem Publikum nah. Sicher auch in Oberhavel.

Während sich nach einstündiger DJ-Parade am Samstag dann aber sichtbar der Sternenhimmel über Oranienburg neigen sollte, kommen weitere Musiker zu ihren Jahr-Feier-Auftritten. Und die sind nicht minder interessant wie die der NDW-Wellenreiter von einst, die manchem Zuhörer sicher auch ein Stück Jugendlichkeit unter gerundete Bäuche und gerunzelte Gesichter hauchen wollen.

Da wäre das Berlin Show Orchestra zu nennen, das nicht nur aus guten Musikern besteht, sondern schon Künstlern wie Ute Lemper oder Jimmy Somerville zu musikalischem Glanz verhalf.

Beim großen Spektakel in Frankfurt/Main vor einem Jahr zu 25 Jahren Deutsche Einheit ging das Orchestra mit seinen Kernkompetenzen voran und begleitete die unzähligen Stars. Auch mit Michael Bublé und Udo Jürgens stand es auf der Bühne. Entertainment steht auf dem Siegel der Vollblutmusiker, und professionellste Instrumentenhandhabung ist garantiert. Jeder Sound von Klassik bis Pop wird zudem mit Akrobatik, Show und herausragendem Unterhaltungswert verwoben.

Wenn die Stars der Instrumente die NDW-Klassiker begleiten, dürften da ganz neue Effekte der Liedgebung zu beobachten und zu hören sein. Aber das entscheiden die Orchestra-Musiker manchmal auch ganz kurz und entschlossen noch aktuell, schließlich verstehen sie ihr Handwerk und verehren die Künstler auf ihre Weise, die sie so begleiten, als wäre dies ein Novum der Musikgeschichte.

Später am Abend ist dann der Special Guest, wie es heute heißt, also der Höhepunkt der Show, zu erleben: Der britische R'n'B-Sänger Roachford betritt die Bretter, die Oranienburg bedeuten.

Seit seinem 1988er-Debüt zählt der Sohn westindischer Einwanderer zu den größten Stimmen Europas, die sich in diesem musikalischen Bereich erfolgreich bewegen. Aufgewachsen ist Roachford mit Soul, Reggae und Jazz, aber auch Folk und Rockmusik. Sein Großvater war ein bekannter Jazz-Saxofonist.

Diese Vielfalt hat sich der 51-Jährige bewahrt, er integriert alle Einflüsse in seine Musik und wird sicher auch dem Oranienburger Publikum einiges zu bieten haben.

Schon im Alter von 18 Jahren konnte der gut aussehende Brite mit dem Hit "Cuddly Toi" Goldene Schallplatten einheimsen. Später machte der Soul-Rocker auch Reden von sich, indem er zeitlose Lovesongs präsentierte - echte Ohrwürmer. Entdeckt haben will den Briten übrigens der Musiker Terence Trent D'Arby, der seinen Armeedienst in Deutschland versah und mit "Wishing Well" einen Nummer-Eins-Hit landete. Der US-Amerikaner feierte in den 80er-Jahren große Erfolge und stand schon mit Andrew Roachford gemeinsam auf der Bühne. Letzterer ist seit 2010 außerdem Sänger von Mike & the Mechanics. Seine Live-Auftritte sind eher selten und können sicherlich zu den Höhepunkten der 800-Jahr-Feier Oranienburgs gezählt werden.

Gegen 22.45 Uhr wird eine farbenprächtige Multimedia-Show das Schloss erleuchten, und noch ein Feuerwerk ist zu erleben. Die Stadt lässt es sich nicht nehmen, auch den zweiten Festsonnabend krachend und schallend zu Ende zu bringen. Das ganze Programm wird sich bis Mitternacht hinziehen, immer wieder spielt das Berlin Show Orchestra auf, begleitet die Bühnenkünstler und unterhält auf einzigartig-sportive Weise die Zuhörer.

Der Eintritt zu diesem unterhaltsamen Abend ist kostenfrei.

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