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Erste Schritte zur Vermittlung

Dankbar und nervös: Einige Flüchtlinge, die am bbw-Projekt "PerF" in Wriezen teilnehmen, stellen sich vor regionalen Unternehmern vor. Die Veranstaltung hat das Ziel, Asylbewerber mit Arbeitgebern bekannt zu machen.
Dankbar und nervös: Einige Flüchtlinge, die am bbw-Projekt "PerF" in Wriezen teilnehmen, stellen sich vor regionalen Unternehmern vor. Die Veranstaltung hat das Ziel, Asylbewerber mit Arbeitgebern bekannt zu machen. © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 14.06.2016, 06:05 Uhr
Wriezen (MOZ) Viele Beteiligte, ein Ziel: die Vermittlung von Ausbildungen und Praktika zwischen regionalen Unternehmern und Flüchtlingen. Am Montag informierten Träger und Veranstalter bei einer Netzwerkveranstaltung über die betriebliche Integration von Asylbewerbern.

"Danke, dass Sie gekommen sind", formulierte es einer der Flüchtlinge, die sich am Montag in der Wriezener Niederlassung des Bildungswerks der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg (bbw) vor regionalen Unternehmern vorstellten.

Der Betrieblichen Begleitagentur (bea-Brandenburg) und dem bbw schwebte mit dieser Veranstaltung vor, eine Verbindung zwischen Flüchtlingen und Unternehmern zu schaffen, um die Integration in den Arbeitsmarkt voranzutreiben, ein Kennenlernen zu bewirken und offene Fragen zu beantworten, sagte Dana Manthey, Projektleiterin der bea-Brandenburg.

Um die Vermittlung und den Austausch zu intensivieren, hatten die Veranstalter Vertreter der Agentur für Arbeit Märkisch-Oderland, dem Jobcenter, dem Netzwerk "Integration durch Qualifikation" sowie von der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer aus Frankfurt (Oder) eingeladen.

Im Mittelpunkt standen jedoch die Unternehmer aus der Region und die Flüchtlinge, die derzeit das Projekt "Perspektiven für Flüchtlinge" - kurz PerF - besuchen, erklärte Volker Eckloff, Niederlassungsleiter des bbw Bildungszentrums Ostbrandenburg. Das Programm in Wriezen sei mit 40 Flüchtlingen am 4. April gestartet. Derzeit gebe er bereits einen zweiten Durchgang, so Eckloff. Anfragen für einen weitere Durchgang gebe es von vielen Flüchtlingen. In der Maßnahme werden die Asylbewerber unter anderem auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und die Deutschkenntnisse verbessert.

Auftraggeber des bbws und somit des Projekts sind die Agentur für Arbeit und das Jobcenter. "Wir haben solche Jobbörsen bereits in Strausberg veranstaltet", erklärte Kerstin Kurths-Buchloh, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit Märkisch-Oderland. Zu den Veranstaltungen in Strausberg seien sogar Flüchtlinge aus Bad Freienwalde mit dem Fahrrad gekommen, berichtete sie. "Ich möchte gar nicht wissen, wann die an diesem Tag aufgestanden sind, um pünktlich bei uns zu sein."

Von der Motivation der Flüchtlinge wussten auch die bbw-Mitarbeiter positiv zu berichten. "Unsere Teilnehmer sind alle pünktlich und hochmotiviert. Wir haben bislang keine schlechten Erfahrungen gemacht", sagte Projektleiter Sebastian Stranz. Viele der Teilnehmer aus dem Projekt konnten bereits in eine berufspraktische Kompetenzermittlung - oder vereinfacht in ein Praktikum - vermittelt werden.

Ob ein Flüchtling dieses Praktikum absolvieren könne, hänge von mehreren Bedingungen ab, sagte Kerstin Kurths-Buchloh. Entscheidend sei der Aufenthaltsstatus. Sei der Antrag für Asyl vom Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgelehnt, könne der Flüchtling noch so viele Zusagen von Firmen haben, ohne Aufenthaltsgenehmigung komme er nicht weiter. "Diese Verfahren können eine Woche bis ein Jahr dauern, sind unsere Erfahrungen", so die Geschäftsstellenleiterin der Arbeitsagentur. Nach Märkisch-Oderland seien seit vergangenem Jahr 14 Ärzte aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern gekommen. "Diese wollen wir natürlich in der Region halten", sagte Kerstin Kurths-Buchloh. Zudem gebe es viele Jugendliche, die ohne Eltern oder Familien geflüchtet sind. Auch diese könnten für Praktika vermittelt werden. Regionalen Unternehmern empfahl sie dafür den Kontakt zum Oberstufenzentrum Märkisch-Oderland.

Wenn Unternehmer ein Jobangebot haben und der Flüchtling seinen Aufenthaltsstatus, der Wohnort aber weit weg sei, werden auch Umzüge unterstützt, so Kerstin Kurths-Buchloh. Bedingung sei allerdings, dass die Sprachkenntnisse stimmen, der Bewerber Qualifikationen vorweisen kann und eine Bleibewahrscheinlichkeit gegeben ist. Ähnlich verhalte es sich bei dem Ablegen der Führerscheinprüfung. Für solche und andere Fragen standen die Vermittler am Montag zur Verfügung.

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