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Kunsthistoriker hält bewegende Ansprache auf 84-jährigen Künstler Claus Weidensdorfer

"Er ist einfach ein Klassiker"

Gibt Autogramme: Der Künstler Claus Weidensdorfer (l.) stellt seine Arbeiten in Altlangsow aus.
Gibt Autogramme: Der Künstler Claus Weidensdorfer (l.) stellt seine Arbeiten in Altlangsow aus. © Foto: MOZ
Josphin Hartwig / 20.06.2016, 05:57 Uhr
Altlangsow (MOZ) "Songs in Schwarz und Weiss" heißt die Ausstellung von Claus Weidensdorfer, die am Sonnabend feierlich im Altlangsower Schul- und Bethaus eröffnet worden ist.

Der 84-jährige Künstler war dafür extra aus Dresden angereist. 30 kunstinteressierte Besucher und Freunde des Malers sahen als Erste die Ausstellung und konnten nicht anders, als sich von den Arbeiten verzaubern zu lassen.

"Claus Weidensdorfer ist mein alter Freund und Mentor", sagte Helge Leiberg, der die Ausstellung möglich gemacht hatte.

Bewegende Worte fand auch der Kunsthistoriker Christoph Tannert, der schon seit etwa 30 Jahren mit dem Künstler befreundet ist, in seiner Eröffnungsrede. "Zu sehen sind hier typische Weidensdorfer Blätter. Es gibt keine Technik die er nicht in höchster Form anwendet", sagte er. Die Bilder sind erotisch, kraftvoll, aussagekräftig und sehr verschieden. Weidensdorfer schafft es, mit wenigen Kreidestrichen etwa ein schreiendes, schmerzverzerrtes Gesicht zu erschaffen, in das sich der Betrachter verlieren kann. Dann gibt es Bilder, die nicht Schwarz und Weiß gehalten sind, sondern vor leuchtenden Farben strotzen und beispielsweise die Phasen einer Liebesbeziehung zeigen. "Seine bildliche Syntax hat etwas Verschmitztes", erklärte Christoph Tannert. Weidensdorfer tauche farbiges Licht ins Chaos, zeige federnde Rhythmen und Linien, bringe das Einmalige, das Authentische hervor.

Claus Weidensdorfer sei ein Ausnahmekünstler, dessen Stil psychologisch direkt sei und der sich weigere, Dinge in Watte zu packen. Seine Liebe zur Jazzmusik ist in vielen der 28 ausgestellten Bilder deutlich.

Die Verbundenheit zur Musik griff auch Lothar Fiedler, der für die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung an der Gitarre sorgte, auf. Denn ein Bild des Künstlers zeigt den Jazzmusiker Joe Sachse. "Claus Weidensdorfer hat die Verbindung von bildender Kunst und Musik geprägt. Für mich ist es etwas ganz Besonderes, diese Bilderschau zu eröffnen", erklärte Fiedler.

"Man hat das Gefühl, etwas Rares zu sehen", sagte Christoph Tannert und schüttelte zum Ende seiner Rede, dem Mann, der ihm künstlerisch so viel beigebracht hat, noch einmal die Hand. "Er ist einfach ein Klassiker." Bis zum 17. Juli sind die Zeichnungen und Grafiken von Claus Weidensdorfer im Schul- und Bethaus zu sehen.

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