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Für jeden eine Orgelpfeife

Leuchtende Einladung: Jeden Abend sorgt eine Zeitschaltuhr dafür, dass das "Folkstheater" durch die Fenster vom früheren Theatercafé strahlt.
Leuchtende Einladung: Jeden Abend sorgt eine Zeitschaltuhr dafür, dass das "Folkstheater" durch die Fenster vom früheren Theatercafé strahlt. © Foto: Club Real
Frauke Adesiyan / 28.06.2016, 06:58 Uhr
Frankfurt (MOZ) Für einen Tag werden die Lichter im Kleist-Theater wieder angehen. Das Künstlerkollektiv Club Real lädt am 16. Juli zum "Tag des offenen Tors". Konzerte und Führungen sind geplant und die Gründung eines Folkstheaters im Zeichen des Herings.

Das Künstlerkollektiv Club Real um Marianne Ramsay Sonneck und Georg Reinhardt hat Großes vor am 16. Juli im früheren Kleist-Theater. Ein Ensemble soll gegründet werden, ein bürgerengagiertes Gegentheater namens "Folkstheater/Teatr Ludowy". Dafür haben die Künstler einiges investiert, sind mit der Bauaufsicht durch das alte Haus gegangen und haben mit Kindern der nahen Kästner-Grundschule Zukunftsvisionen für das längst verlassene und inzwischen verwilderte Gelände entwickelt. Und sie haben Lampions im Theatercafé aufgehängt, auf denen Anwohner und Passanten schon seit Wochen bei Dunkelheit den als Einladung gemeinten Schriftzug "Folkstheater" lesen können.

"Wir wollen das Haus öffnen, es wieder in den Blickwinkel der Leute rücken", erklärt Marianne Ramsay-Sonneck das Anliegen. Um dieses Anliegen nicht allein weiter zu tragen, soll das Ensemble aus engagierten Frankfurtern gegründet werden. Dafür können alle Interessierten einen Kunst-Parcours durchlaufen. "Jeder, der seine Stadt mit neuen Ideen und künstlerischen Ansätzen verändern will, ist willkommen", betonen die Künstler. Es werden Orgelpfeifen für eine mobile demokratische Orgel gebaut, permanent kann man in den Heringstanz mit einer eigens für diesen Tag erdachten Choreografie einsteigen und dem Hering persönlich begegnen.

"Wie es nach der Gründung mit dem Ensemble weitergeht, wissen wir auch noch nicht genau", gibt Marianne Ramsay-Sonneck zu. Aktiv soll es aber nach dem Aktionstag bleiben und am besten auch über den zweijährigen Arbeitsaufenthalt hinaus, für den das Kollektiv Club Real im Kleist Forum beheimatet ist und partizipative Kunstformen mit den Frankfurtern entwickelt.

Doch die Ensemblegründung ist nicht der einzige Programmpunkt für den 16. Juli. Ab 14 Uhr wird das Fest eröffnet, es werden Fahnen gehisst, auf denen die Grundschüler ihre Visionen bebildert haben. Ab 14.30 Uhr werden dann ehemalige Angestellte des Theaters und andere Experten durch das Haus und über das Gelände führen und ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen. Während des gesamten Tages bis 22 Uhr wird es eine gastronomische Versorgung im Biergarten und im Theatercafé geben. Ab 18 Uhr ist eine Zukunftswerkstatt geplant, bei der verschiedene Gruppen ihre Vorstellungen davon präsentieren, was mit dem Gelände in Zukunft passieren könnte. Um 19 Uhr beginnt schließlich eine Abschlussparty, bei der unter anderem das Frankfurter Pop-Up-Blasorchester und die Band Arctic Fallout auftreten werden.

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