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Vorstoß zum Regionalexpress RE3

© Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 28.06.2016, 08:01 Uhr
Bernau/Eberswalde (MOZ) Für einen 30-Minuten-Takt auf der Regionalexpress-Linie RE 3 machen sich die Landräte von Barnim und Uckermark, Bodo Ihrke und Dietmar Schulze (beide SPD), in einem Brief an Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) stark. Unterstützt werden sie von Bürgermeistern und Amtsdirektoren.

Ausgerüstet mit Campingstuhl, Zeitung, Strickzeug und Schachspiel fanden sich am Sonnabend in Biesenthal etwa 80 Frauen und Männer auf dem Bahnsteig in Richtung Berlin ein und warteten gemeinsam auf den RE 3 - doch auch diesmal umsonst. Der Regionalexpress rauschte wieder durch und lies die vielen potentiellen Fahrgäste einfach stehen.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 hat sich die Bahnanbindung der Stadt Biesenthal deutlich verschlechtert. Der Umstieg zwischen Regionalbahn und Regionalexpress in Bernau ist nicht mehr möglich, so dass sich die Fahrtzeiten nach Berlin verlängert haben.

Dies war der Anlass für die Gründung einer breiten Bürgerinitiative, die seitdem mit zahlreichen Veranstaltungen und Protestaktionen die Forderung eines Halts des RE3 in Biesenthal erhebt. "Trotz unzähliger Gespräche mit den Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Verkehrsplanung gibt es noch immer keinen stündlichen Halt des RE 3 in Biesenthal", stellt Thomas Janoschka von der Lokalen Agenda 21 Biesenthal fest. "Zwar konnte als erster Schritt der Halt einiger Ergänzungs- und Nachtzüge durchgesetzt werden. Leider passiert es aber immer wieder, dass selbst diese dann ausfallen oder verkürzt nicht bis zu ihrer Endhaltestelle fahren", stellt er fest.

"Die Biesenthaler brauchen eine schnelle Anbindung an Berlin. In weniger als einer halben Stunde wären die zahlreichen Pendler beispielsweise am Berliner Hauptbahnhof. Dabei würden für die Bahn so gut wie keine zusätzlichen Kosten entstehen", ist sich Janoschka sicher.

Wie wichtig die Regionalexpress-Linie RE 3 für die Region Barnim-Uckermark ist, machen die Landräte Bodo Ihrke und Dietmar Schulze, die Bürgermeister der Städte Angermünde, Bernau, Eberswalde, Prenzlau und Schwedt sowie die Amtsdirektoren von Biesenthal-Barnim und Britz-Chorin-Oderberg in einem Brandbrief an Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider deutlich. Der RE 3 nehme eine wesentliche und erhebliche Rolle für die verkehrliche Erschließung der Landkreise Uckermark und Barnim ein, schreiben die Verwaltungschefs an die Ministerin. In den Jahren 2009 bis 2013 seien die Fahrgastzahlen im Schienenpersonennahverkehr in der Region um 16 Prozent gestiegen. Das entspreche einem Zuwachs von rund 900000 Fahrgästen. Gleichzeitig stiegen die Pendlerzahlen zwischen Berlin und Brandenburg um 53 Prozent an. Sie stellen "die Überlastung der Linie RE 3 zwischen Eberswalde und Berlin insbesondere zu Pendlerstoßzeiten, eine ungenügende Anzahl durchgängiger Züge zwischen den Großstädten Berlin und Stettin und ungenügenden Platz für die Fahrradmitnahme" fest. "Für die Stärkung der Landkreise Uckermark und Barnim, insbesondere die Mittelbereiche Prenzlau, Schwedt, Eberswalde und Bernau als Anker der Region, müssen die bestehenden Taktfolgen von 60 auf 30 Minuten ganztägig verdichtet werden", fordern die Verwaltungsspitzen aus Barnim und Uckermark und bitten die Ministerin, sie "hinsichtlich der erforderlichen Taktverdichtung der Regionalexpresslinie RE 3 für eine nachhaltige und wirtschaftliche Entwicklung des Nordostens Brandenburgs zu unterstützen".

Der Amtsdirektor von Biesenthal-Barnim, André Nedlin, hätte es gern gesehen, wenn die Forderung nach einem Halt des RE 3in Biesenthal aufgenommen worden wäre. Doch seine Bitte blieb unberücksichtigt. Dennoch hat er den Brief unterschrieben. "Es geht um die Entwicklung der gesamten Region Barnim-Uckermark", sagt Nedlin - und hofft darauf, dass Biesenthal doch noch zu seinem Recht kommt. Eine Antwort aus dem Potsdamer Infrastrukturministerium steht allerdings noch aus.

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