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Für Aktionstag am 1. Oktober werden noch Ideen gesucht / Veranstaltung gilt als Generalprobe für Feste im kommenden Jahr

Ostbahn-Anlieger feiern 150. Jubiläum

Verkehrsknotenpunkt: Der Umsteigebahnhof Werbig ermöglicht Fahrgästen, von der Strecke Frankfurt-Eberswalde in die Ostbahn und damit nach Küstrin oder Berlin umzusteigen.
Verkehrsknotenpunkt: Der Umsteigebahnhof Werbig ermöglicht Fahrgästen, von der Strecke Frankfurt-Eberswalde in die Ostbahn und damit nach Küstrin oder Berlin umzusteigen. © Foto: Ulf Grieger
Ulf Grieger / 29.06.2016, 06:53 Uhr
Küstrin-Kietz/Gusow (MOZ) Der Abschnitt zwischen Küstrin-Kietz und Gusow, der späteren Ostbahn, ist am 1. Oktober 1866 eröffnet worden. Aus diesem Anlass habe sich Bürgermeister und Ortsvorsteher der Anliegergemeinden darauf verständigt, den Tag in diesem Jahr besonders zu begehen. Jede Station bereitet etwas vor.

Golzows Bürgermeister Frank Schütz hatte die Inititative ergriffen, nachdem ihn Fahrgäste durch die roten Infotafeln am Bahnhof auf das 150. Jubiläum aufmerksam gemacht hatten. In einem ersten Arbeitsgespräch mit Werner Finger, Bürgermeister von Küstriner Vorland, Karlheinz Klein, Bürgermeister von Gusow-Platkow, und Werbigs Ortsvorsteher Wolfgang Kadler wurden Absprachen dafür getroffen, wie der 1. Oktober gestaltet werden soll. "Wir sehen diesen Tag als eine Generalprobe dafür an, wie im kommenden Jahr das 150. Jubiläum der gesamten Strecke von Küstrin/Kostrzyn nach Berlin begangen werden kann", sagt Frank Schütz.

Geplant ist, dass im Bahnhof Küstrin-Kietz über die Geschichte dieses Verkehrsknotenpunktes informiert wird. Der Verein für die Geschichte Küstrins soll dafür gewonnen werden. In Gorgast als nächster Station ist bislang nichts geplant. In Golzow wird in einem Zelt, das an Stelle des im Krieg zerstörten Bahnhofgebäudes aufgestellt wird, die Ausstellung zur Oderbruchbahn gezeigt, die die Arbeitsinitiative Letschin erarbeitet hat. Am Umsteigebahnhof Werbig soll die zentrale Versorgung der Festteilnehmer stattfinden. Erwartet werden auch Gäste, die mit der Bahn aus Seelower und aus Richtung Letschin anreisen.

Im historischen Bahnhofsgebäude in Gusow schließlich soll es eine Ausstellung geben, die der Geschichts- und Heimatverein Gusow-Platkow erarbeitet. Die Exposition wird in enger Zusammenarbeit mit der Seelower Wohnungsbaugesellschaft (Sewoba) vorbereitet, der das Gebäude gehört. Dabei wird gezeigt, wie die Ostbahn zum Massentransportmittel wurde, mit dem die Menschen in etwas mehr als sechs Stunden die 590 Kilometer lange Strecke Königsberg - Berlin/Schlesischer Bahnhof zurücklegen konnten.

"Rund um dieses Veranstaltungsgerüst sind weitere Ideen und Vorschläge erwünscht. Wir wollen möglichst viele Einwohner und Vereine einbeziehen", erklärt Frank Schütz. Koordinierungsstelle ist das Gemeidezentrum Golzow unter Telefon 033472 51882). Möglicherweise kann auch die sechsteilige Fernsehserie zum Einsatz kommen, die der regionale polnische Fernsehsender TVP aus Gorzow und die Interessenvereinigung Ostbahn vor vier Jahren gedreht haben. Unter dem Titel "Deutsch-polnische Zusammenarbeit am Beispiel der Ostbahn" sind die mit EU-Mitteln geförderte Dokumentarfilme mit deutschen Untertiteln auch auf DVD erhältlich.

Das Jubiläum unterstützt auch die politischen Bemühungen um den weiteren Ausbau der Strecke. "Die Ostbahn 2030 - Zukunftsvisionen" lautet der Arbeitstitel der 3. Internationalen Ostbahnkonferenz, die die Partnerstädte Seelow und Kostrzyn/Küstrin für den 20. Oktober vorbereiten. Sie soll von 10 bis 15 Uhr im Kreiskulturhaus Seelow stattfinden. Sie steht im Zusammenhang mit dem Ringen der Region um die Wiederaufnahme der Ostbahn, deren Teilstück zwischen Küstrin und Gusow vor 150 Jahren eröffnet wurde, in den aktuellen Bundesverkehrswegeplan.

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Benno Koch 29.06.2016 - 17:06:57

Kein Umsteigebahnhof Werbig: 1:50 Stunden warten auf den "Anschluss"

"Verkehrsknotenpunkt: Der Umsteigebahnhof Werbig ermöglicht Fahrgästen, von der Strecke Frankfurt-Eberswalde in die Ostbahn und damit nach Küstrin oder Berlin umzusteigen." Hat sich der Autor der Märkischen Oderzeitung schon mal mit dem Thema Mobilität befasst? Kein Anschluss in Werbig: Das Thema ist ein alter Hut. Nicht erst seit 20 Jahren. Verstanden hat es die Redaktion dieses Blattes nicht. Wer von mit der RB60 zum Beispiel von Letschin kommend in Werbig in die RB26 nach Strausberg oder weiter nach Berlin steigen möchte, darf bei neun möglichen Verbindungen pro Tag sieben Mal 1:50 Stunde im Nichts von Werbig auf der Bahnhofsbank verweilen. Ausnahme: Wer die Nacht durchmacht und bereits um 4:13 Uhr in Letschin in die Regionalbahn steigt, wird mit acht Minuten Umsteigezeit in Werbig belohnt. Na geht doch. Auch in der Gegenrichtung von Berlin oder Strausberg nach Letschin gibt es einen kleinen Bonus: Nur noch 57 Minuten darf man hier beim Umstieg in Werbig verweilen. Der Sommer ist mild und gerade ein wenig trockener - wer will da meckern. Wie sieht es in den anderen Richtungen aus? Von Strausberg kommend nach Seelow (Mark) dürfen 2:00 Stunden in Werbig verbracht werden. Von Küstrin-Kietz nach Seelow (Mark) sind es erfreuliche 11 Minuten Umstieg in Werbig. Von Küstrin-Kietz nach Letschin bereits wieder 1:08 Stunden Warten in Werbig, von Letschin nach Küstrin-Kietz sogar 2:02 Stunde und schließlich von Seelow nach Küstrin-Kietz 1:05 Stunde. Könnte die Redaktion der Märkischen Oderzeitung noch mal ganz kurz erklären, wer wann wie und warum den Bahnhof Werbig zum Umsteigen nutzen könnte? Dazu passt auch der geförderte Neubau einer Treppe und des Bahnhofsumfeldes ohne die nach dem Gleichstellungsgesetz geforderte Barrierefreiheit – von der MOZ übrigens unbemerkt: http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/seelow/artikel7/dg/0/1/1439139/ Das alles stand in den vergangenen Jahren sogar schon in diesem Blatt – nicht in einem Artikel der Redaktion, aber im hier Forum und der Leserbriefseite. Wie kann es sein, dass es bei so einem einfachen Thema, dass mit nahe Null Euro zu lösen ist, keinerlei Lerneffekt des Autors und seiner Kollegen gibt? Noch vor ein paar Tagen feierte der Autor dieses Beitrages den Neubau einer Straßenbrücke für unfassbare 37 Millionen Euro parallel zur Ostbahn nach Küstrin-Kietz. Und weil's ja nicht sein Geld ist, gleich noch ein paar neue Ortsumgehungen dazu. Geld scheint hier in Ostbrandenburg keine Rolle zu spielen. Bereits heute fährt die Ostbahnlinie RB26 stündlich durch den Bahnhof Werbig – hält aber nur alle zwei Stunden. Ein Stopp kostet lächerliche 4,59 Euro. Macht bei acht zusätzlichen Stopps pro Tag und Richtung genau 73,44 Euro. Ein VBB-Einzelfahrschein von Letschin nach Berlin kostet 8,50 Euro - mit acht dadurch zusätzlich gewonnenen Fahrgästen wären die Stopps bereits ganz ohne Fördergelder refinanziert. Dann bräuchte man nur noch die vorhandenen Abbummelzeiten der RB26 und der RB60 von den anderen Unterwegs-, aber nicht Umsteigebahnhöfen nach Werbig zu verlegen – und schon hätte man einen netten, kleinen Umsteigebahnhof. Der nach Jahren der Abwesenheit zum Beispiel auch von mir mal wieder Bahnfahrten nach Letschin ins Oderbruch oder gerne auch nach Schönfließ zu den Adonisröschen sinnvoll möglich machen würde.

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