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Straussee-Pegel sinkt und sinkt

Niedrigpegel: Der Straussee führt seit Monaten so wenig Wasser wie lange nicht. Die Strausberger zeigen sich besorgt.
Niedrigpegel: Der Straussee führt seit Monaten so wenig Wasser wie lange nicht. Die Strausberger zeigen sich besorgt. © Foto: MOZ Gerd Markert
Detlef Klementz / 01.07.2016, 19:16 Uhr
Strausberg (MOZ) Der deutlich gesunkene Pegel des Straussees beunruhigt die Strausberger. Immer lauter wird nach Ursachen und Gegenmaßnahmen gefragt. Die Stadtverordnetenfraktion UfW/Pro Strausberg hatte am Mittwoch zu einem Meinungsaustausch über das Thema zum Kiosk am Bootsverleih eingeladen.

Fraktionsvorsitzender Wolfgang Winkelmann und seine Mitstreiter konnten mehr als 60 Bürger begrüßen. Ziel war es, eine "breite Öffentlichkeit" für das Thema zu sensibilisieren und Verständnis für den finanziellen Aufwand zu wecken, den ein umfassendes Gutachten zur Ursachenerforschung erfordert.

Für seinen Fraktionskollegen Steffen Schuster ist es zu einfach, "in das allgemeine Gerede vom Klimawandel mit einzustimmen und es tatenlos dabei zu belassen". Er erinnerte an eine Vorstudie zum Wasserstand, die das ZALF Müncheberg 2009 durchgeführt hatte, und sprach sich dafür aus, die damaligen Empfehlungen umzusetzen. Dazu gehörte beispielsweise die Einbeziehung der Klimastation Müncheberg, die Verbesserung der Verdunstungsberechnungen, Messungen über das Wehr am Auslassbauwerk des Straussees und die Installation hydrologischer Modelsysteme.

In der Vorstudie hatten die ZALF-Experten übrigens vor allem die geringeren Niederschläge ins Feld geführt und die Munitionssprengungen im Straussee 2006 als Ursache ausgeschlossen.

Das sahen manche Bürger am Mittwochabend anders. Da war von möglichen Rissen durch die Sprengung in der Sedimentschicht die Rede. Auch das neue Wasserwerk des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE) wurde als Grund für den gesunkenen Pegel angeführt ebenso wie der Golfpark Wilkendorf.

Bürgermeisterin Elke Stadeler zeigte sich von neuen Untersuchungen wenig angetan, zumindest als Strausberger Alleingang. Sie sei überzeugt, dass der anhaltende Niedrigpegel mit fehlenden Niederschlägen und den im Vergleich zu anderen Seen weit geringerem Zufluss über die Kleine Babe zusammenhänge. Dass sich die Lage bei vermehrten Niederschlägen deutlich ändere, habe sich zuletzt 2012 gezeigt, als an der Nordspitze der Uferwanderweg zwischen den beiden Kreiseln teilweise überschwemmt war.

Elke Stadeler stellte klar, dass das neue Wasserwerk nicht für die angesprochenen Probleme verantwortlich sein könne und der Straussee dem WSE "nicht zur Wasserentnahme dient". Sie erinnerte an die Abwasserdruckleitung, die über verschiedene Kommunen Richtung Münchehofe verlaufe und das Schmutzwasser aufnehme. Da das Wasserproblem über Gemarkungsgrenzen wirke, wollten mehrere Gemeinden einen Fördermittelantrag für ein Gutachten stellen, kündigte die Bürgermeisterin an. Angeregt habe den gemeinsamen Vorstoß ihr Fredersdorf-Vogelsdorfer Amtskollege Thomas Krieger.

Die Anregung von Wolfgang Winkelmann, das Geld aus dem Straßenbauprogramm zu nehmen, fand bei der Bürgermeisterin schon deshalb kein positives Echo, weil dieses Programm mit einer Refinanzierung von bis zu 90 Prozent durch die Bewohner sehr günstig für Strausberg sei.

Wie auch immer, die UfW/Pro Strausberg-Vertreter und die meisten Bürger stimmten am Mittwochabend darin überein, dass eine solche Studie unbedingt erstellt werden solle. "Sie und die daraus folgenden Maßnahmen werden Geld kosten, vielleicht sogar viel Geld", betonte Steffen Schuster, der Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung. Die Zukunft des Straussees müsse das aber wert sein: "Es darf nicht am falschen Ende gespart werden." Auf jeden Fall werde seine Fraktion nach der Sommerpause eine Vorlage einbringen, über die eine neue Studio in Auftrag gegeben werden solle. Schuster hofft auf eine Mehrheit in dieser wichtigen Frage und hätte gerne ein paar Stadtverordnete aus anderen Fraktionen in der Diskussionsrunde gesehen.

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