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Die Natur im Wandel

An mehreren Tischen wurde beispielsweise darüber diskutiert, welchen Gefahren und Bedrohungen die Natur rund um Werneuchen ausgesetzt ist.
An mehreren Tischen wurde beispielsweise darüber diskutiert, welchen Gefahren und Bedrohungen die Natur rund um Werneuchen ausgesetzt ist. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau / 08.07.2016, 07:55 Uhr
Werneuchen (MOZ) Für den Landkreis Barnim wird bis Ende 2017 ein neuer Landschaftsrahmenplan (LRP) erarbeitet. Dabei ist eine breite Bürgerbeteiligung gefragt. Den Auftakt zu mehreren Workshops gab es nun in Werneuchen.

"In welcher Natur wollen wir leben?" war der Abend überschrieben, zu dem die Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNEE) Eberswalde eingeladen hatte. Die ganz große Begeisterung für das Thema ließen die Werneuchener (noch) vermissen, lediglich knapp 20 Frauen und Männer hatten sich im "Adlersaal" eingefunden. Die Veranstalter und auch Bürgermeister Burkhard Horn waren dennoch zufrieden. "Ich hätte mit weniger Resonanz gerechnet", bekannte der Politiker.

"Wir wollen den Naturschutz planen und dabei die Bürger frühzeitig einbeziehen", umriss Solveig Opfermann von der Naturschutzbehörde die Idee des Projektes. Das Ziel sei es dabei, die nachhaltige Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen im Landkreis Barnim zu unterstützen. Der Naturschutz müsse sich dauerhaft an die sich ändernden Rahmenbedingungen anpassen. "Mit dem Projekt wollen wir auch neue Methoden der Partizipation entwickeln und erproben", so die Kreisverwaltungs-Mitarbeiterin.

Im Fokus stand nicht nur das gesamte Stadtgebiet, sondern auch das Weesower Luch als Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000". Für die rund 58 Hektar große Fläche soll bis 2019 ein Flora-Fauna-Habitat- Managementplan aufgestellt werden. "Den Lebensraum für seltene Arten wie Rotbauchunke und Feuerfalter wollen wir erhalten und entwickeln", so Frank Berhorn von der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg.

In kleinen Gruppen wurde anschließend an vier Tischen über die Beziehungen von Mensch und Natur, über wahrgenommene Bedrohungen und Veränderungen, aber auch über konkrete Zukunftsideen lebhaft diskutiert. Die Natur bringe Entspannung, bereite Freude und sei ein Ort der Freizeitgestaltung, hieß es. Auch Lieblingsorte wurden von den Werneuchenern genannt wie beispielsweise der Gamengrund bei Tiefensee oder der Park von Hirschfelde.

Als Gefahren für Flora und Fauna wurden der zunehmende Egoismus der Menschen, aber auch Lärm, Müll, Monokulturen und Bodenversiegelungen ausgemacht. "Die Natur hat keine Lobby", stellte etwa Britta Kopischke fest. Frank Heinze fand es nicht nachvollziehbar, dass alte Industrieanlagen nicht zurückgebaut werden. Überall gebe es noch Jauchebecken, leere Schweineställe oder verfallene Kasernengebäude. "Dafür müsste es einen Fonds geben", forderte Heinze. Erhard Siedler wiederum sah die Landwirtschaft zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Nach der Wende ist vieles besser geworden", sagte der Krummenseer. Die Natur habe sich gut erholt, man habe kein Interesse daran, sie zu schädigen.

Bei den Visionen fiel den Werneuchenern auch einiges ein. Ein Naturlehrpfad in Werftpfuhl, die Belebung der Werneuchener Altstadt, mehr Spielplätze und Radwege wurden genannt. Man wolle einen "gesunden Mix aus Mensch und Natur" und ein "grünes Werneuchen", hieß es übereinstimmend.

"Die Ergebnisse sind sicher für den einen oder anderen überraschend", fasste Solveig Opfermann nach mehr als drei Stunden den Abend zusammen. Jedem sei in der Diskussion vielleicht bewusst geworden, dass er selbst etwas für den Erhalt der Natur tun könne. .

Koordinatorin Anja Krause, die mit Stephanie Ries durch den Workshop geführt hatte, kündigte an, dass die Ergebnisse der Diskussion auf der Projekt-Webseite veröffentlicht werden. Weitere Veranstaltungen seien zudem in Ahrensfelde und Biesenthal geplant. Akteure und Interessengruppen sind zudem zu ganztägigen Veranstaltungen an die Eberswalder Hochschule eingeladen. In Werneuchen wird es Ende Oktober/Anfang November einen Abend geben, an dem es gezielt um Strategien geht.

Das Projekt "Anpass.BAR" kostet insgesamt fast 360 000 Euro. Es wird mit 233 000 Euro durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Weitere Informationen gibt es unter www.natuerlich-barnim.de

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