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"BioKräuterei Oberhavel" mit mehreren Standbeinen

Vielleicht nicht EU-normgerecht, aber bio-zertifiziert und schmackhaft: Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke und Biokräuterei-Chef Matthias Anders nach kurzer Gurkenernte.
Vielleicht nicht EU-normgerecht, aber bio-zertifiziert und schmackhaft: Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke und Biokräuterei-Chef Matthias Anders nach kurzer Gurkenernte. © Foto: Heike Weißapfel/OGA
Heike Weißapfel / 10.07.2016, 09:25 Uhr
Oranienburg (OGA) Eigentlich hätte Matthias Anders vor zehn Jahren gerne nur einen Hektar Land gekauft. Der damalige Eigentümer wollte aber zwei Hektar abgeben. "Schon ein Jahr später war ich darüber heilfroh", erzählt der Betreiber der "BioKräuterei Oberhavel". Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD), der sich über den Hof informiert, erinnert sich noch an dessen Anfänge. Er ist nicht zum ersten Mal da - und den selbst hergestellten Kräuter-Pesto Dip, dessen Schmackhaftigkeit sich buchstäblich durch Mundpropaganda herumgesprochen hat, kennt er auch.

Heute sind es sechs Hektar Freiland in Tiergarten, auf denen er mit fünf Vollzeit- und fünf Teilzeitkräften 80 Kulturen von Wildkräutern über Salate bis hin zu Gurken, Rüben und Kartoffeln anbaut; dazu kommen zwei Gewächshäuser, in denen Pflanzen reifen. Auch ein Azubi zählt zum Team, der Gärtner mit der Fachrichtung Gemüsebau lernt. Die "BioKräuterei" ist biologisch zertifiziert und arbeitet zudem nach den Kriterien des Anbauverbandes "Verbund Ökohöfe".

Der Lehnitzer Matthias Anders wollte nicht nur selbst im Grünen wohnen, sondern als Lehrer auch Jugendlichen nahebringen, wo welche Frucht gedeiht, was Radieschen von Rhabarber unterscheidet, dass Giersch und Brennnesseln schmecken können und in welchem Zusammenhang gesunde Nahrungsmittel und der Boden stehen. Trotz der Arbeit in der Kräuterei hat Anders noch immer eine Halbtagsstelle an der Emil-Fischer-Schule, einem Oberstufenzentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnik. Er bietet Exkursionen, Wildkräuterführungen und Projekte an. Nach und nach kommen nicht mehr nur die Berliner, sondern auch Klassen aus dem Kreis Oberhavel. In der "BioKräuterei" gibt es eine "Bodenstation". "Wenn die Schüler dort ihre eigenen Experimente machen, haben sie ein ganz anderes Verständnis für die Vorgänge in der Natur", sagt er.

Regionales Wirtschaften heißt für die "BioKräuterei" auch, den Verkauf über einzelne Wochenmärkte selbst zu organisieren. Für das Pesto müsste doch eine Kooperation mit den Regionalläden in Oranienburg, beispielsweise in der Bibliothek oder der Tourist-Info möglich sein, so Laesicke.

Neben der Direktvermarktung hat sich im Rahmen der solidarischen Landwirtschaft eine feste Abnehmergemeinschaft gebildet. Eine Lieferstation ist das Oranienwerk, an der sich Kunden ihre Bestellungen abholen. 120 solcher Abnehmer hat der Betrieb, der den Anbau entsprechend plant und Überproduktion vermeidet. "Nebenbei lernen die Leute Neues kennen und tauschen sich über Rezepte für das Gemüse aus", weiß Anders. Dabei zeigen sich auch Trends. Assoziierten vor allem Ältere Steckrüben mit Krieg und Notstand und verzichteten deshalb gerne darauf, so haben junge Leute vielleicht eher die Kochshow gesehen, in der der angesagte Sternekoch dem Gemüse ein modernes Image verpasst.

Einen Tag der offenen Tür hat die Bio-Kräuterei anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens am 17. Juli. Von 14 bis 18 Uhr sind Gäste an der Kuhbrücke 14 in Oranienburg-Tiergarten willkommen. Eine geführte Radtour zur Kräuterei beginnt ab S-Bahnhof Oranienburg um 13.30 Uhr.

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