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Siege gehen an Hannes Hähnel und Klaudia Kobydecka / Organisatoren planen Fortsetzung in einem Jahr

Lauf ohne Grenzen begeistert

Zwei Mal ging es über die Stadtbrücke: mit dabei Carsten Stegelmann (425) aus Frankfurt, Milena Manns (130) aus Slubice sowie Olaf Reichelt (180) aus Eisenhüttenstadt.
Zwei Mal ging es über die Stadtbrücke: mit dabei Carsten Stegelmann (425) aus Frankfurt, Milena Manns (130) aus Slubice sowie Olaf Reichelt (180) aus Eisenhüttenstadt. © Foto: FOTO Michael Benk
Kerstin Bechly / 10.07.2016, 19:24 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Diese Premiere soll ihre Fortsetzung finden: 311 Läufer bewältigten den ersten "Lauf ohne Grenzen - Bieg bez granic" zwischen Slubice und Frankfurt. Schnellster Mann war der Frankfurter Hannes Hähnel, schnellste Frau Klaudia Kobydecka aus Kostrzyn.

An den Start über die etwa 10,6 Kilometer wollten mehr Läufer aus Polen und Deutschland gehen. Doch etliche waren auf der Autobahn im Stau stecken geblieben. Und das Gewitter 45 Minuten nach dem Start brachte die Organisatoren am Start-Zielbereich Slubice kurz in Bredouille. Das waren die beiden einzigen Wermutstropfen des Premierenlaufes über die Stadtbrücke.

Wenige Minuten nach dem Start um 20 Uhr erwarteten zahlreiche Besucher des Stadtfestes Bunter Hering die Läufer auf der Stadtbrücke. Vom Ostmark-Stadion in Slubice bis dort waren etwa drei Kilometer zurückzulegen. Zwei junge Männer hatten sich mit etwa 35 Sekunden Vorsprung abgesetzt: Krzysztof Wasiewicz aus Piaseczno (südlich von Warschau) und Hannes Hähnel vom SC Frankfurt. Angeführt von einem begleitenden Polizisten auf dem Rad ging es für sie und alle anderen durch die Karl-Marx-Straße hin zum Ziegenwerder, von dort zum Stadion der Freundschaft und über den Anger zurück nach Slubice.

Hähnel konnte sich nach gut fünf Kilometern absetzen und siegte mit einer Zeit von 34:05 Minuten, 32 Sekunden später lief Wasiewicz ein. Beide waren vom Lauf begeistert. "Es war ein großartiger Wettkampf, die Stadien in Slubice und Frankfurt sind schön", so der 24-jährige Pole vom Verein SRS Kondycja Piaseczno. Hähnel (29) äußerte: "Das Duell war schön und anstrengend. Ich freue mich, dass ich gewonnen habe. Die Strecke war in Ordnung, nur in der Karl-Marx-Straße musste der begleitende Polizist ein paar Mal Besucher zur Seite pfeifen."

Während sich die beiden Schnellsten bereits ausliefen und umzogen, waren die meisten anderen noch auf der Strecke, darunter aus der Region Joachim Paulke, Jens-Uwe Gutsche, Jürgen Bogs, Siegmund Ollnow, Heike Schulze, Ute Haferkorn, Genia Richter und Gregor Wenzel. Die Altersspanne war breit gestreut, ebenso die Leistungsfähigkeit. Nach 1:24:10 Stunde kam die letzte Läuferin ins Ziel.

Die Idee des grenzüberschreitenden Laufes hat die meisten bewegt zu kommen. "Ich habe mich gewundert, dass es solch einen Lauf nicht schon vorher gab", erzählte der aus Wroclaw stammende Dorian Duda, der an der Viadrina deutsch-polnisches Recht studiert. Die Berliner Peter Ulrich dagegen betreibt an der Viadrina Grenzforschung zum Thema Kooperation von Verwaltungen. "Das war der Anlass, warum ich mitgemacht habe. Die vielen Menschen auf der Stadtbrücke haben mich gefreut". Und Frauensiegerin Klaudia Kobydecka (45:40 min), 24-jährige Sportlehrerin am Gymnasium in Kosztryn, sprach gar davon, dass hier "die Welt zusammenkäme. Ich bin froh, dabei zu sein."

Auch vom Regen ließ sich niemand abhalten: "Auf der Stadtbrücke Richtung Ziel ging es los. Aufhören kam nicht in Frage", so Ruth Pfundstein aus Frankfurt.

Nicht mitgelaufen, aber "richtig stolz, dass es mit diesem Lauf geklappt hat", ist Gudrun Frey, Präsidentin des Frankfurter Stadtsportbundes. "Als ich vor gut 20 Jahren nach Frankfurt kam, war Polen noch EU-Außengrenze. Dann kam das Schengener Abkommen. Jetzt sind solche Läufe über die Grenze möglich", schwärmt sie und erwähnt, dass die Sosir in Slubice, ein auf sportliche Veranstaltungen ausgerichtetes Unternehmen, den Lauf unbedingt wollte. In Frankfurt gab es bisher nur die Idee. "Bei einem Treffen mit den Polen im Frühjahr haben Roland Reuter von der Messe und Veranstaltungs GmbH und ich gesagt: Jetzt gehen wir das an." Katja Werner vom Stadtmarketing und Stefan Köber vom Stadtsportbund hätten sich auf deutscher Seite besonders in die Organisation eingebracht. Beide Seiten sind sich einig, dass es diesen Lauf wieder geben wird. In welche Richtung, ist noch nicht entschieden.

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