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Basdorfer Fassaden- und Variantenspiele

Der Wandlitzer Kämmerer Christian Braungard (v.) und Architekt Georg Marfels (r.) erläutern das Projekt.
Der Wandlitzer Kämmerer Christian Braungard (v.) und Architekt Georg Marfels (r.) erläutern das Projekt. © Foto: MOZ/Hans Still
Hans Still / 12.07.2016, 07:50 Uhr
Basdorf (MOZ) Das Wandlitzer Wohnungsbau-Projekt "Basdorfer Gärten" ist schon vor der Fertigstellung ausgebucht. Für die 104 Wohnungen liegen in der Gemeindeverwaltung aktuell 214 Anmeldungen vor.

Im Berliner Speckgürtel wird es immer schwieriger, Wohnungen mit sozialverträglichen Mieten zu finden. In Bernau erreicht das Mietniveau bereits zehn Euro pro Quadratmeter, nicht anders sieht es im Raum Wandlitz aus. Da erscheint die Gemeinde Wandlitz mit dem Projekt "Basdorfer Gärten" als Lichtgestalt. Immerhin 39 der insgesamt 104 Wohnungen werden bei Vorlage eines Wohnberechtigungsscheines (WBS) mit einer Miete von 5,43 Euro pro Quadratmeter vergeben. Weitere 39 Wohnungen gehen für 6,50 Euro pro Quadratmeter weg - dann darf das im WBS vorgegebene Einkommen bis zu 40 Prozent überschritten sein. Richtiggehend frei vermietet werden lediglich 26 Wohnungen, sie gehen für den Preis von acht Euro pro Quadratmeter Wohnraum (Preise immer Kaltmiete) auf den Markt.Die Mehrzahl der Wohnungen sind Drei-Zimmer-Wohnungen (56), es wird 18 Zwei-Zimmer-Wohnungen und 24 Vier- bis Fünf-Zimmerwohnungen geben.

Angesicht des großen Bedarfes an Sozialwohnungen kann die Gemeinde Wandlitz endlich auch von einem Förderprogramm der Investitionslandesbank (ILB) profitieren, das rechtzeitig für die Wandlitzer Marktreife erlangte. Der Gemeinde bleiben dadurch immerhin eine Million Euro an Zinsen erspart. "Wir nehmen diese Möglichkeit gern in Anspruch", bestätigt Kämmerer Christian Braungard hoch zufrieden. Immerhin beträgt die Investitionssumme 15,8 Millionen Euro, davon finanziert Wandlitz 9,1 Millionen per Darlehen.

Im jüngsten Bauausschuss bestand nun die Möglichkeit, sich erste Eindrücke von der Entwurfsplanung zu verschaffen. Der Potsdamer Architekt Georg Marfels zeigte dem Auditorium Entwürfe einer auf vier Vollgeschossen angehobenen Wohnsituation in den zwei Blöcken. Er bezeichnete es als "ehrgeiziges Ziel" in den ehemals Dreieinhalbgeschossern eine Wohnnutzung zu planen. Zumal die mittig gelegenen Flure in den Etagen aus Gründen der Statik nicht komplett aufgelöst werden konnten. "Wir erhalten im Wesentlichen die Bestandsstruktur, aber beim Dach greifen wir ein, denn dadurch gewinnen wir die Möglichkeit, Wohnraum zu gewinnen und Schrägen zu vermeiden."

Beide Bauten bekommen demnach einen Vollwärmeschutz verpasst, um die Vorgaben der Energieverordnung einzuhalten. Auch werde jede Wohnung einen Balkon bieten. Um in den insgesamt eher klein geschnittenen Wohnungen wünschenswerte Stellwände für Möbel zu erhalten, verzichten die Planer auf Heizkörper. Fußbodenheizungen sorgen in allen Wohnungen für die erforderliche Wärme. Das kam unter den Zuhörern nicht nur positiv an. "Nicht jeder verträgt eine Fußbodenheizung, Niedrigtemperaturen lassen sich auch mit Radiatoren realisieren", merkte beispielsweise Maria Brandt an. Die Linken-Fraktionschefin Gabriele Bohnebuck erkundigte sich nach der Regenentwässerung und ob diese für Starkregen ausreichen würde. Das bestätigte Rüdiger Stumpf, der im Bauamt den Bereich Hochbau verantwortet.

Zur Entscheidung stehen noch die Varianten der Fassade. Einerseits wurde eine weiße Farbgestaltung vorgelegt, lediglich das untere Geschoss erhielt ähnlich einem Putzsockel einen andersfarbigen Anstrich. Die zweite Variante täuscht eine Holzgestaltung vor. Die Balkone sind teils als Stützanlage gearbeitet, bei den Holzmaterialien wurden sie "raufgesteckt", wie Marfels es beschrieb.

Um nicht zwei gleich aussehende 50 Meter lange Blöcke in die Natur zu stellen, sollen nun beide Farbvarianten berücksichtigt werden. Laut Braungard könne noch im Sommer der Bauantrag gestellt werden. Dann sei mit einer dreimonatigen Bearbeitungsfrist zu rechnen, im Herbst werden die Arbeiten ausgeschrieben und 2017 gebaut.

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