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Künstlerin Antoinette zeigt ab September Werke aus 30 Jahren / Auseinandersetzung mit sagenhaften Ursprüngen des Kontinents

Europa zu Gast in Eberswalde

Werke voller Symbolgehalt: Zur Ankündigung der Schau "Mythos Europa" hat Antoinette bereits einige großformatige Arbeiten ins Zentrum für erneuerbare Energien mitgebracht. Eins davon ist "Europa und ihre Narren".
Werke voller Symbolgehalt: Zur Ankündigung der Schau "Mythos Europa" hat Antoinette bereits einige großformatige Arbeiten ins Zentrum für erneuerbare Energien mitgebracht. Eins davon ist "Europa und ihre Narren". © Foto: MOZ/Simon Rayß
Simon Rayß / 13.07.2016, 05:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Außergewöhnliche Schau, ungewöhnlicher Schauplatz: Im Herbst beherbergt das Zentrum für erneuerbare Energien eine große Ausstellung von Werken, die die Künstlerin Antoinette in den vergangenen 30 Jahren angefertigt hat. Alle zum Thema: "Mythos Europa".

Vier Jahre ist es her, da hat Antoinette ihr Atelier nach Eberswalde verlegt. Mittlerweile sind sie und ihr Lebensgefährte, der Unternehmensberater Thomas Hampel, ganz im Barnim angekommen. "Wir sind hier zu Hause", sagt er. Was nun noch fehlt, ist eine Ausstellung ihrer Werke an eben diesem Ort. Ab dem 9. September ist es soweit: Für acht Wochen wird die Schau "Mythos Europa" ins Zentrum für erneuerbare Energien "Hermann Scheer" ziehen.

"Die Arbeiten, die seit 2012 entstanden sind, habe ich noch überhaupt nicht gezeigt", erklärt Antoinette vor Kurzem bei der offiziellen Vorstellung der Ausstellung. "Für mich ist es ganz schön aufregend, diese Babys ans Licht zu lassen."

40 bis 50 großformatige Arbeiten sollen im "Scheer"-Zentrum an der Brunnenstraße Platz finden. Hinzu kommt die gleiche Anzahl kleinerer Werke. Alles verteilt auf die zwei Etagen des ungewohnten Ausstellungsortes. "Das sind keine Werke, die in Galerien passen", sagt Antoinette, deren großformatige Arbeiten im Durchschnitt auf eine Länge von drei Meter kommen.

Da liefert das Zentrum für erneuerbare Energien eine angemessene Kulisse. "Wir haben uns sehr über die Anfrage gefreut und nicht lange gezögert", sagt Lothar Krüger vom Verein E.I.C.H.E., der die Einrichtung betreibt. In den drei Jahren, die das Zentrum mittlerweile besteht, hat die Kunst dort kaum eine Rolle gespielt. Dass Antoinette nun ihre Werke zum "Mythos Europa" zeigt, ist für Lothar Krüger aber durchaus naheliegend: "Klimaschutz macht vor Grenzen nicht Halt", erklärt der Leiter des Zentrums. "Da muss man europäisch denken."

Energiewende und die Kunst Antoinettes - "wir führen hier zwei Themen zusammen", sagt auch Bürgermeister Friedhelm Boginski, der ebenfalls an der Vorschau auf die Ausstellung teilgenommen hat. Von ihr erhofft er sich eine Strahlkraft bis nach Berlin und darüber hinaus. Auch aufgrund des hochaktuellen Themas: "Wir überlegen alle, wie geht es weiter in Europa." Dabei müsse die Frage erneut gestellt werden: "Warum wollten wir ein geeintes Europa?" Seine Antwort: "Es war der Frieden."

Antoinette arbeitet seit rund 30 Jahren zum Mythos Europa: zur Sage der phönizischen Prinzessin und Namenspatronin des Kontinents, die von Göttervater Zeus in Gestalt eines Stiers entführt wird und mit ihm drei Kinder zeugt. "Das Thema ist ein Gefäß für mich", erklärt sie. Ihr gehe es um die Identität Europas, aber auch um die Identität Eberswaldes. "Und um die Identität einer Frau wir mir", sagt die Künstlerin. Angesichts der aktuellen Entwicklungen auf dem Kontinent - der Flüchtlingsströme, des wiedererstarkenden Nationalgedankens - kommen ihr die lange andauernde Arbeit und die nun nahende Ausstellung wie eine Fügung vor. "Da schließt sich gerade ein unglaublicher Bogen", sagt die Künstlerin.

An einem Ort sind die Werke des Zyklus noch nie gezeigt worden - schon gar nicht gemeinsam mit den Bildern aus den vergangenen vier Jahren. "Es ist schön, dass die Arbeiten, die in Eberswalde entstanden sind, hier ihre Premiere erleben", sagt Thomas Hampel.

Die großformatigen, farbintensiven und symbolgeladenen Werke haben es in sich. "Wir können die Besucher nicht mit den Bildern alleinlassen", erklärt Antoinettes Lebensgefährte. Deswegen soll die Besucher im September und Oktober ein interaktives Konzept erwarten: eine Mischung aus Führung und Workshop. "Zunächst gibt es einen Einstiegsvortrag, dann geht es stark um die Wirkung der Bilder", kündigt Thomas Hampel an. Darüber hinaus seien Podiumsdiskussionen über Europa mit hochkarätigen Gästen geplant - immer inmitten der Kunstwerke. "Das werden acht sehr spannende Wochen für Eberswalde", sagt er.

Bis dahin gibt es noch viel zu tun für Antoinette und ihren Partner. "Wir sind mittendrin im Sichten der Werke", berichtet die Künstlerin. "Das ist eine Riesenarbeit." Doch der Blick richtet sich nicht nur in die Vergangenheit. "Der Zyklus "Mythos Europa' ist noch nicht abgeschlossen", sagt Thomas Hampel.

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