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Tausende beim Schlager-Hammer

Mit Spruchband: Fans von Bernhard Brink hatten einen Gruß vorbereitet. Aus fast ganz Deutschland kamen Besucher, um ihre Idole hautnah zu erleben.
Mit Spruchband: Fans von Bernhard Brink hatten einen Gruß vorbereitet. Aus fast ganz Deutschland kamen Besucher, um ihre Idole hautnah zu erleben. © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 17.07.2016, 22:49 Uhr - Aktualisiert 18.07.2016, 14:23
Hoppegarten (MOZ) Etwa 15 000 Zuschauer aus allen Altersgruppen haben am Sonnabend den erstmals auf der Galopprennbahn ausgetragenen Schlager-Hammer miterlebt. Stars und Sternchen der Szene gaben sich knapp zehn Stunden lang den Staffelstab auf der Bühne in die Hand.

"Gott sei Dank haben wir schönes Wetter erwischt. In diesem Jahr gar nicht so einfach", sagte Renate Alfred aus Strausberg beim Weg von der S-Bahn zur Rennbahn. Die Schlagerstars kennt sie alle, verfolgt sie im Radio und Fernsehen und hat schon eine beachtliche CD-Sammlung zusammen. "Aber ob Sie es glauben oder nicht, ich war in meinen 68 Jahren noch nie auf einem Konzert - niemals", erklärte sie irgendwie gerührt und gleichzeitig beschwingt. Immer war Familie wichtiger, doch nun wollte sie Bernhard Brink mal live erleben. "Wenn der schon mal gleich hier um die Ecke singt...", sagte sie mit feschen Hüftschwung, der ihr geblümtes Sommerkleid in Wallung versetzte und den Strohhut ins Gesicht rutschen ließ. Ihr gleich taten es tausende Besucher, die teils aus ganz Deutschland angereist waren.

Schlager-Hammer von Radio B 2 auf der Rennbahn Hoppegarten
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Schlager-Hammer 2016

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Mit jeweils drei Hammerschläger eröffneten Hoppegartens Bürgermeister Karsten Knobbe und Radio-B2-Geschäftsführer Oliver Dunk den Sanges-Marathon. Zuerst eroberten die Newcomer der Schlagerszene die riesige Bühne. Aus Zittau waren Iris Schiffler und Tochter Nicole nach Hoppegarten gekommen. "Ich mag doch so den Mitch Keller", verriet Iris Scheffler hinter vorgehaltener Hand in der Schlange zur Autogrammstunde des Jungstars. "Nicht jeder kennt ihn, aber der wird noch ein richtig Großer", sagte sie wenig später freudig mit der unterschrieben Autogrammkarte in der Hand.

Viele junge Leute wie Nicole Schiffler waren wegen der Boy-Group Feuerherz zum Schlager-Hammer gekommen. "Die sind so süß", erklärte Bianca Ebert aus Berlin mit einem besonders langgezogenen "ü", um dann in fast ekstatisches Geschrei auszubrechen, als die vier jungen Männer die Bühne betraten. Routiniert und unterstützt von tiefen Bässen und stampfenden Rhythmen punkteten sie gleichzeitig bei Jung und Alt - unter anderem mit einem Medley aufpolierter Hits vergangener Jahre.

"Der ist aber alt geworden", befand Jörg Weigang aus Berlin zum Auftritt des ergrauten Nino de Angelo, dann schnappte er nach einem Rüffel seiner Ehefrau Sabine nach Luft. Die Karten hatte er ihr zum 26. Hochzeitstag geschenkt. "Eigentlich sind wir sonst gut kompatibel, aber beim Musikgeschmack so gar nicht", erklärte der Elektroniker verschmitzt. "Aber ich überstehe das mannhaft", sagte er augenzwinkernd, um nach einem weiteren Rüffel erneut nach Luft zu japsen. "Klasse. Der kann wenigstens singen", konterte Sabine Weigang, als die Musik vom Band ausfiel und der Schlagerbarde ohne Begleitung ins Mikrofon weiter sang.

Harsche Kritik musste der sich in Abwesenheit allerdings von der Neuenhagenerin Sabine Sorge gefallen lassen. "Seit einer Stunde stehe ich hier als Erste in der Schlange zur Autogrammstunde, aber er kommt nicht", sagte sie. Etliche hinter ihr schlossen sich lautstark dem allgemeinen Unmut an.

Dann kündigte Maxi Arland als Moderator auf die Örtlichkeit bezogen die "Rassepferde des Schlagers" an. Die Ultras vom Fanclub jubelten aus der ersten Reihe ihrem Bernhard Brink noch vor dessen Auftritt lautstark zu. Zu Recht, stellte sich später heraus, denn der 64-Jährige rockte die Bühne knallhart. Hauchzart dagegen war das Bühnenoutfit der österreichischen Sängerin Allessa, die aber stimmlich auch mit leiseren Tönen überzeugen konnte.

"Einmal Beatrice Egli sehen und dann sterben", sagte lachend der Schöneicher Jens Reimann, bevor die Schweizerin die Bühne stürmte. Ihrem donnernden Auftakt folgte Nieselregen, der die 28-Jährige jedoch völlig kalt ließ. "Klasse, hat sich absolut gelohnt. Ich bin total begeistert", bescheinigte Reimann nach dem über einstündigen Auftritts seines Idols. "Vicky Leandros und Roberto Blanco sind zwar auch super und das Feuerwerk wird sicher nett, aber für heute reichts mir", verabschiedete sich der Kfz-Mechatroniker. "Wir sehen uns am 15. Juli im nächsten Jahr wieder", rief er noch winkend. Dann soll der zweite Schlager-Hammer in Hoppegarten stattfinden, kündigte jedenfalls Oliver Dunk schon einmal an.

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