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Mehr Wohnungen für Mauersegler

Mal wissen, was so eine Schwalbe gerne frisst: Die Kita-Kinder haben sich damit beschäftigt .
Mal wissen, was so eine Schwalbe gerne frisst: Die Kita-Kinder haben sich damit beschäftigt . © Foto: MZV/Heike Weißapfe
Heike Weißapfel / 19.07.2016, 11:30 Uhr
Birkenwerder (OGA) "Gebäudebrüter" war diesmal das Thema, das der Verein zum Schutz des Briesetals und der Havelwiesen für seinen jährlichen Wettbewerb ausgewählt hatte. Viele Kinder sowie ein Auszubildender haben sich darüber Gedanken gemacht. Alle wurden am Montag für ihre Mühen belohnt.

Schnell wird zur Feier auf dem Schulhof noch eine Girlande mit Schwalben aufgehängt, die die Erstklässler gemalt und ausgeschnitten haben. Aus Lehm gebaute Nester und große Nistkästen stehen auf Tischen bereit. Mauersegler und Schwalben gehen alle etwas an, und ihre Bedürfnisse kann auch jedes Kind verstehen. Deshalb haben sich sowohl Kinder der Kita "Birkenpilz", Pestalozzi-Grundschüler der 1c, 2c und 6c sowie ein Auszubildender der Firma "Bauhaus" mit den Vögeln beschäftigt.

Die Kita-Kinder wollten wissen, was Schwalben fressen - nämlich Insekten. Die Erstklässler haben sich darüber informiert, wie sich Mehl- und Rauchschwalben unterscheiden. Sie backten dazu Kekse in Schwalbenform. Die Zweitklässler haben ein Mehlschwalbennest gebaut und außerdem Info-Plakate hergestellt.

Einen Flyer über Mauersegler, und wie die Menschen ihm beim Überleben helfen können, stellten die Sechstklässler zusammen. Vervielfältigt wird er unter anderem in der Touristen-Information und in einigen Geschäften in Birkenwerder zu finden sein. Julian Thieme durfte in seiner Arbeitszeit als Auszubildender im "Bauhaus" und auf Kosten der Firma Nistkästen für Mauersegler bauen. Ordentlich verschraubt dürften sie jedem Sturm standhalten. Mit Detlef Köppen, Gebäudemanager im Birkenwerder Rathaus, wurde vereinbart, dass sie unter der Dachrinne des Schulgebäudes angebracht werden sollen.

Passend zwitschern die Mauersegler in der Nähe, lassen sich aber nicht blicken. Die Birkenwerderanerin Yvonne Schuldes, die selbst auf ihrem Grundstück Schwalben gerne Obdach bietet, hatte die Idee, die der Verein gerne aufnahm. Sie fasste für alle anwesenden Kinder und Erwachsenen zusammen, welche Lebensbedingungen die kleinen Zugvögel idealerweise vorfinden sollten - was aber oft nicht der Fall ist. Rauchschwalben bauen offene, schalenförmige Nester aus Schlammklümpchen und Stroh auf Mauervorsprünge oder Balken an der Wand in Ställen, Scheunen und anderen offenen Gebäuden. Mehlschwalben bauen aus Lehm an senkrechten Wänden unter Überhängen, Dachtraufen, Dachrändern oder Toreinfahrten. "Schwalben will keiner an seinem Haus haben, obwohl sich der Kot mit einem Brettchen problemlos auffangen lässt", erklärte Yvonne Schuldes bedauernd. Dabei halten Schwalben den Menschen so manches Insekt vom Leibe, indem sie es verspeisen.

Der Mauersegler hat es hierzulande auch nicht leicht. Im Zuge von Dach- und Fassadendämmung bleibt für die Vögel oft keine Ritze oder Spalte mehr. "Mauersegler werden bis zu 20 Jahre alt, und sie kommen immer wieder dahin zurück, wo ihr Nest war", sagt die Naturschützerin. "Wenn sie es nicht mehr finden, brüten sie nicht." Mauersegler können nicht gut laufen; deshalb verbringen sie den größten Teil ihres Lebens im Flug. Umso wichtiger sei es, ihnen Nistmöglichkeiten wie diese Kästen zu bieten. "Der Mauersegler hinterlässt keinen Schmutz an der Fassade", fügt Yvonne Schuldes hinzu.

Die Mitglieder des Briesetal-Vereins freuen sich an diesem Vormittag ebenso wie Bürgermeister Stephan Zimniok (BiF) über den Eifer, mit dem die Kinder und der junge Mann zu Werke gingen. Es war bereits der zehnte Wettbewerb des Vereins. Ziel sei es immer, Kinder für die Natur zu sensibilisieren, so Torsten Werner. "Jeder soll die Augen öffnen und sehen, welche Kleinode wir hier haben und erhalten müssen", hofft der Vereinsvorsitzende. Vielleicht lernen die Eltern ja auch von ihren Kindern, wenn die sich demnächst ein Nest für Mauersegler oder einen Platz für ein Schwalbennest von ihnen wünschen.

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