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Immer mehr Wandlitzer Bürger klagen über häufige Lärmbelästigungen am Himmel / Ordnungsamt geht Anzeigen nach

Beschwerden über Raketen und Böller

Hübsch anzusehen: Am Bernauer Steintor stiegen zum Jahreswechsel wieder farbenprächtige Raketen auf. Immer häufiger aber böllert es auch innerhalb des Jahres.
Hübsch anzusehen: Am Bernauer Steintor stiegen zum Jahreswechsel wieder farbenprächtige Raketen auf. Immer häufiger aber böllert es auch innerhalb des Jahres. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Hans Still / 28.07.2016, 05:15 Uhr
Wandlitz (MOZ) Hochzeiten, runde Geburtstage oder die Einschulung des Jüngsten - immer häufiger werden diese Feierlichkeiten von krachendem Feuerwerk begleitet. Dass das farbenkräftige Blendwerk zuvor angemeldet werden muss, daran halten sich die wenigsten Wandlitzer.

Eigentlich könnte sich die Wandlitzerin Anke Müller jeden Sonnabend gegen 22 Uhr auf die Terrasse ihres Grundstückes setzen und auf das Feuerwerk warten. "Es knallt immer um diese Zeit, besonders im Sommer", erfährt die Wandlitzer Gemeindewehrführerin regelmäßig. Vom Wohngebiet Töppersberg aus betrachtet, schießen die Raketen oft auf der anderen Seite des Wandlitzsees in den Himmel. Genau ausmachen lässt sich der Ort allerdings nie. Exakt darin liegt eine der Schwierigkeiten, mit denen die Mitarbeiter des Wandlitzer Ordnungsamtes zu kämpfen haben. "Wir bekommen regelmäßig Beschwerden von Bürgern, aber um das ungenehmigte Abbrennen eines Feuerwerkes wirklich verfolgen zu können, benötigen wir zweifelsfreie Kenntnis über den Verursacher", beschreibt Ordnungsamtsleiterin Ilka Paulikat eine der Schwierigkeiten.

Weitaus öfter als gemeinhin erwartet, kommen die Beschwerden ins Haus. "Erst jüngst wurden uns Beschwerden aus Schönerlinde gemeldet. Offenbar im Zusammenhang mit der Fußball-EM wurden dort immer wieder Raketen in den Himmel geschossen, das langte dann einigen Bürgern irgendwann." Zwar machten sich Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf die Suche nach dem feuerwerkversessenen Anwohner, zweifelsfrei identifizieren konnten sie den Übeltäter aber nicht. "Das Gebiet wurde lokalisiert, nicht der Verursacher", bestätigt die Ordnungsamtsleiterin und verweist auf das geltende Recht. "Bekanntlich kann am letzten Tag des Jahres Silvesterfeuerwerk abgebrannt werden, das gilt auch noch für den Neujahrstag. Außerhalb dieser Zeiten müssen Feuerwerke beantragt werden." Gastronomen kennen diese Regel und weisen ihre Kunden darauf hin, glaubt die Ordnungsamtsleiterin.

Immerhin: In diesem Jahr wurden bereits fünf Genehmigungen für Lanke, fünf für Wandlitz, zwei für Zerpenschleuse und Klosterfelde und jeweils eine für Schönerlinde und Schönwalde ausgestellt.

Bis zu 70 Euro kostete ein derartiges Antragsverfahren bislang, die Gebührenhöhe richtet sich je nach dem Umfang des Feuerwerkes und der Zeitdauer. "Länger als 30 Minuten darf es nicht gehen", belehrt Ilka Paulikat. Eine weitere Vorgabe bezieht sich auf die Zeit. Bis maximal 23 Uhr darf geböllert werden, in der Regel soll der Beginn vor 22 Uhr liegen. Übrigens: Spätestens zwei Wochen vor dem Ereignis muss der Antrag mit allen Angaben der Behörde vorliegen, wie Ilka Paulikat betont.

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