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Mixed Pickels bleiben flexibel

Eine Welt: Hinter den Macarena tanzenden Betreuern ist der neue, bunt bemalte Schuppen zu sehen.
Eine Welt: Hinter den Macarena tanzenden Betreuern ist der neue, bunt bemalte Schuppen zu sehen. © Foto: MZV
Eva Eismann / 01.08.2016, 06:45 Uhr
Velten (HGA) Auf dem Plan steht der Tanz nicht. Aber Tim Hildebrandt drängt die anderen Betreuer der diesjährigen Mixed-Pickels-Woche, und am Ende stehen sie fast alle auf der Bühne bei der Abschlussgaudi am Sonnabend und tanzen Macarena. "Hier ist eben vieles improvisiert", erklärt Hildebrandt.So bleibt die Bühne - die beiden Matten auf der Wiese zwischen Ofen-Stadt-Halle und Marktplatz - auch vor dem offiziellen Abschlussprogramm nicht leer. Einige Mädchen haben sie spontan für ihre Akrobatik-Übungen entdeckt. An den Ständen ringsum nutzen Kinder jeden Alters noch einmal die verschiedenen Kreativ-Angebote: Mit der Eiswaffel in der Hand geht es zum Tast-Quiz, zum Dosenwerfen oder Hütebasteln.

Über mangelnde Teilnehmerzahlen kann sich die ausrichtende Initiativgruppe gegen Gewalt und Rassismus auch im 24. Jahr nicht beklagen, berichtet Marina Barthel: "Jeder Workshop war so voll, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat, ihn durchzuführen." Die junge Veltenerin ist jetzt Sprecherin, nachdem die Gruppe in diesem Jahr erstmals auf die Initiatorin der Aktion, Veltens langjährige Pfarrerin Ute Gniewoß, verzichten musste.

"Dadurch hat uns ein wichtiges Standbein gefehlt", gibt Barthel zu. "Aber wir haben alle Aufgaben erfolgreich in der Gruppe aufgeteilt, sodass kein Einzelner alles machen musste." Besonders stolz ist sie darauf, wie ihre Mitstreiter selbst kurzfristige Ausfälle kompensiert haben. Einen Tag vor seinen angekündigten Workshops hatte etwa Diversitäts-Trainer Jürgen Schlicher krankheitsbedingt abgesagt. "Da hat das Team kurzfristig Alternativen geschaffen", sagt Marina Barthel. "Hut ab!"

Bewährte Elemente wie Filzen, internationale Ballspiele oder die Aktion "Ich dusch' und mal' mir was" aus dem Vorjahr haben die Betreuer übernommen. Auf dem roten Sofa konnten die Teilnehmer mit Christen, Muslimen und Buddhisten über die Frage diskutieren, "Was tut Religion, um willkommen zu heißen?"

Mit orientalischem Essen und Gedichten erreichte der "Geschmack des Morgenlandes" am Freitagabend auf dem Marktplatz auch den einen oder anderen unbeteiligten Veltener, berichtet Marina Barthel. Und sie freut sich, der Initiative Willkommen in Oberkrämer, Leegebruch und Velten (WOLV) einen von den Teilnehmern bunt bemalten Geräteschuppen ("Haus der einen Welt") übergeben zu können.

Erst einmal aber richten sich die Augen auf die Bühne: Die Bollywood-Choreographie, die drei junge Afghaninnen dort vorführen, haben sie selbst einstudiert - ganz spontan.

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