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Jenseits des Profitstrebens

Hotelfachfrau Michelle Regenberg und Koch Kay Zimmermann zeigen eine Auswahl der verwendeten Produkte - wie Brodowiner Käse und Wurst aus eigener Herstellung.
Hotelfachfrau Michelle Regenberg und Koch Kay Zimmermann zeigen eine Auswahl der verwendeten Produkte - wie Brodowiner Käse und Wurst aus eigener Herstellung. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 04.08.2016, 07:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Was zählt wirklich in der Wirtschaft? Discounter-Preise und maximale Profite? Nein, sagt eine Gruppe Gleichgesinnter, die als Verein für ein Umdenken im Barnim und darüber hinaus eintreten. Nun haben sie eine Internetseite gestartet, die beispielhafte Unternehmen zusammenführt.

Die Grundidee ist klar: "Uns geht es um das Bewusstsein: "Wir haben eine Verantwortung, auch als Unternehmer"', sagt Karin Siegmund, eine der beiden Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der nachhaltigen regionalen Entwicklung. Um diesen Gedanken im Landkreis publik zu machen, haben die 15 Mitglieder vor zwei Jahren zunächst die Veranstaltungsreihe "Werkstatt Barnim" ins Leben gerufen.

An immer wieder neuen Orten treffen sich Unternehmer, um sich zu verschiedenen Aspekten des nachhaltigen Wirtschaftens weiterzubilden und auszutauschen: vom Tourismus über erneuerbare Energien bis hin zu saisonaler Küche. Dabei lernen die Teilnehmer nicht nur dazu, sondern sich auch untereinander kennen. "Unsere Aufgabe ist vor allem die Mittlerrolle", sagt Karin Siegmund, die hauptberuflich die Geschäfte der Eberswalder Stiftung WaldWelten führt.

Auf diese Weise will der Verein erreichen, dass sich die nachhaltigen Institutionen und verantwortungsbewusst wirtschaftenden Betriebe stärken und vernetzen. Doch gleichzeitig geht es den ehrenamtlich Engagierten auch darum, die Vorzüge der einzelnen Teilnehmer bekannt zu machen. "Wir wissen, dass sie tolle Sachen machen, es selbst aber wenig kommunizieren", sagt die Vereinsvorsitzende. "Das muss raus in die Welt."

Also hat der Verein die Initiative "Gutes Leben ganz nah" gestartet und ihr eine Internetseite gewidmet, finanziert durch Mittel vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg. Auf der Webseite finden Besucher nun mehr als ein Dutzend Standorte in und um den Barnim herum, geordnet nach Kategorien wie "erleben", "genießen" und "erholen". Sie lesen, durch welchen Aspekt sich die Unternehmen, Museen, Vereine und Stiftungen das Siegel der Nachhaltigkeit verdient haben.

Mindestens eine Besonderheit pro Anbieter gebe es, sagt Karin Siegmund. So erfahren die Besucher der Seite, dass die Eberswalder Privatbäckerei Wiese es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Bäckerhandwerk zu bewahren; dass in der Molkerei "Lobetaler Bio" in Biesenthal Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten; und dass in der Wandlitzer Kochwerkstatt von Nina Hemmen überwiegend regionale und saisonale Lebensmittel Verwendung finden.

Ähnlich sieht es bei "GutesDrauf" aus, einem mobilen Imbiss, der kreative vegetarische Gerichte an wechselnden Standorten in Brandenburg und Berlin anbietet. "Wir kaufen nach Möglichkeit regional ein", sagt die Betreiberin Angelika Seydel. Vom Potential des Internet-Portals ist sie überzeugt: "Das könnte wachsen und die Plattform für nordbrandenburger Unternehmer werden."

Auch im Hotel "Haus Chorin" stehen lokale Produkte im Mittelpunkt. Das Unternehmen, das derzeit nach ökologischen Gesichtspunkten umbaut, bietet sogar Fleisch aus eigener Herstellung an. Die Vernetzung über den Verein und seine Webseite begrüßt Gabriele Beckers: "Das kann uns weiterbringen", sagt die Hotelleiterin. An die übrigen Barnimer Unternehmen appelliert sie: "Wir können nur zusammenarbeiten. Das wäre sonst ja ein totes Fleckchen Erde."

Mehr Infos im Internet unter www.barnak.de/auf-der-suche-nach-dem-guten-leben.html

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