Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Auf ein Date mit dem Bauch

Es schmeckt einfach zu gut: Leidenschaftlichen Biertrinkern fällt der Verzicht auf das Frischgezapfte schwer.
Es schmeckt einfach zu gut: Leidenschaftlichen Biertrinkern fällt der Verzicht auf das Frischgezapfte schwer. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Anna Fastabend / 05.08.2016, 07:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Kugelrund und oft von beeindruckendem Ausmaß - das ist der Bierbauch. Vor allem die umfangreichen Exemplare sind zum Abstellen des Glases praktisch. Doch das Heranzüchten der transportablen Theke birgt gesundheitliche Risiken.

Das Bauchfett steigt und steigt. Das untrainierte, schwache Herz schlägt schneller und schneller. Dann Herzinfarkt. So schlimm muss es nicht kommen. Aber ein Bierbauch ist gefährlicher, als man es ihm auf den ersten Blick ansieht. Ausgerechnet am Internationalen Tag des Bieres, der stets am ersten Freitag im August begangen wird, kommt hier die schlechte Nachricht nicht nur für die Herren der Schöpfung: Ein Bierbauch gedeiht ausschließlich an Männern. Denn bei ihnen werden anders als bei den Frauen die Fettreserven nicht in Oberschenkeln und Po, sondern im Bauch gespeichert.

An die Reserven muss man ran, sagt Ilona Böhme, Trainerin und Ernährungsberaterin im Sportzentrum Colosseum. Der erste Weg der Besserung sei die Einsicht, betont sie. "Viele Männer sind sogar stolz drauf, wenn sie ihre Badehose nicht mehr sehen können", staunt sie. Dabei sei es enorm wichtig, auf den eigenen Körper zu achten. Denn nur ein gesunder und fitter Körper kommt mit den Herausforderungen des Alltags zurecht und kann ein hohes Alter erreichen. Deshalb heißt es: Raus aus der Komfortzone. "Die Menschen erzählen immer, sie hätten keine Zeit zum Trainieren", wundert sie sich. Obwohl sie auch Zeit dafür haben, vor dem Fernseher zu sitzen oder sich mit Kumpels zum Biertrinken zu verabreden.

Der Mensch ist aber für die Bewegung gemacht. Die paar Meter, die ein Bürostuhlhocker vom Bett ins Auto und zum Schreibtisch zurücklegt, reichen nicht aus, um die dicke Plauze zu reduzieren. "Unser Körper ist auf 30 Kilometer Laufen pro Tag ausgelegt", erinnert Manuela Gaida-Voigt, Leiterin des Fit & Fun Eberswalde. An dieser Stelle könnten jetzt eigentlich alle Hundebesitzer aufatmen, die täglich drei Mal an die frische Luft gehen. Denen aber macht Ilona Böhme vom Colosseum einen Strich durch die Rechnung: "Davon ist lediglich ihr Hund gut trainiert." Für den, der seinen Bierbauch loswerden will, sei Gassigehen nicht genug. Um den Bierbauch zu reduzieren, müssen gleichzeitig Fett abgebaut und Muskeln aufgebaut werden. Das kostet viel Überwindung, große Anstrengung und enormes Durchhaltevermögen. Wer seinen Bierbauch loswerden will, muss zwei Dinge beachten, zählt Dörthe Pollmer-Cetin, Inhaberin des Injoy, auf. "Die Ernährung bestimmt, ob man abnimmt. Das Training, wo man Fett reduziert."

Der dicke Bauch sei in allen Altersstufen ein Thema - ob durch Fastfood oder übermäßigen Bierkonsum, hat Fit-&-Fun-Leiterin Manuela Gaida-Voigt beobachtet. Dabei hat sich längst herumgesprochen, dass vor allem Obst, Gemüse, gesunde Fette und Eiweiße gegessen und Dickmacher wie Weizenbrötchen und Zucker reduziert werden sollen. Nur die Umsetzung fiele oft schwer.

Neueste Studien würden belegen, dass der Mensch sehr wohl gezielt abnehmen kann, berichtet die Diplomsportlehrerin Pollmer-Cetin. Da zähle die Ausrede, der wachsende Bauch sei nun mal das eigene Schicksal nicht mehr. Beim Training des Bauchmuskels würden Botenstoffe an das darüberliegende Fettgewebe gesendet und dadurch Fettreserven freigegeben und verstoffwechselt, erklärt sie. Neben Ausdauersportarten wie Joggen, Fahrradfahren und Schwimmen sei der Aufbau der über 600 Muskeln, die der Mensch im Körper hat, ganz wesentlich, betont Böhme vom Colosseum. "Vor allem die großen Muskeln, wie der Bauch-, Rücken- und die Beinmuskeln müssen arbeiten." Die verbrennen besonders viel Fett.

Ob an Geräten, in Kursen oder zu Hause, trainiert werden sollte vorzugsweise zwei Mal die Woche zwischen 30 und 90 Minuten. Welche Übungen geeignet sind, müsse im Einzelfall entschieden werden, erklären die Fitnessexpertinnen. "Natürlich sind drei Mal toll", findet Gaida-Voigt vom Fit & Fun. Zu Beginn reiche aber auch ein fester Termin mit dem eigenen Bauch aus. Das Wichtigste sei, den eigenen Bewegungsdrang überhaupt erst wiederzuentdecken und Freude am Sport zu empfinden. "Es ist wichtig, mit Spaß zu trainieren", hebt sie hervor. Und ein Mal in der Woche dürfen es dann auch ein bis drei Belohnungsbier sein.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG