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Endspurt auf der Großbaustelle in Kremmen

Sandberge: Der Innenausbau kommt in Kremmen zügig voran, die Erschließungsarbeiten hinken jedoch hinterher.Foto: Robby Kupfer
Sandberge: Der Innenausbau kommt in Kremmen zügig voran, die Erschließungsarbeiten hinken jedoch hinterher.Foto: Robby Kupfer © Foto: MOZ/Robby Kupfer
Robby Kupfer / 07.08.2016, 03:00 Uhr
Kremmen (OGA) Die Dächer sind drauf, die Fenster sind drin - selbst farbige Außenwände haben die meisten der zügig aus dem Boden gestampften Häuser auf der Großbaustelle an der Berliner Straße in Kremmen schon. Es geht unübersehbar voran mit dem Anfang Mai gestarteten ehrgeizigen Bauprojekt der Stadt, die hier in weniger als vier Monaten neun Häuser für bis zu 240 Asylbewerber bauen lässt.

Nichtsdestotrotz rückt der Fertigstellungstermin 31. August mit Riesenschritten näher. Und insbesondere das direkte Bauumfeld könnte zumindest Zweifel aufkommen lassen, ob denn am 1. September tatsächlich die ersten Asylbewerber einziehen können. Denn während an einigen der Zweigeschosser der Innenausbau schon nahezu komplett abgeschlossen ist, wird zwischen den Bauten noch kräftig gebuddelt und gebaggert. Tiefe Gräben für die Erschließung der Wohnanlage mit Wasser, Abwasser und Strom lassen die Handwerker der verschiedensten Gewerke täglich Slalom laufen.

"Dass wir mit der Erschließung so spät dran sind, hängt mit der Verzögerung und erneuten Überprüfung der Ausschreibung zusammen", so Kremmens Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD). Tatsächlich hatte das gesamte, rund 3,3 Millionen teure Bauprojekt zwischenzeitlich auf der Kippe gestanden, weil die Kommunalaufsicht des Landkreises die Vergabe der Bauleistung an die Neuruppiner Firma Kaatzsch Bau GmbH beanstandet hatte. Sasse hält jedoch nach wie vor am Termin 31. August fest: "Ich habe von der Firma Kaatzsch und auch von den für die Erschließung Zuständigen keine anderen Informationen." Beim Innenausbau sei man voll im Plan. Und bei der Umfeldgestaltung, die nach Abschluss der Bauarbeiten ansteht, wolle man, wie angedacht auch auf Asylbewerber zurückgreifen. Diese könnten bei den Außenanlagen, etwa beim Wegebau, eingesetzt werden. Momentan sei man mit Beschäftigungsgesellschaften im Gespräch, um ein passendes Konstrukt, ähnlich dem Ein-Euro-Jobber-Modell, hinzubekommen.

Wer tatsächlich in die fertigen Häuser einziehen wird, steht noch nicht fest. Es gäbe Signale vom Kreis, dass dies sowohl Asylbewerber als auch bereits anerkannte Asylanten sein könnten, so Sasse. Das spräche für die Variante, dass einige der Flüchtlinge, die schon seit geraumer Zeit in der Erntehelfer-Unterkunft des Kremmener Spargelhofs leben, in die neuen Häuser umziehen.

Der Sprecher des Landkreises Oberhavel, Ronny Wappler, möchte da noch keine konkrete Aussage machen. "Die tatsächliche Belegung hängt von vielen Aspekten ab." Sicher spiele es beispielsweise ein Rolle, dass die Wohnungen in den neu erbauten Häusern gerade für Familien besser geeignet seien als andere Unterkünfte des Landkreises.

Für Bürgermeister Sasse bleibt das Bauprojekt trotz aller Schwierigkeiten ein Erfolgsmodell. "In spätestens fünf Jahren können hier Kremmener Familien einziehen. Und das zu Mietpreisen, die wir ohne das besondere Finanzierungsmodell für diese Wohnanlage nie hinbekommen hätten."

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