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Treffen der Freunde des ungarischen Motorrades in Bremsdorf / Ausfahrten nach Neuzelle und Lossow

Mit der Pannonia durchs Schlaubetal

Willkommen im Schlaubetal: Marion und Frank Wienke haben das diesjährige Treffen organisiert.
Willkommen im Schlaubetal: Marion und Frank Wienke haben das diesjährige Treffen organisiert. © Foto: Ralf Loock
Ralf Loock / 15.08.2016, 21:00 Uhr
Bremsdorf (MOZ) Rund 80 Fans der ungarischen Motorradmarke Pannonia kamen jetzt im Schlaubetal zu ihrem Jahresfest zusammen. Sie hatten 33 Oldtimer dabei, die Pannonia wird seit 1975 nicht mehr hergestellt. Viele der Sammler übernachteten in der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle.

Wenn die Freunde der Pannonia die 33 Motoren starten, das markante Knattern zu hören ist und die Luft mit grau-weißen Schleiern erfüllt wird, dann zeigt sich Frank Wienke ganz begeistert. "Ich kann die Pannonia allein am Motorenlärm erkennen", versicherte er. Und dann noch der Geruch - "die Pannonia hat einen Zwei-Takt-Motor mit einem Öl-Benzin-Gemisch." Die Abgase breiten sich über der Straße aus - "das sieht aus wie ein Nebel", schwärmte er.

Los ging es in einem langgezogenen Konvoi von der Jugendherberge Bremsdorfer Mühle, dort hatten sich die Technik-Fans am Freitagnachmittag eingefunden, in Richtung Neuzelle. Bei der Ausfahrt am Sonnabend bliebt so mancher Fußgänger erstaunt stehen, als er die viele Oldtimer auf ihrem Weg zu der Barockanlage betrachtete.

Die rund 80 Teilnehmer sahen sich das alte Kloster Neuzelle an, besichtigten die Brauerei und stärkten sich mit einem Kesselgulasch in der Gaststätte Zickenzeller. Dann geht es wieder auf die Maschinen, mit dröhnenden Motoren fuhr der Konvoi nach Lossow in Frankfurt (Oder), dort wohnen Mario und Frank Wiebke. Die beiden hatten für ihren Besuch Kaffee und Kuchen vorbereitet.

Die Pannonia ist eine ungarische Motorradmarke. Das Unternehmen Csepel in Budapest stellte von 1954 bis 1975 Motorräder unter diesem Markennamen her. Es gab bereits in den 1930 und 1940 Jahren Zweiräder aus der Fabrik Csepel, diese trugen aber nicht den Namen Pannonia. Daher gibt es heute gelegentlich Verwirrung, wenn irrtümlich von einer Pannonia aus dem Jahr 1939 erzählt wird - gemeint ist dann eine alte Csepel-Maschine.

Die Pannonia-Fahrzeuge haben Zweitaktmotoren mit 250 Kubikmeter Hubraum. Bis 1975 wurden mehr als 600 000 Pannonia-Motorräder gebaut. Die Stärke liegt je nach Modell zwischen zehn bis 14 PS.

Das erste Modell hieß TL 250 und wurde von 1954 bis 1955 gebaut. Zwischen 1950 und 1959 wurden 100 000 Exemplare dieser "250er" produziert, die Hälfte davon wurde exportiert. Einer der größten Abnehmer war die DDR, allein bis 1960 wurden mehr als 20 000 Exemplare importiert. Weitere namhafte Importeure waren die VR Polen, die UdSSR und Jugoslawien.

Doch was begeistert die Fans heute an diesen alten Gefährten - der Motor, das Design, die Atmosphäre? "Ich habe die Begeisterung von meinem Vater übernommen, der hatte eine aus dem Baujahr 1958. Schon als 13-Jähriger wollte ich sie fahren", schildert Frank Wienke seine Empfindungen. Das Exemplar seines Vaters, das ihm heute gehört, wird ordentlich gewartet und gepflegt, auch wenn der Lossower jetzt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahren kann. "Aber meine Frau Marion ist noch unterwegs, sie hat ihre eigene Pannonia", berichtete er.

Die Fans haben einen Zusammenschluss - die Freunde der Pannonia, es ist kein eingetragener Verein. Am Sonntagvormittag fand auf dem Gelände der Jugendherberge noch ein wichtiger Termin statt - die Tauschbörse. Ersatzteile könne man auch heute in Deutschland, Polen und Österreich bestellen, schilderte er seine Erfahrungen. Oder man schaut sich auf einem solchen Markt wie in Bremsdorf um.

Frank Wienke, der das diesjährige Treffen zusammen mit seiner Frau organisiert hatte, dankte der Jugendherberge, der Stiftung Stift Neuzelle und der Neuzeller Gastwirtschaft.

Die nächste Jahrestreffen finden 2017 bei Magdeburg und 2018 am Bodensee statt.

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