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Der Käferchor feiert am 23. September im Paul-Wunderlich-Haus drei Jahrzehnte gemeinsames Singen / Ehemalige willkommen

Seit 30 Jahren auf Tournee

Anna Fastabend / 17.08.2016, 05:15 Uhr
Eberswalde (MOZ) Seit 30 Jahren tourt der Käferchor durch die Region. Die zwischen drei und zehn Jahre alten Mitglieder besuchen die Kita Haus der fröhlichen Kinder. Sie singen auf Hochzeiten, 100-jährigen Geburtstagen und Stadtfesten. Das bringt Freude und ist pädagogisch wertvoll.

Marienkäfer bringen Glück. Vor allem dann, wenn sie nicht nur niedlich aussehen, sondern auch gut singen können. So wie die 65 Mädchen und Jungen der Kita Haus der fröhlichen Kinder. Die Drei- bis Zehnjährigen machen beim wohl bekanntesten Kinderchor der Stadt mit, dem Käferchor. Dieser ist 2011 sogar mit dem Felix, einem Gütesiegel des Deutschen Chorverbandes, ausgezeichnet worden und feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen.

An einem Augusttag zeigt ein kleiner Teil eine Kostprobe seines Könnens. Die 17 Kinder in mit Marienkäfern bedruckten T-Shirts stellen sich draußen auf. Kitaleiterin Doris Dikow und ihre Stellvertreterin Birgit Wolter spielen ein paar Akkorde auf ihren Gitarren. Dann stimmen die Kinder mit ein. Zunächst sind sie noch ein wenig verschüchtert, vor allem die Dreijährigen, die erst seit Kurzem dabei sind. Dann werden sie mutiger. Die Älteren unterstreichen das Gesungene mit passenden Handbewegungen. Mit hellen, klaren Stimmen tragen die Mädchen und Jungen "Das Lied über mich" vor, das der Liedermacher Volker Rosin komponiert hat. Im Refrain beschreiben sich die Kinder selbst: "Ich habe Hände sogar zwei und auch Haare mehr als drei..."

Ein vergleichsweise alter Käfer ist der sechsjährige Torben. Er ist seit drei Jahren Chormitglied. "Mir macht Singen einfach Spaß", sagt er. Vor allem die Auftritte und die Reaktionen des Publikums findet er toll. "Der Applaus ist der Lohn für die harte Arbeit", erklärt Kitaleiterin Dikow. Und damit das Lampenfieber nicht allzu groß ist, sprechen sie mit den Kindern zuvor über die Bühnensituation. "Wir erklären ihnen, dass es ein bisschen so wie bei den Konzerten im Fernsehen ist." Wenn ein Kind dennoch zu weinen anfängt, wird es von der Bühne genommen.

Ein Höhepunkt für Torben und die anderen sei immer das weltweit bekannte Lied "Bruder Jakob", berichten die Erzieherinnen. Der Sechsjährige kann es auf Russisch vortragen. Er singt eine Strophe vor, die anderen wiederholen. Insgesamt kann der Chor das Lied in neun Sprachen präsentieren, jeweils in der zweiten Muttersprache. Darunter Vietnamesisch, Französisch und Türkisch. "Die Kinder lernen die fremdsprachigen Strophen schnell, wir Erwachsenen brauchen da länger", berichtet Kitaleiterin Dikow. Sie hat den Chor 1986 gemeinsam mit Birgit Wolter und Anne Faber gegründet. Als Letztere ging, stieg Irena Matthis mit ein.

Seit 30 Jahren schon trifft sich der Käferchor ein bis zwei Mal die Woche, um für die zahlreichen gemeinsamen Auftritte zu proben. Insgesamt hat der Chor in wechselnder Besetzung schon mehr als 200 Mal auf der Bühne gestanden. Oftmals am Wochenende. Beim Kinder- und Jugendfestival, in der Kirche, in Altersheimen, bei Hochzeiten, Stadtfesten und Veranstaltungen des hauseigenen Trägers der Bildungseinrichtung Buckow. "Wenn wir unsere engagierten Eltern nicht hätten, würde das alles nicht funktionieren", weiß Doris Dikow.

Birgit Wolter freut sich darüber, dass einige ihrer ehemaligen Schützlinge dem eigenhändigen Musizieren treu geblieben sind. "Zwei unserer Jungs spielen mittlerweile richtig gut Gitarre."

Von den momentan 157 Kindern, die das Haus der fröhlichen Kinder besuchen, machen aber nicht alle im Chor mit. Die 19 Erzieherinnen, die während der Spielzeit mit den Mädchen und Jungen singen, bekommen mit, welche Kinder die Töne halten können. Das gemeinsame Singen sei für viele Bereiche der frühkindlichen Entwicklung nützlich, erklärt Kitaleiterin Dikow. So fördert es die musikalischen, darstellerischen, sozialen, emotionalen und sprachlichen Fähigkeiten. "Kinder, die schlecht sprechen oder stottern, verbessern durch das Singen ihre Aussprache."

Im Repertoire haben die Erzieherinnen mehr als 120 Kinderlieder von DDR-Klassikern wie "Kam ein kleiner Teddybär" bis hin zu zeitgemäßen Schlagern wie "Die immer lacht". Am 23. September feiert der Käferchor mit einem großen Geburtstagsfest sein 30-jähriges Bestehen im Saal des Paul-Wunderlich-Hauses. Die Feier soll um 15 Uhr beginnen und rund zwei Stunden gehen. Die Erzieherinnen freuen sich auf viele ehemalige Chormitglieder, Kitakinder und ihre Eltern.

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