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Von Anfang an gut essen

Einen Happen für Mama, einen für Papa: Wenn es schmeckt, ist alles schnell aufgelöffelt.
Einen Happen für Mama, einen für Papa: Wenn es schmeckt, ist alles schnell aufgelöffelt. © Foto: dpa-tmn
18.08.2016, 15:12 Uhr
(dpa) Mit rund einem Jahr geben sich die meisten Kleinkinder mit Brei allein nicht mehr zufrieden. Um bei den Erwachsenen richtig mitzuessen, dafür ist es noch zu früh. Kindergerechte Gerichte sind angesagt.

"Ab dem ersten Lebensjahr können Eltern und Kind gemeinsam essen, wenn man ein paar Dinge beachtet", sagt Kochbuchautorin Dagmar von Cramm. Das Kochen fürs Baby kann mit Beikost beginnen. Die Nahrung muss noch ohne Gewürze wie Salz sein und ganz fein püriert werden. "Die Anzahl der Geschmacksknospen im Mundbereich ist in den ersten Lebensjahren höher als im späteren Leben", heißt es beim Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Für Erwachsene, die an Salz und Gewürze ihrer Speisen gewöhnt sind, schmeckt ein Babybrei meist fad.

Mit Salz muss auch im Kleinkindalter noch gespart werden - zu viel kann die Nieren überlasten. "Wenn Kinder beginnen, am Familienessen teilzunehmen, sollten die Speisen sparsam mit üblichen Gewürzen und jodiertem Speisesalz abgeschmeckt werden", raten die Experten des Forschungsinstituts.

Ab etwa einem Jahr aufwärts dürfen die Kleinen etwas zu Beißen bekommen. Geeignet ist alles, was gut zu kauen, saftig und mundgerecht ist. Tabu sind harte, dunkel gebratene und getoastete Lebensmittel, sehniges Fleisch sowie Fisch mit Gräten. "Ebenfalls schwer Verdauliches, zu Körniges, ganze Nüsse, an denen man sich verschlucken kann, oder sehr scharfe Gewürze", warnt von Cramm.

Jedes Kind hat wie ein Erwachsener einen individuellen Geschmack. "Tendenziell mögen Kleinkinder süßliche Geschmacksrichtungen, Bitteres wird abgelehnt", sagt die Ernährungsexpertin. Auch Durcheinander auf dem Teller schreckt viele Kinder ab. Natürlich prägen auch Mama und Papa die Vorlieben der Kinder, weiß von Cramm. Auch Geschichten zum Essen wie etwa das Kinderbuch "Die kleine Raupe Nimmersatt" können Kinder beeinflussen.

Eltern müssen kein komplettes eigenes Gericht für den Nachwuchs zubereiten. Am praktischsten ist es, die Eltern-Mahlzeit für die Kleinen etwas abzuwandeln. Einfach ganz normal kochen, aber ohne zu würzen - oder nur schwach. "Dann die Kinderportion abnehmen, wenn nötig etwas zerkleinern und das Erwachsenenessen nachwürzen", rät von Cramm. Mit zwei Jahren könne dann vollends gemeinsam gegessen werden: "Die Eltern gewöhnen sich meist an eine nicht ganz so salzige, milde Küche", weiß die Ernährungsexpertin. Etwas Soße sollte immer dabei sein. "Dann rutscht es einfach besser."

Ebenso wichtig ist natürlich das Trinken - am besten Wasser. Auch ungesüßte Früchte- oder Kräutertees anstelle energiereicher Limonaden können angeboten werden, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Die Experten plädieren außerdem für Vielfalt auf dem Speiseplan. In einem früheren DGE-Ernährungsbericht geht es um das Essverhalten von Kleinkindern - mit dem Ergebnis: zu wenig Gemüse, Obst und kohlenhydratreiche pflanzliche Lebensmittel wie Reis, Nudeln und Kartoffeln, aber zu viele Süßigkeiten, Salz und proteinreiche Lebensmittel wie Fleisch und Wurst. Auch die täglich empfohlenen Mengen von 300 bis 350 Gramm Milch und Milchprodukten erreichen viele Kleinkinder nach dem ersten Lebensjahr nicht.

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