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Loscon-Kulturstiftung zeichnet Kunstlehrer und ehrenamtlichen Galeristen Winfried Bellgardt aus

Preis für engagierten Kulturaktivisten

Ehre für ehrenamtlichen Galeristen: Als die öffentliche Finanzierung wegbrach, entwickelte Winfried Bellgardt mit "artist in residence" ein tragfähiges Konzept für die Galerie B.
Ehre für ehrenamtlichen Galeristen: Als die öffentliche Finanzierung wegbrach, entwickelte Winfried Bellgardt mit "artist in residence" ein tragfähiges Konzept für die Galerie B. © Foto: Jörg Kotterba
Jörg Kotterba / 29.08.2016, 05:01 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Tolle Reden, Händeschütteln und jede Menge Blumen: Winfried Bellgardt, ehrenamtlicher Galerist der Galerie B des Frankfurter Kunstvereins, ist am Sonnabend im Kleist-Museum mit dem Kulturpreis der Loscon-Kulturstiftung ausgezeichnet worden. Der Kunsterzieher - früher in Frankfurt, heute in Eisenhüttenstadt - wurde geehrt, da er den Kunstverein und die Galerie B gegen alle Auflösungserscheinungen am Leben erhalten habe, hieß es in der Begründung.

Kunsthistorikerin Monika Tschirner, Vorstandsmitglied der Stiftung, benannte Bellgardt in ihrer Laudatio als engagierten Kulturaktivisten, dessen pirateskes Outfit den Aufbruch zu neuen Ufern signalisieren soll, "den er als Lehrer mit seinen Schülern immer wieder wagt, und sie aus dem ruhigen Fahrwasser des Klassenzimmers hinaus in die unwägbaren Tiefen des Daseins lockt." Bellgardts Glaube an das kreative Potenzial, das in der Beschäftigung mit Kunst liege, und seine weitgefasste Definition von Kunst, mache ihn offen für Projekte jeglicher Art. Als Frankfurt 2005 dazu aufrief, Schmierereien an Häusern etwas Gestaltetes entgegenzusetzen, habe er jahrelang Schüler dazu bewegen können, Trafohäuschen zu besprayen.

"Meine Frau hätte mich für diesen Preis nicht vorgeschlagen", sagte der 54-Jährige in seiner launigen Dankesrede. Sie sei der Mensch an seiner Seite, der alles wegstecken musste - vom Zweifel bis zur Angst. Bellgardt zitierte Fontane: "Das Glück, wenn es mir recht ist, liegt in zweierlei: Darin, dass man ganz da steht, wo man hingehört, und zum Zweiten und Besten in einem behaglichen Abwickeln des ganz Alltäglichen, also darin, dass man ausgeschlafen hat, und dass einen die neuen Stiefel nicht drücken."

Die Loscon-Kulturstiftung aus Beeskow gibt es seit 2013. Sie ist auf Initiative des Unternehmers Heinz Lassowsky entstanden, der Kultur und Kunst in Ostbrandenburg unterstützen möchte.

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