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Harald Homann meldet Insolvenz an / Busunternehmen stellt heute den Betrieb für die SVF ein

Engpässe im städtischen Nahverkehr

Frank Groneberg / 01.09.2016, 05:36 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF) kann ihr Nahverkehrsangebot derzeit nur mit großen Anstrengungen aufrecht erhalten. Grund dafür ist die Pleite des Subunternehmers Harald Homann. Er hatte am 3. August beim Amtsgericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Am Dienstag ist die Frankfurter Rechtsanwältin Anja Geske zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt worden. Über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wurde noch nicht entschieden.

Harald Homann hat schon seit längerem mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen. Seinen Mitarbeitern hat er seit zwei Monaten kein Gehalt gezahlt. Wie er der MOZ gegenüber erklärt, habe er beim Arbeitsamt einen Antrag auf Zahlung von Insolvenzausfallgeld gestellt. Mehreren seiner Busfahrer habe er inzwischen gekündigt - "auf deren eigenen Wunsch", wie er sagt.

Das Unternehmen Busreisen Homann arbeitete seit mehr als 20 Jahren als Subunternehmen für die SVF und erbrachte 20 Prozent der Gesamtleistung der SVF im Nahverkehr. Vor allem die Nachtbuslinien und der Verkehr auf den Linien 982, 984 und 987 wurde durch die Firma abgesichert. Wegen der finanziellen Probleme übernimmt die SVF schon länger Fahrten, die eigentlich laut Vertrag von Busreisen Homann hätten geleistet werden müssen. Von Tag zu Tag wurden es mehr. Fällt das Unternehmen komplett aus, muss die SVF sämtliche Fahrten sichern.

Seit Mittwochnachmittag ist klar: Busreisen Homann kann ab heute nicht mehr für die SVF fahren. "Wir sind darauf vorbereitet", versichert SVF-Geschäftsführer Wolfgang Worf, "und wir haben auch ausreichend Fahrzeuge." So seien mit Blick auf den bevorstehenden Abriss und Neubau der Straßenbahnbrücke über der A 12 ab 2017 ältere Busse nicht aussortiert worden, sagt Hartmut Huwe, Geschäftsbereichsleiter Technik. Weil diese dann für den Ersatzverkehr gebraucht würden. "Das kommt uns jetzt entgegen." Beim Fahrpersonal könnte es allerdings eng werden - etwa, wenn der aktuell niedrige Krankenstand wachse.

"Momentan aktivieren wir alle Mitarbeiter, die fahren dürfen", sagt Wolfgang Worf, "auch aus der Werkstatt und der Verwaltung." Die SVF könne außerdem auf Rentner zurückgreifen, die noch im Besitz der Betriebserlaubnis sind. "Und wir würden jetzt auch neue Fahrer einstellen." Langfristig braucht die SVF aber einen neuen Subunternehmer. "Eine Neuausschreibung bereiten wir bereits vor."

Die Situation "ist für uns eine völlig neue", sagt Wolfgang Worf. Der Schülerverkehr ab Montag sei auf jeden Fall gesichert. Auf den Nachtlinien könnten zeitweise auch Taxis eingesetzt werden. "Wir gehen davon aus, dass wir alle Fahrten laut Fahrplan anbieten werden, haben dafür ein Konzept", betont er. "Wir können das aber für eine gewisse Zeit des Übergangs nicht garantieren und bitten um Verständnis, sollte es doch mal zu einem Ausfall kommen."

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