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Fürstenwalder Kulturfabrik startet nach Sommerpause mit zwei open air Veranstaltungen in die neue Saison

Popmusik und Opernarien

Cornelia Link-Adam und Bettina / 05.09.2016, 06:34 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Mit zwei gegensätzlichen Veranstaltungen hat sich die Kulturfabrik am Wochenende aus der Sommerpause zurückgemeldet.

Am Freitagabend war wieder Mal der "Club der toten Dichter" zu Gast. Reinhardt Repke freute sich, statt im Musikkeller erstmals open air mit Blick auf den Dom zu spielen. Gut 200 Gäste ließen sich nicht entgehen, wie die Berliner Band ihr neues Programm vorstellte - "Charles Bukowski - Gedichte neu vertont". Der amerikanische Autor (1920-1994) hatte in seinem Leben viele Jobs gemacht, ehe seine Bücher ankamen. Auch Gedichte schrieb er viele und gern. Das erfuhren die Gäste auch durch Schauspieler Peter Lohmeyer ("Zugvögel"), der als Gastmusiker erstmals nach Fürstenwalde kam. Es erklangen viele kleine Geschichten von Menschen, die am Rande der Gesellschaft ihr Dasein meistern - Bukowski inklusive. Dessen Werke zu vertonten, das gelang mal rockig, mal melancholisch. Die Zuschauer hingen an den Lippen von Repke und Lohmeyer, amüsierten sich auch über Geschichten, wie man zusammenkam und dass Lohmeyer mittlerweile den brandenburgischen Dialekt sehr mag.

Das Konzert ist intensiv für Auge und Ohr: Sei es der spöttische Chorgesang bei "Stilles Viertel", das Spiel mit der Mini-Drehleier bei "Ein Genie", der sich von der Bühne ins Publikum tanzende Lohmeyer, die Stories über Bukowskis Leben oder sein Mülltrennungssystem ("Er hatte zwei Tonnen. Eine für Flaschen und eine für Dosen."). Bejubelt wurde jedes Lied. Selbst das Singen mit dem Publikum beim "Uhu" und der Zugabe "... schön, Bukowski zu sein" funktionieren. "Ich habe den Club mehrfach gesehen, open air ist das nochmal was besonderes", lobte Beate Müller aus Bad Saarow.

160 Gäste genossen am Sonntagnachmittag im Garten der Fürstenwalder Kulturfabrik am Domplatz die Aufführung der Wanderoper Brandenburg. Acht Schauspieler, zehn Musiker und ein Laienchor zeigten die musikalische Komödie vom Wildschütz. Liebenswerte Leute mit Spleens und Skurrilitäten, waren auf der Bühne zu erleben. Nach der Premiere am 2. September in Bad Freienwalde, dem Heimatsitz der Wanderoper, war Fürstenwalde die erste Station der nachfolgenden Gastspiele. Das Team der Kulturfabrik hatte wegen des angesagten Regens vorsorglich Pavillons als Überdachung für Zuschauerränge, Musiker und Bühne aufgestellt. Auch Kinder des hauseigenen Kinderladens spielten bei dem Spektakel mit.

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