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Runder Geburtstag - Feier folgt

Musik hinterm Schulhaus: In der Puschkinschule hat der Angermünder Fanfarenzug seine Vereins- und Probenräume. Das jüngste Mitglied, die dreijährige Ida (vorn, links), ist praktisch in den Verein hineingeboren.
Musik hinterm Schulhaus: In der Puschkinschule hat der Angermünder Fanfarenzug seine Vereins- und Probenräume. Das jüngste Mitglied, die dreijährige Ida (vorn, links), ist praktisch in den Verein hineingeboren. © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 06.09.2016, 06:40 Uhr
Angermünde (MOZ) Am Mittwoch vor genau 40 Jahren wurde der Angermünder Fanfarenzug gegründet. Ohne den Enthusiasmus und den Optimismus der Mitglieder sowie die Unterstützung durch die Familien und Sponsoren gäbe es ihn heute sicher nicht mehr.

"Wir haben ein ganzes Stück Arbeit geschafft", stellte die künstlerische Leiterin Silvia Schmill bei der Probe am Donnerstag fest. Wer die Entwicklung des Ensembles verfolgt hat, weiß, dass es nicht immer leicht war.

Der Fanfarenzug hatte Mitgliederschwund und die Erkrankung seines Vereinsvorsitzenden zu verkraften. Er ist aber nach vier Jahrzehnten noch da und begleitet viele Veranstaltungen vom Stadtfest in Angermünde bis zu Erntefesten in den Ortsteilen.

Gegründet wurde der Fanfarenzug 1976 an der Puschkinschule von Fritz Staegemann und anderen Mitgliedern, die Lust hatten, Musik zu machen. Nach der Wende schloss man sich mit dem Blasorchester des Pionierhauses zusammen, das Max Lorenz leitete.

"Wir fuhren in gemeinsame Trainingslager und traten bei Pfingsttreffen auf. Als Betreuer waren Marlies Spohn, Reiner Hellwig, Gisela Gruse und unsere Hortnerin Frau Brandt dabei", erinnert sich Silvia Schmill, die ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern gehört. Reiner Hellwig wurde später Nachfolger von Fritz Staegemann. Ihm folgte Michael Kühl als Leiter.

Der Angermünder Fanfarenzug ist jedes Jahr Gastgeber des Uckermärkischen Blasmusikfestes. Zu den Höhepunkten zählten Reisen, mitunter ins Ausland, die auch für Auftritte und Proben genutzt wurden. In den Anfangsjahren war der Zulauf an Kindern, die Trommel oder Fanfare spielen wollten, groß. Vor mehr als zehn Jahren sank die Mitgliederzahl. "Andere Hobbys zogen mehr. Das ging Sportvereinen schon viel früher so", weiß die Ausbilderin.

Der Verein kam durch neue Ideen und Projekte aus dem Tief heraus. So forcierte man die Zusammenarbeit mit den Grundschulen, um Nachwuchs heranzuziehen. Momentan sind die Bedingungen wieder schwierig. Der Fanfarenzug muss seit längerer Zeit die Krankheit des Ausbilders und Vereinsvorsitzenden Michael Kühl kompensieren. Das ist nicht leicht bei ehrenamtlicher Arbeit, die nicht nur aus Proben und Auftritten besteht. Es sind auch Verträge zu schließen, und eine AG zu leiten.

"Jetzt konzentriert sich der Fanfarenzug auf die sieben Auftritte, die dieses Jahr noch anstehen, zum Beispiel in Berlin, Schmargendorf, Herzsprung und bei einer Hochzeit in Falkenhain. Jahresfahrt und Jubiläumsfeier sind nach hinten verschoben worden. "Wir haben unserem Vorsitzenden so viel zu verdanken und möchten, dass er dabei ist. Vielleicht können wir das Jubiläum zum Jahresende würdig begehen", hofft Silvia Schmill.

Derzeit hat der Verein 30 Mitglieder, vom Kind bis zum Erwachsenen. Mitunter musizieren hier schon die Kinder der ersten Generation. Oftmals sind auch mehrere Familienmitglieder dabei wie bei der Familie Matthes-Kobin. Mutter Jeanette kam durch ihre Kinder Johanna und Jonathan zum Fanfarenzug und spielt jetzt selbst Fanfare. Nesthäkchen Ida ist mit drei Jahren das jüngste Mitglied. Sie hat sich eine Trommel und eine Fanfare gewünscht, diese im Miniformat bekommen und spielt schon mit.

Was sich in all den Jahrzehnten nicht geändert hat, sind die Probentermine dienstags und donnerstags. Wer Lust hat, kann vorbeischauen. "Solange die Kinder Spaß an der Musik und Freude am Lernen neuer Stücke haben, machen wir weiter", versichert Silvia Schmill. "Viele Mitglieder arbeiten oder lernen in Berlin, Greifswald oder anderswo und sind zu den Auftritten hier. Wir sind darauf stolz, uns auf sie und auf die Eltern verlassen zu können, die dahinter stehen. Danke den Auftragebern, die uns die Möglichkeit geben, ihre Feste zu umrahmen."

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