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Finower lehnen Obus-Pläne ab

Sven Klamann / 07.09.2016, 07:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Die Wahrscheinlichkeit, dass der Obus durch die Fritz-Weineck-Straße geführt wird, sinkt weiter. Bei der von der Eberswalder Rathausspitze anberaumten Einwohnerversammlung für den Stadtteil Finow, an der am Montagabend in der Aula des Gymnasiums mehr als 100 Interessierte teilnahmen, hat sich nicht ein einziger Befürworter zu Wort gemeldet.

"Bis in den Spätherbst hinein werden wir abwarten, ob sich auch Unterstützer der Idee bemerkbar machen", sagte Eberswaldes Baudezernentin Anne Fellner. Sollte die Ablehnungsfront nicht bröckeln, bleibe alles so, wie es bisher sei.

Der Landkreis Barnim will bis zum Herbst prüfen lassen, ob es wirtschaftlich wäre, den Obus, der bisher nur über die Eberswalder Straße rollt, auf die Nebenstrecke umzuleiten. Die Stadt Eberswalde, die gerade den Ausbau der Fritz-Weineck-Straße vorbereitet, begrüßt dieses Vorhaben. Laut Baudezernentin Anne Fellner hätte die Umverlegung zwei Vorteile: Das Wohngebiet Finow-Ost wäre deutlich an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen und für die Schüler des Gymnasiums, die noch die Bundesstraße überqueren müssen, würde sich die Verkehrssicherheit erhöhen. An den Kosten des Straßenausbaus, die auf etwas mehr als eine Million Euro geschätzt werden, ändere sich mit einer Entscheidung für den Obus kaum etwas.

Doch bei der Einwohnerversammlung gaben wieder allein die Kritiker der Umleitung den Ton an. Sie fürchten sich vor deutlich mehr Verkehr, der die Belastung durch Lärm und Abgase erhöhen würde. Der Obus-Verkehr vor der Haustür würde ihrer Auffassung nach die Wohnqualität erheblich mindern.

Am Tag nach der Einwohnerversammlung hat Karen Oehler, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtparlament, eine Mitteilung verschickt, in der sie den Widerstand als "nicht nachvollziehbar" bezeichnet. "Dass Menschen ernsthaft meinen, durch einen Bus, der ohne Abgase und leise durch eine Tempo-30-Zone rollt, sinke die Wohnqualität in ihrem Viertel, ist schon sehr überraschend", erklärte sie. Die Kommunalpolitiker seien aufgerufen, den betroffenen Anliegern ihre Ängste zu nehmen. "Fakt ist, dass die Wohnanlage durch eine gute ÖPNV-Anbindung aufgewertet wird. Schließlich kann jeder noch so mobile Anwohner irgendwann in die Situation kommen, auf den Bus angewiesen zu sein", betonte Karen Oehler in ihrem Schreiben.

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