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Leben in naturnaher Kulturlandschaft

Diskussion am Tisch: Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmer des Bürgerworkshops zahlreiche Ideen und Visionen für die künftige Landnutzung in Ahrensfelde.
Diskussion am Tisch: Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmer des Bürgerworkshops zahlreiche Ideen und Visionen für die künftige Landnutzung in Ahrensfelde. © Foto: MOZ/Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 08.09.2016, 07:00 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) Mit einer breiten Bürgerbeteiligung soll die Erarbeitung eines neuen Landschaftsrahmenplanes (LRP) im Barnim unterstützt werden. Nach Werneuchen und Biesenthal gab es nun den dritten Workshop in Ahrensfelde.

Es mag am frühen Beginn der Veranstaltung um 17 Uhr, an unzureichender Werbung für den Workshop oder einfach am Desinteresse der Ahrensfelder gelegen haben - jedenfalls hatten sich lediglich elf Männer und Frauen am Dienstagabend im Rathaussaal zum gegenseitigen Austausch eingefunden. Bei rund 13 000 Einwohnern eine ziemlich geringe Zahl, wie allgemein festgestellt wurde. Diejenigen aber, die gekommen waren, diskutierten in zwei Gruppen sehr engagiert und hatten auch die eine oder andere Idee.

Zunächst ging es darum, herauszufinden, was die Teilnehmer an der Natur schätzen. Auch die Lieblingsorte sollten genannt werden. "Entspannung und Ruhe" war eine der Antworten. Andere genießen die offene Landschaft, gehen gerne an der Wuhle entlang oder lieben den Ortskern von Lindenberg. "Wir haben glücklicherweise noch Freiräume", betonte Torsten Jeran vom Regionalpark Barnimer Feldmark. Diese seien durch den noch geltenden Landesentwicklungsplan auch gesichert. "Blumberg und Mehrow werden also ihre dörflichen Strukturen behalten", so Jeran. Auch Andrew Hoffmann konnte sich für "unverbaute Blicke" begeistern. Diese seien aber zunehmend in Gefahr, wenn beispielsweise hinter dem Lenné-Park bald Windkraftanlagen errichtet werden, so der Blumberger.

"Der Autoverkehr hat gegenüber den Fußgängern und Radfahrern noch immer Priorität", kritisierte Winfried Wolf. Der Ahrensfelder war übrigens der einzige Gemeindevertreter, der zum Workshop gekommen war. "Es gibt weniger Vögel und Insekten", sagte Jochen Wünsche, als es darum ging, die Gefährdungen für die Natur zu benennen. Es fehlten Brachflächen, die Landwirtschaft setze verstärkt auf Monokulturen, hieß es weiter. "In Ahrensfelde werden Grünflächen zu oft gemäht", befand eine Einwohnerin. Auch müsste man Bäume, wie in früheren Jahren beim Straßenbau oft geschehen, nicht gleich fällen. "Die Linden könnten beispielsweise regelmäßig geköpft werden", so die Ahrensfelderin. "Wir haben inzwischen auch Straßen gebaut, bei denen Bäume stehengeblieben sind", entgegnete daraufhin Verwaltungsmitarbeiterin Susanne Erbe.

Kritisiert wurde von den Workshop-Teilnehmern auch der zunehmende Verkehrslärm. Dies betreffe nicht nur die Bundesstraße 158, sondern inzwischen auch die Lindenberger Straße. "Das ist eine Rennstrecke geworden", so Bernhard Ziemer. Ebenso wurde vor einer weiteren Zersiedelung der Landschaft gewarnt. Bei der Entwicklung des neuen Wohngebietes an der Kirschenallee sollten auch ein kleiner Park oder eine Kleingartenanlage entstehen, so die Ahrensfelder.

Jede Menge Ideen gab es auch, als über die "Vision 2036" gesprochen wurde. Mehr Hecken und Streuobstwiesen, eine Ausweitung des Öko-Landbaus sowie ein sensibler Umgang mit Feuchtgebieten waren einige der Forderungen. Auch eine Gestaltungssatzung für Gründächer, mehr Spielplätze für Jugendliche sowie eine zentrale Kompostieranlage für Laub aus der Gemeinde wären wünschenswert, hieß es. Bernhard Ziemer schlug schließlich die Anschaffung von Elektrofahrzeugen für die Verwaltung vor. Andrew Hoffmann plädierte für die Erarbeitung einer Liste mit Gemeindeflächen, die für Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen genutzt werden könnten. "Da wird derzeit noch bares Geld verschenkt", so der Blumberger. "Die Landschaftspflege muss ins öffentliche Bewusstsein rücken", forderte Torsten Jeran. Dieser "dauernde Prozess" müsse auch von der Kommune getragen und finanziert werden.

Der nächste Bürgerworkshop zum Landschaftspflegeplan findet am 18. Oktober in Wandlitz statt. Eine zweite Runde, in der es dann um Strategien geht, ist ab November geplant. Akteurs-Workshops gibt es am 22. September und 6. Oktober.

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