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Beim "Tag für die Fahrgäste" der SVF konnte die neueste Straßenbahn-Generation getestet werden

Schlangestehen für "Tramino"

Schlangestehen für Tramino, die vielleicht auch bald durch Frankfurt rollt
Schlangestehen für Tramino, die vielleicht auch bald durch Frankfurt rollt © Foto: Robert Iwanetz
Robert Iwanetz / 19.09.2016, 07:37 Uhr - Aktualisiert 21.09.2016, 16:58
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der Star auf dem Europaplatz war eindeutig "Tramino". Hunderte Besucher warteten am Sonnabend vor dem Grafin-Dönhoff-Gebäude der Viadrina, um einen Platz in der modernen Straßenbahn zu ergattern. Seit Dienstag ist die Leihgabe aus Jena unterwegs in Frankfurt. Doch erst zum "Tag für die Fahrgäste" bot die Stadtverkehrsgesellschaft mbH (SVF) öffentliche Testfahrten an.

Vor der ersten Abfahrt durften einige Kinder in der Fahrerkabine Platz nehmen. Auch Oberbürgermeister Martin Wilke ließ es sich nicht nehmen, eine kurze Einweisung in die Technik zu bekommen. Danach übernahm Thomas Jachning das Steuer. "Die schlackert nicht, bremst besser und alles lässt sich über Touchscreen bedienen", berichtete der Werkstattleiter der SVF über das neue Fahrgefühl. Auch der Frankfurter Ingo Weiher, dessen Sohn Matthias im Rollstuhl sitzt, zeigte sich begeistert: "Wir hatten genug Platz und kamen gut in die Straßenbahn rein."

Am 17. September 2016 feierten Hunderte Frankfurter den Tag für die Fahrgäste, zu dem die Stadtverkehrsgesellschaft eingeladen hat. Neben einem Kulturprogramm gab es die Möglichkeit, mit historischen Straßenbahnen des Vereins Historische Straßenbahnen Frankfurt, einem Ikarus-"Schlenki" des Straßenbahnmuseums Chemnitz und einer modernen Niederflurbahn vom Typ "Tramino" des polnischen Herstellers Solaris, ausgeliehen bei der Nahverkehr Jena GmbH, mitzufahren.
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Tag für die Fahrgäste am 17.09.2016

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Für Menschen wie Matthias Weiher will die Stadt in den nächsten Jahren 13 neue Niederflurbahnen kaufen, die die alten Tatra-Bahnen ersetzen sollen. Hintergrund ist das Personenbeförderungsgesetz des Bundes, das einen barrierefreien öffentlichen Nahverkehr bis zum Jahr 2022 in Deutschland vorschreibt.

Die Umsetzbarkeit des Gesetzes wurde beim "Tag für die Fahrgäste" öffentlich diskutiert: "Das ist sehr ambitioniert, schließlich kostet jede dieser Bahnen 2,5 Millionen Euro", prognostizierte Dezernent Markus Derling in einer Gesprächsrunde mit der Moderatorin Rita Walter. "Nichtsdestotrotz spielt Barrierefreiheit durch die demographische Entwicklung in der Stadt eine enorm wichtige Rolle für die zukünftige Attraktivität des Nahverkehrs."

Das andere große Thema an diesem Tag lautete Elektro-Mobilität. So konnten Besucher am Stand von Fahrrad-Rentsch diverse E-Bikes ausprobieren oder bei den Stadtwerken eine Probefahrt in einem Elektro-Golf vereinbaren. Aber auch Liebhaber von historischen Bus- und Straßenbahn-Modellen kamen auf ihre Kosten: Ralf und Claudia Großkopp vom Verein "Straßenbahnfreunde Chemnitz" hatten einen "Ikarus"-Bus von 1990 mitgebracht. Dazu waren auch wieder historische Straßenbahnen mit Handkurbel unterwegs.

Für Unterhaltung im Laufe des Tages sorgten der Rock-Musiker Uwe Kolberg aus Templin und die Hip-Hop-Tanzschule von Sven Seeger. Die Bühne war im Gräfin-Dönhoff-Gebäude aufgebaut, weil die Veranstalter mit Regen gerechnet hatten. "Zum Glück ist das Wetter stabil geblieben", sagte SVF-Geschäftsführer Wolfgang Worf zur Eröffnung. Der nächste "Tag für die Fahrgäste" findet in zwei Jahren statt - dann zum 120-jährigen Jubiläum der Straßenbahn in Frankfurt.

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