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Mit dem Blick eines Adlers

René Cadena (l.) und sein Laudator Arnd Joachim Garth
René Cadena (l.) und sein Laudator Arnd Joachim Garth © Foto: Matthias Wagner
Matthias Wagner / 19.09.2016, 07:55 Uhr
Niederfinow (maw) Leben ist Erfahrung, Gefühl und Eingebung. Und Heimat ist im Herzen und wo wir angenommen werden und Freunde finden. So gesehen, hat der aus dem bolivianischen Hochland stammende Maler und Grafiker René Cadena Ayala in Niederfinow auch eine Heimat gefunden. Genauer gesagt, in der alten Schule des Ortes. Ein früherer Klassenraum dient ihm als Atelier. Für Cadena schließt sich mit der neuen Wohnstatt gewissermaßen ein Kreis, denn er wurde, wie er berichtet, auch in einer Schule geboren.

Jetzt stellt er einen Teil seiner Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit vor. Die Vernissage zur Ausstellung "Malerei und Grafik" fand am Sonnabend in der Niederfinower Kirche statt. Renate Dettmer vom Gemeindekirchenrat des Ortes fand einleitende Worte. Niederfinows Bürgermeisterin Ute Peters-Pasztor sprach von "Unserem René", der eine Bereicherung für das Dorf sei. Erwin Schwärzer, der mit dem Künstler gemeinsam in der Schule wohnt, führte durch den Nachmittag.

Die Laudatio hielt Arnd Joachim Garth. Es könne wohl keine bessere Fügung geben, als göttliches Talent und den entsprechenden Raum dazu, bemerkte der Berliner Marketingfachmann in Bezug auf das Niederfinower Gotteshaus. Er beschrieb seine erste Begegnung mit René Cadena Ende der achtziger Jahre, die für ihn prägend war. "Seine Arbeiten waren wie ein Ausflug in eine andere Welt", erinnert er sich. Cadena habe den "Blick eines Adlers", der die Dinge von oben betrachtet und so das Wesentliche in atemberaubender Transparenz zu erfassen vermag.

Gemessen an der Ewigkeit, sei unsere Verweildauer auf Erden nur ein winziger Augenblick, sagt Cadena. Er sehe sich daher nur als Gast und die Kunst sei gleichsam ein Geschenk an die Geschichte, ein Dank fürs Dasein. So vielfältig wie das Leben, präsentieren sich auch die Arbeiten des Wahlniederfinowers. Es sei ihm wichtig, die Menschen zu verstehen, betont er.

"Jedes Thema ist wie eine Tür in eine andere, aber gleichsam bekannte Welt", beschreibt Cadena. Man könne jedoch frei entscheiden, ob man den dahinter befindlichen Raum betreten wolle oder nicht. Der Künstler hat zuvor viele Jahre in Berlin gelebt. Das kleine Atelier unterm Dach und die Enge der Großstadt bildeten einen direkten Gegensatz zur Freiheit und Großzügigkeit des Landlebens, so Cadena.

Die Ausstellung kann täglich, außer montags, von 11 bis 16 Uhr besichtigt werden.

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