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Künstler-Pleinair in Beeskow gestartet

Es kann losgehen: Künstler aus Deutschland und Polen beteiligen sich am Künstler-Pleinair auf der Burg Beeskow. Wolfgang de Bruyn und Susann Müller begrüßten die Gäste.
Es kann losgehen: Künstler aus Deutschland und Polen beteiligen sich am Künstler-Pleinair auf der Burg Beeskow. Wolfgang de Bruyn und Susann Müller begrüßten die Gäste. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Jörg Kühl / 19.09.2016, 19:38 Uhr
Beeskow (MOZ) In der Burg Beeskow ist am Montag das deutsch-polnische Künstler-Pleinair "Gerhart Hauptmann und seine Bilderwelten" gestartet. Die Künstler setzen sich mit Leben und Werk des Dramatikers und Schriftstellers auseinander. Am 30. September werden die Werke präsentiert.

"Lassen Sie uns doch erst einmal richtig ankommen" Mit gespielter Entrüstung "wehrt" sich Erika Stürmer-Alex gegen das Ansinnen des Fotografen, beim Begrüßungsfoto der Teilnehmer einige Arbeitsutensilien, wie Pinsel oder Malblöcke mit in Szene zu setzen. Am Ende lässt sie sich darauf ein, wenigstens ein Buch Gerhart Hauptmanns in die Hand zu nehmen: "Darum geht es uns doch hier, oder?"

Am Montag haben vier Künstler aus Deutschland und drei aus Polen in den Ateliers der Burg Beeskow aufgeschlagen. Sie nehmen an dem 14-tägigen Pleinair "Gerhart Hauptmann und seine Bilderwelten" teil. Bis 30. September wollen die Künstler sich mit Leben und Werk eines der bedeutendsten deutschen Dramatikers und Schriftstellers der Gegenwart künstlerisch auseinandersetzen. Dabei werden Werke unterschiedlicher Genres und Techniken entstehen.

Erika Stürmer-Alex kündigt an, Zeichnungen anzufertigen, Sylvia Hagen wird Skulpturen aus Gips gestalten, Brigida Böttcher Arbeiten auf Papier, Wolfgang Böttcher wird Kupferstiche anfertigen. Janusz Konecki kündigt Malerei und Zeichnungen an, Marcin Znamienkiewicz nähert sich Gerhardt Hauptmann in Malerei und Skulptur. Janusz Jaremen komplettiert als künstlerischer Fotograf die Runde. Er wird auch die Bilder für den Katalog des Künstler-Pleinair liefern.

Bereits vom 10. bis 13. September hatte die Gruppe sich mit Gerhart Hauptmann beschäftigt: Sie bereisten die schlesische Heimat des Autors, besichtigten dabei auch das Haus Wiesenstein in Agnetendorf (heute Jagniatków), das Hauptmann ab 1901 mit Margarete Marschalk bewohnte.

Von Beeskow aus wollen die Künstler einen oder mehrere Abstecher nach Erkner unternehmen, um sich Archiv des Gerhart-Hauptmann-Museums umzusehen. Dort befinden sich etwa 1000 Darstellungen Gerhart Hauptmanns und seines Werks in Malerei, Grafik und Plastik.Für Erika Stürmer-Alex wird es dabei ein Wiedersehen mit einigen ihrer früheren Arbeiten geben, denn die in Lietzen (Oderbruch) ansässige Künstlerin hat sich bereits in den 80er Jahren mit Gerhart Hauptmann künstlerisch auseinander gesetzt. "Ich habe meine Arbeiten seitdem nie wieder gesehen."

Mit dem aktuellen Künstler-Pleinair etabliert sich die Burg Beeskow zum vierten Mal als Arbeitsort mehrtägiger Kunst-Symposien. Einige der deutschen Teilnehmer waren schon bei früheren Pleinairs dabei. Der "dienstälteste" unter ihnen ist Wolfgang Böttcher, der die Kupferstich-Pleinairs 2006 und 2013 in Beeskow besucht hat und auch beim Kleist-Pleinair 2014 mit an Bord war. "Die Ruhe auf der Burg und die Natur darumherum" sei dem Schaffen zuträglich, findet der Leipziger. Seine Frau Brigida Böttcher empfindet die Burg und deren Umgebung als Inspiration: "Beeskow ist die deutsche Provence!" Erika Stürmer-Alex kommentiert den Austragungsort nüchterner: "Mich interessiert das Thema. Ich könnte auch woanders über Gerhart Hauptmann arbeiten."

Am 30. September werden die Erzeugnisse des Pleinair in Beeskow erstmals öffentlich zu sehen sein, kündigt Wolfgang de Bruyn an. Der Erste Vorsitzende der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft hatte das Künstler-Pleinair gemeinsam mit Burg-Mitarbeiterin Susann Müller eröffnet. Am 11. November werden die Werke in Jagniatków gezeigt und am 25. März 2017, pünktlich zur Leipziger Buchmesse, in der Leipziger Galerie Pikanta, wie Brigida Böttcher mitteilt.

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