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Utopien im Gärtnerhof

Himmel und Erde: Die Panoramafotografien von Ralf Schlesener sind beim Kunstlicht-Festival zu sehen.
Himmel und Erde: Die Panoramafotografien von Ralf Schlesener sind beim Kunstlicht-Festival zu sehen. © Foto: privat
Roland Becker / 20.09.2016, 23:00 Uhr
Velten (HGA) Sich auf einer Lichtung im Wald einfach ins Gras legen, nach oben in die Sonne schauen und die Wolken vorbeiziehen sehen. Der Blick wandert, erfasst die hohen Baumkronen. Man schließt die Augen; Himmel und Erde scheinen in Bewegung zu geraten. Solch intensives Erleben der Natur hat Ralf Schlesener aufgenommen und anschließend auf fantastisch wirkende Weise verfremdet. "Planetodie" nennt er seine in Wäldern aufgenommenen Panoramen, die vom Boden bis in den Himmel reichen und ein 360 Grad-Spektrum erleben lassen.

Schleseners Fotoserie gehört zu den Werken von zwölf Künstlern, die sich am Wochenende im Veltener Gärtnerhof beim mittlerweile siebten Kunstlicht-Festival treffen, das dieses Mal unter dem Motto "Utopie" steht. Weit über die Grenzen Oberhavels hinaus hat sich das Festival im Veltener Gärtnerhof zu einer herausragenden Adresse für Kunstinteressierte und für alle, die das Spiel mit Licht und Schatten lieben, entwickelt. So wird auch am kommenden Wochenende der Gärtnerhof für drei Tage - oder besser gesagt zwei lange Abende - zu einem illuminierten Kunstwerk. Zwischen all diesem Spiel mit dem Licht erscheint selbst das alte Heizhaus der ehemaligen LPG nicht mehr grau und öde, sondern mit etwas Fantasie fast wie ein Märchenschloss.

In dem Gebäude werden nicht nur Schleseners verfremdete Naturaufnahmen für Begeisterung sorgen. Cornelis Vooogdt - tatsächlich mit drei O geschrieben - lässt in seinem "American Dreams" Holzfiguren, die verschiedene Religionen präsentieren, auf Plastikpuppen treffen. Der Holländer drückt damit aus, dass die religiösen Heilsbringer von einst heute durch Superhelden ganz anderer Lebenswelten ersetzt werden. John Maibohm hingegen wagt mit seinen Bild-Collagen einen Rückblick darauf, wie Geld bislang die Welt bestimmt hat und verbindet dies mit einer künstlerisch erzählten Vision von einer Gesellschaft, in der das Monetäre in den Hintergrund tritt.

Neben all diesen Visionen gibt es beim Kunstfestival natürlich auch Handfestes - vor allem für den Magen. Nachmittags können für eine Kaffeepause die idyllischen Ecken des Gärnterhofs genutzt werden. An den beiden Abenden gibt es kleine Snacks vom Grill - und natürlich ein in Licht getauchtes Gärtnergelände.

Das Kunstlicht-Festival wird am Freitag von 19 eröffnet und kann bis 22  Uhr besucht werden. Am Sonnabend öffnen sich die Türen von 10 bis 22 Uhr, am Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Der Gärtnerhof befindet sich in der Pinnower Chaussee 35.

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