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Lkw vermehrt an Unfällen beteiligt

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Stefan Lötsch / 21.09.2016, 20:09 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Kein Toter, aber deutlich mehr Unfälle mit Beteiligung von Lastwagen und jungen Erwachsenen: Das sind Kernaussagen der Unfallbilanz im Landkreis Oder-Spree für das erste Halbjahr 2016.

Die Bilanz des Verkehrsunfallgeschehens in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres war erschreckend: Sieben Menschen verloren damals im Landkreis Oder-Spree im Straßenverkehr ihr Leben - und da war die Autobahn noch nicht einmal mit eingerechnet. Solche schrecklichen Nachrichten verzeichnet die Polizeistatistik für das erste Halbjahr dieses Jahres nicht. Wobei Eberhard Heusterberg vom Stab Verkehrsangelegenheiten der Polizeidirektion Ost für das gesamte Jahr noch keinerlei Entwarnung geben kann. Oft genug passieren die Unfälle, bei denen Beteiligte zu Tode kommen, erst in den Monaten ab September. Die Halbjahresbilanz hat Eberhard Heusterberg jüngst bei der turnusmäßigen Zusammenkunft der kreislichen Verkehrsunfallkommission, die sich diesmal in Eisenhüttenstadt getroffen hat, vorgestellt.

Überhaupt ist es schwierig, Prognosen oder Tendenzen abzugeben. So ist die Zahl der Unfälle, an denen 18- bis 24-Jährige beteiligt waren um 19 auf 192 gestiegen, "entgegen der bisherigen Tendenz", wie Heusterberg betont. Auch die Zahl der Verletzten hat von 20 im vergangenen Jahr auf 26 zugenommen.

Einigermaßen stabil ist die Zahl der Unfälle, an denen Senioren beteiligt sind, also Auto- und Radfahrer über 65 Jahren. Sie lag in den sechs Monaten dieses Jahres bei 460, zehn mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Da zeigt die Tendenz über einen längeren Zeitraum, wie Heusterberg sagt, dass ein steigender Trend zu verzeichnen ist. "Die Zahlen liegen auch auf einem recht hohen Niveau."

Ein ebenfalls relativ hohes Niveau sieht der Experte bei Unfällen, in die Lkw involviert sind: 362 waren es allein von Januar bis Juli dieses Jahres, 65 mehr als im Vorjahr. Und auch da sind noch nicht einmal die Karambolagen auf der Autobahn mit registriert, die extra ausgewiesen werden. Doch hängen wohl die hohen Zahlen vorwiegend auf den Landes- und Bundesstraßen auch mit der Autobahn zusammen. Durch Havarien auf der A12 oder A10, die im Landkreis liegen, weichen die Brummi-Fahrer auf die B1/5 beziehungsweise auf die B87 aus.

Auch bei Karambolagen mit Radfahrern kann keinerlei Entwarnung gegeben werden. 129 ereigneten sich im ersten Halbjahr, 13 mehr als 2015. Wobei solche Unfälle meist schwere Folgen für die Radfahrer haben. Bei den 129 Unfällen wurden 91 Verletzte gezählt. Gefährdet ist man als Radler vor allem in den Städten wie Fürstenwalde, Eisenhüttenstadt und Erkner und da wiederum an Kreuzungen und Einfahrten. Über Land spielen die Fälle kaum eine Rolle. Bei Kradfahrern dagegen ist die Fallzahl rückläufig, um zehn auf 39. Aber da gilt ebenfalls: Kommt es zum Zusammenstoß, ist meistens auch mit Verletzten zu rechnen.

Ein Dauerproblem im Landkreis Oder-Spree, trotz rückläufiger Zahlen, sind Wildunfälle. 576 Mal (in den ersten sechs Monaten des Vorjahres war es 618 Mal) kam es auf den Straßen des Landkreises zu unliebsamen Begegnungen zwischen Fahrzeugen und Wild. Es gibt kaum eine Straße im Landkreis, wo nicht die Gefahr von Wildunfällen besteht. Eberhard Heusterberg verweist auf die elektronische Steckkarte, auf der jeder Unfall verzeichnet wird. Das Symbol für Wildunfall taucht dort flächendeckend auf. Zum Glück bleibt es in den meisten Fällen beim Blechschaden.

Insgesamt verzeichnet die Polizei für das erste Halbjahr 2667 Unfälle, ein Rückgang um 4,2 Prozent. Die Zahl der Verletzten stieg um neun auf 294.

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