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Bomben, Bären und der Klimawandel

Candy Pflugmacher, wissenschaftliche Mitarbeiterin der HNE, erklärt, wie der Zellinnendruck eines Blattes mithilfe einer Scholanderbombe gemessen wird.
Candy Pflugmacher, wissenschaftliche Mitarbeiterin der HNE, erklärt, wie der Zellinnendruck eines Blattes mithilfe einer Scholanderbombe gemessen wird. © Foto: MOZ/Marco Marschall
Marco Marschall / 24.09.2016, 07:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Die Vorlesungszeit an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) hat noch nicht begonnen, da beschäftigen sich Erstsemestler bereits mit der Forschung zum Klimawandel im Wald. Die kleine Gruppe Studierender hatte sich mit der Immatrikulation dafür beworben, noch vor dem ersten Tag im Hörsaal Messmethoden und den Stand der Wissenschaft kennenzulernen. Eine Aktion der Stiftung Waldwelten, auf deren Gelände Candy Pflugmacher ihnen am Freitagvormittag verschiedene Möglichkeiten zur Messung an Pflanzen erläuterte. So lässt sich beispielsweise mit einer sogenannten Scholanderbombe der Zellinnendruck eines Blattes feststellen. Es wird dafür in eine spezielle Vorrichtung gespannt und Luftdruck hindurchgeblasen bis sich am Stiel Bläschen bilden. "Eine grobe Indikation dafür, wie wassergestresst die Pflanze ist", erläuterte die wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Anschließend konnten die Studenten fünf Fachleuten aus Forst und Wissenschaft Fragen stellen. Darüber, wie sich der Klimawandel im Wald bereits heute zeigt. Aufschluss geben beispielsweise Kameras, die den Blattaustrieb messen. Dieser ereigne sich immer zeitiger, wie Ralf Kätzel vom Landesbetrieb Forst berichtete. Ein anderer Indikator sei das schnellere Waldwachstum. Kätzel wies auch darauf hin, dass wir uns noch ganz am Anfang eines Klimawandels befänden.

Für Eberhard Luft, Leiter der Landeswaldoberförsterei Chorin, besteht auch kein Zweifel daran, dass dieser Wandel angesichts des CO²-Ausstoßes menschengemacht ist. Im Wald sehe man diesen deutlich. Für den Jagdexperten Lubomir Blasko sind auch Auswirkungen auf die Wildpopulation denkbar. Er sprach von der höchsten Schwarzwildpopulation seit zehn Jahren. Das habe zum einen klimatische Gründe aber auch landwirtschaftliche, wie große Maisschläge, die die Schweine aus dem Wald locken und die Abschusschancen verringern.

Blasko, der auch in seinem Heimatland Slowakei forscht, untersucht dort die steigende Zahl von Braunbären. Doch auch dabei sind vielerlei Gründe im Spiel. So hat der Artenschutz im Sinne des EU-Rechts die Abschussquote der Tiere im Land gedrückt.

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